• vom 01.05.2012, 16:34 Uhr

Stadtleben

Update: 02.05.2012, 12:24 Uhr
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Mitten in Wien und doch ein Ausflug in eine etwas andere Welt

Unter die Klingel kommen


Von Barbara Sorge

  • Ein Besuch im Wiener Dorotheum kann durchaus unterhaltsam sein.

Ihre Begeisterung teilen Sensalin Renate Krenmayr und Auktionator Rafael Schwarz. - Stanislav Jenis

Ihre Begeisterung teilen Sensalin Renate Krenmayr und Auktionator Rafael Schwarz. Stanislav Jenis

Wien. "Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten - verkauft an die 101." Beim Ertönen der Glocke nennt der Mann mit der Bietertafel 101 ein Bild von Albert Flamm sein Eigen - er hat es soeben um 7000 Euro gekauft, nein, ersteigert. Denn bei einer Auktion wie im Palais Dorotheum treffen Angebot und Nachfrage direkt aufeinander, herrscht Wettbewerb zwischen interessierten Menschen, die hier für sich einen Schatz gefunden haben und diesen um - fast - jeden Preis haben wollen. Laut Katalog haben die Experten den Erlös des Bildes auf einen Wert zwischen 7000 und 10.000 Euro geschätzt. Da der Ausrufpreis bei rund der Hälfte des unteren Schätzpreises liegt bzw. maximal den unteren Schätzwert erreicht, kann man hier schon das eine oder andere Schnäppchen machen. Den Preis, den man letztendlich für einen Gegenstand bezahlt, bestimmt man somit selbst.

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Ehrwürdiges Palais
Bei der Auktion "Gemälde des 19. Jahrhunderts" im April während der ersten von vier Auktionswochen des Jahres herrscht stumme angespannte Geschäftigkeit, anders als an den Börsen früherer Zeiten, als es den Parketthandel noch gab und die Menschen sich mit Geschrei und wirren Zeichen verständigt haben. Doch wenn sich zwei gefunden haben, die sich für das gleiche Werk interessieren, dann ist es wie ein Ping-Pong-Spiel, da wird eine Tafel in die Höhe gehalten, der Auktionator sagt einen höheren Preis, jetzt ist es die Tafel dort, die im Rennen liegt. Bis letztendlich einer das Bild "zugeklingelt", bekommt.

Dorotheergasse 17 ist eine feine Adresse mitten in der Wiener Innenstadt. Hier befindet sich im Palais Dorotheum das älteste der großen Auktionshäuser der Welt. Seit 1707 und damit seit über 300 Jahren wird in Wien gesteigert. Nicht immer allerdings an diesem Ort, der dem Auktionshaus seinen Namen gegeben hat: In das ehemalige Dorotheerkloster übersiedelte das "Versatz- und Fragamt zu Wien" 80 Jahre nach seiner Gründung.

Wer in der Nähe arbeitet und in der Mittagspause Zeit hat, streift gerne mal durch das Erdgeschoß und betrachtet die aktuelle Schaustellung von Möbeln, Bildern, Antiquitäten oder auch Schmuck, den es bei einer der vielen Auktionen zu ersteigern gibt. Die Schaustellungen wechseln, sodass es laufend etwas Neues zu sehen gibt. Wenn man nach der Arbeit vorbeikommt, kann es sich ergeben, dass gerade eine Auktion stattfindet, im ersten Stock im Auktionssaal. Rund 600 Versteigerungen im Jahr finden statt, da ist immer etwas los.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-01 16:41:04
Letzte Änderung am 2012-05-02 12:24:15


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