• vom 12.07.2012, 12:03 Uhr

Stadtleben

Update: 12.07.2012, 12:10 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Jede zweite vorverpackte Probe belastet

Keimalarm im Geflügel-Regal



  • AK untersuchte Fleisch aus 20 Wiener Geschäften.

Glückliche Hühner sind möglicherweise eine Antwort auf die Keim-Misere.

Glückliche Hühner sind möglicherweise eine Antwort auf die Keim-Misere.Wiener Zeitung / Andreas Pessenlehner Glückliche Hühner sind möglicherweise eine Antwort auf die Keim-Misere.Wiener Zeitung / Andreas Pessenlehner

Wien. Wer in Wien vorverpacktes Geflügel kauft, hat große Chancen, auch den einen oder anderen gefährlichen Keim mit nach Hause zu nehmen. Das hat ein Test der Arbeiterkammer (AK) ergeben, die in 20 Geschäften Proben gezogen hat. Jede zweite war mit dem gesundheitsschädlichen Darmkeim Campylobacter belastet, eine sogar mit Salmonellen. Die gute Nachricht: Keine einzige Probe war am Ablauftag verdorben.

Laut einer AK-Aussendung haben die Campylobacter-Keime inzwischen Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt. Das habe sich auch beim Test gezeigt. So waren die nachgewiesenen Keime etwa gegen bestimmte Wirkstoffe wie Ampicillin - aus der Gruppe der Penicilline - in neun von zehn Fällen immun. Gegen Antibiotika aus der laut AK ebenfalls wichtigen Gruppe der Chinolone waren die Keime in sieben von zehn Proben resistent.

Probleme dürfte es auch bei der Kühlung geben: Die Nachmessungen der Temperaturen in den Vitrinen haben gezeigt, dass in zwei der 20 Kühlanlagen die Lagertemperatur bei über vier Grad Celsius lag. Geflügel sollte laut AK diese Grenze aber nicht überschreiten. Acht Proben hatten über vier Grad Celsius, eine davon sogar über sieben Grad. "Das könnte daran liegen, dass die Kühlung zu oft unterbrochen wurde", vermutete AK-Konsumentenschützer Heinz Schöffl.

Augenscheinlich verdorben war keine einzige Probe: "Sie waren lebensmittelrechtlich einwandfrei. Das heißt, das Fleisch darf nicht blass oder verfärbt sein, nicht sauer oder muffig riechen."

Die Arbeiterkammer verlangt angesichts der Ergebnisse mehr Kontrollen und Maßnahmen gegen den Arzneimitteleinsatz bei Geflügel. "Die Konsumenten brauchen Sicherheit, dass das Fleisch einwandfrei und nicht mit gesundheitsschädigenden Keimen behaftet ist", forderte Schöffl.

Nötig sei eine lückenlose Erhebung des Antibiotikaeinsatzes in der Geflügelmast, der nur "äußerst zurückhaltend" erfolgen sollte. Derzeit werden laut AK 60 Tonnen Antibiotika in der Nutztierhaltung eingesetzt.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-12 12:04:46
Letzte Änderung am 2012-07-12 12:10:39


Beliebte Inhalte



Zerquetscht, durchbohrt, ausgelaufen: Rund 320 Fässer hat die Via Donau aus der Alten Donau gezogen, was mit den Rückständen passiert ist, lässt sich erahnen. Pawelka
  • FPÖ beantragt Bergung aller Fässer, Grüne wollen sich dafür einsetzen.
  • weiter

Parkuhren würden das Drucken von Parkscheinen ersparen. - Rösner
  • Gratisparken wird ausgedehnt, es gelten aber nur Parkscheine und SMS.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Wer wird sie nach Hause tragen? Noch-Eigentümerin Ursula Niemetz oder ein Käufer? - apa
  • Heute, Mittwoch, wird sich weisen, ob Niemetz-Rettung erfolgreich war.
  • weiter

Aufräumen: Die Freiwilligen bargen am 5. Mai rund 100 Fässer (l.). Die Via Donau holte bis Freitag 320 "Auftriebskörper" aus dem Wasser, eine Ölsperre wurde errichtet (r.).
  • In der Alten Donau gammeln hunderte alte Fässer vor sich hin - manche von ihnen enthalten Giftstoffe.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Eine erste Teststrecke beim Westbahnhof wurde grün angemalt. - APAweb / Georg Hochmuth
  • City-Chefin Stenzel: Grüne geben Steuergelder für Parteiwerbeaktion aus.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Neben Rot soll es auch Grün auf den Radwegen geben. - apa
  • Fußgängerbeauftragte plädiert für mehr Rücksichtnahme.
  • weiter

Sascha Zaric beendete eine Rauferei, indem er selbstbewusst die Raufenden anschrie. - Lisi Specht
  • Schüler lernen, wann Diskriminierung anfängt und "der Spaß" aufhört.
  • weiter




Werbung




Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung