• vom 02.07.2012, 17:31 Uhr

Stadtleben

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Mehr als 135.000 Badegäste sorgten in Wien für einen neuen Tageshöchstwert - Es bleibt weiterhin heiß

Besucher- und Hitzerekorde



  • Dichtes Gedränge in und vor den Bädern - mit einstündigen Wartezeiten.

Wien.

Ein Platz im kühlen Nass: In den Wiener Bädern (wie hier im Stadionbad) wird es eng.

Ein Platz im kühlen Nass: In den Wiener Bädern (wie hier im Stadionbad) wird es eng.© APA/HERBERT P. OCZERET Ein Platz im kühlen Nass: In den Wiener Bädern (wie hier im Stadionbad) wird es eng.© APA/HERBERT P. OCZERET

(may) Das bisher heißeste Wochenende bescherte der Bundeshauptstadt Wien nicht nur einen Hitze-, sondern auch einen Besucherrekord in den städtischen Bädern: Nachdem am Samstag das Thermometer in der Inneren Stadt auf 37,7 Grad geklettert war (was gemeinsam mit Bad Deutsch-Altenburg neuen Juni-Höchstwert bedeutete), stürmten tags darauf so viele Badegäste wie nie zuvor die zehn Sommerbäder: Mit 135.431 Personen gab es Tagesrekord - und zwar recht deutlich, denn der bisherige Spitzenwert vom 22. Juni 2008 wurde um fast 10.000 Personen übertrumpft.

Werbung

Für Bäder-Sprecher Martin Kotinsky kam der Rekord doch etwas überraschend, denn bisher galt die eiserne Regel, dass solche Spitzen nicht in den Ferien möglich sind (weil viele schon im Urlaub weilen): "Aber 37 Grad zwei Tage hintereinander waren halt doch sehr viel." Mit dem Rekordtag kletterte die Besucherfrequenz auch über die Eine-Million-Marke, wobei der diesjährige Sommer aufgrund des kalten Mais noch weit entfernt von einem Saisonrekord ist. "Dazu bräuchten wir im Juli und August noch einmal jeweils eine Million Gäste", gibt Kotinsky zu bedenken. Zum Vergleich: Im "Super-Sommer" 2003 suchten 3,13 Millionen Gäste Abkühlung in den Wiener Sommerbädern.

Allerdings sorgte der Ansturm auch für lange Wartezeiten und teils großen Unmut bei den Gästen: "Zweite Kassa, bitte!", tönte es etwa in der langen Schlange vor dem Angelibad an der Alten Donau - der mehr verzweifelte denn scherzhaft gemeinte Ruf blieb allerdings ungehört. Die Wartezeit betrug bereits um 10.30 Uhr mehr als eine Stunde; vor allem deshalb, weil tatsächlich wie eh und je nur eine Kassa geöffnet hatte: Eltern samt quengelnder Kinder mussten großteils in der prallen Sonne ausharren, einige gaben entnervt auf und suchten woanders einen Schattenplatz in Wasser-Nähe.

"Nur eine Kassa möglich"
Laut Kontinsky sei im Angelibad baulich nur eine Kassa vorgesehen, und da diese computerunterstützt sei, könne auch keine mobile nebenan hingestellt werden. "Früher ist man an solchen Tagen noch mit dem Kartenblock und der Handkassa durchgegangen, das geht heutzutage nicht mehr." Normalerweise würde eine Kassa für ein kleineres Bad auch ausreichen; laut Kotinsky sei es auch in anderen Bädern zu halbstündigen oder noch längeren Wartezeiten gekommen. "Wir appellieren immer, dass sich die Gäste Monatskarten kaufen - dann kann man gleich durchgehen. Schließlich rentieren sich die schon ab vier Mal." (Erwachsene zahlen pro Tag 5 Euro, pro Monat 18,70 Euro). Freilich hätte man sich am Sonntag für die Juli-Karte auch anstellen müssen.

Zumindest in den nächsten Tagen bleibt es weiterhin bei Badewetter: Meteorologen prophezeien zwar keine Rekorde mehr, aber durchwegs Temperaturen jenseits der 30 Grad - am heißesten bleibt es weiterhin in Ostösterreich. Stetig steigen dürfte allerdings die Gewittergefahr. Bereits Sonntagabend kam es in Ober- und Niederösterreich zu lokalen Unwettern mit Starkregen und Hagelschlag. Besonders stark betroffen waren die Mühlviertler Bezirke Freistadt, Perg und Urfahr-Umgebung, wo 900 Feuerwehrleute im Einsatz standen.

Durch die Hitze kann es auch wieder vermehrt zu Unfällen mit Gasthermen kommen: Am Samstag mussten in Wien vier Personen mit Verdacht auf Kohlenmonoxid-Vergiftung in Krankenhäuser gebracht werden; am Sonntag konnte eine leblose Frau in Margareten gerade noch reanimiert werden - sie schwebte vorerst noch in Lebensgefahr. Experten raten, Gasthermen warten zu lassen, da es sonst bei heißem Wetter und Unterdruck in den Wohnungen zu tödlichen Unfällen kommen kann. Doch auch im kühlen Pool ist man vor tödlichem Ausgang nicht gefeit: Bereits am Freitag erlitt eine 68-jährige Pensionistin aus St. Florian (Bezirk Linz-Land) beim Schwimmen im eigenen Pool einen Herzinfarkt. Sie verstarb in der darauffolgenden Nacht im Krankenhaus.




Schlagwörter

Wien, Hitze, Wiener Bäder

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-02 17:38:09


Beliebte Inhalte



Die Stadthalle verliert das Stadthallenbad - zumindest organisatorisch. - APA/HERBERT NEUBAUER
  • Künftig als Kapitalgesellschaft an den Wien-Holding-Konzern angebunden.
  • weiter

Auch wenn das Hochwasser zurückgegangen ist: Durch die Flutung der Neuen Donau könnten Keime aus überschwemmten Kläranlagen im Wasser sein. Das Badeverbot bleibt daher noch aufrecht. - APAweb / EPA / Roland Schlager
  • Schwimmen möglicherweise ab Donnerstag wieder erlaubt.
  • weiter

Am Matzleinsdorfer Friedhof wurde Förster begraben. Sein Grab ist heute aufgelassen. - Gruntzel
  • Förster steht heute im Schatten von Theophil Hansen und Otto Wagner.
  • weiter

Sie schauen hinunter - weil sie auf dem höchsten Gebäude des Landes stehen. - Rösner
  • Die Stadtspitze resümierte auf dem DC-Tower über 2,5 Jahre Koalitionsarbeit.
  • weiter

Diesen Fahrradsattel hat sich eine Bienenkönigin ausgesucht - das Volk folgte. - MA 68 Lichtbildstelle
  • Bienenvolk eroberte Fahrradsattel im 9. Bezirk für sich.
  • weiter

Kindergarten ab eins und Ganztagsschule: für Brandsteidl die beste Lösung. - Radule Bozinovic/KOSMO
  • Stadtschulratspräsidentin hält Trennung von deutsch- und nichtdeutschsprachigen Kindern für wenig sinnvoll.
  • weiter

Erwerb der Erstsprache ist mit Schuleintritt noch nicht abgeschlossen. - Stanislav Jenis
  • An vielen Schulen ist es Kindern untersagt, ihre Erstsprache zu sprechen.
  • weiter

Präzision und Eleganz lassen bei den Pferden zu wünschen übrig, kritisieren Insider. - apa
  • Belegschaft fürchtet um Qualitätsverlust der Traditionsinstitution.
  • weiter

Zu Obdachlosen und Bettlern wurden die Stadttauben degradiert, meinen Tierschützer. - dpa
  • In Meidling traf sich das Who is Who der deutschsprachigen Taubenlobby.
  • weiter

Michael Cramer will den Fahrradtourismus fördern . - Bernold
  • Die Aufregung um das Rad-Thema wird laut Experten bald verschwinden.
  • weiter




Werbung




Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung