
Wien. (fib) Seine Fans vermissen ihn seit Tagen. Schließlich hatten sie sich schon daran gewöhnt, dass er beim Sechshauser Gürtel aus dem Fenster lugt. Die Erklärung für sein Fernbleiben ist allerdings recht einfach: Nach all dem Medienrummel - von Schweizer Zeitungen bis zu deutschen Fernsehkanälen - braucht er Erholung. Er befindet sich auf Urlaub. Dieser führt ihn in die Bundesländer - und in die Redaktionsräume der "Wiener Zeitung" am Wiedner Gürtel.
Ob er zurückkehrt, ist offen
Auch wenn man es ob seines prominenten Platzes am Fenster nicht glauben möchte: Der Gürtelbär ist - ähnlich wie seine WG-Mitbewohner - recht medienscheu, beim Interview gibt er wenig von sich preis. Auch die Frage, wann er von seinem Urlaub zurückkehren wird, will er nicht beantworten. Wird er überhaupt zurückkehren? "Es ist alles offen", sagt der Bär im Interview mit der "Wiener Zeitung". Ihm sei aber klar, dass ihn seine Fans vermissen. Schließlich ist es auch das, was ihn angetrieben hat: Der Blick aus dem Fenster gilt den vorbeigehenden Menschen, ihnen will er "ein Lächeln ins Gesicht zaubern". Damit will er das weitergeben, was er in seiner WG erfahren hat: Herzlichkeit.
In die WG hat es den Bären Anfang Juli verschlagen, als diese gerade eine Party feierte. Da der Bär keine Bleibe hatte, nahmen sie ihn bei sich auf. Seither ist er vollwertiges WG-Mitglied. Und inzwischen hat er nicht nur im Internet zahlreiche Anhänger: Seit einigen Tagen hat er eine Verehrerin, die auf einer Telefonzelle gegenüber des Fensters sitzt und ihn mit Blumen in der Hand anschmachtet. Ob das Interesse auf Beidseitigkeit beruht, wollte der Bär nicht sagen.
Dass es nicht nur Anhänger, sondern auch Bären-Gegner gibt (siehe Facebook), nimmt der zottige Geselle mit Humor. Und nach etwa einer halben Stunde Interview verschwindet er wieder, mit Honig-Glas und "Wiener Zeitung" unterm Arm.