Wien. Der Andrang war riesig, um einiges größer als an anderen Freitagen. Rund 100 Menschen waren zwischen 16.30 und 16.45 Uhr am Rennweg 52 vor und in der Filiale des Wiener Süßwarenherstellers Niemetz.

"Einige waren sogar gestern schon da, weil sie gesagt haben, am Freitag ist sicher viel los", erzählt Frau Erika hinter dem Verkaufstisch. Fast im Sekundentakt gehen die 40-Stück-Packungen Schwedenbomben am späten Nachmittag über den Ladentisch. "Wir haben gewusst, dass wir 'geflashmobbt' werden", sagt Helmut Hamr, der beim Verkauf hilft. "Wir informieren uns auch täglich über Facebook." Er freut sich über die Aktion, immerhin ist der 39-Jährige seit 24 Jahren bei dem Unternehmen, wurde dort angelernt und hat es zum Abteilungsleiter Lager gebracht.
Für den Organisator des Flashmobs, Peter Baumgartner, 35, war es klar, dass er etwas tun müsse, als er von den Problemen der Firma Niemetz gelesen hat. Kurzerhand hat er vor rund eineinhalb Wochen eine Facebook-Gruppe gegründet und zum Flashmob aufgerufen. "Ich bin mit den Schwedenbomben groß geworden", erklärt er seine Beweggründe. "Und ich finde es sehr wichtig, heimische Produkte zu unterstützen." Dass ihn so viele Menschen in seinem Anliegen unterstützen "freit mi Vollgas."

Auch für Peter Karall, 46, und Bettina Brixa, 38, war es selbstverständlich zum Flashmob vorbeizukommen. Auch wenn sie seit rund einem Monat ohnehin öfters in der Filiale ein- und ausgehen, seit sie in der Nähe wohnen. "Wir haben mit einem kleinen Kind nicht so viel Zeit, zum Kuchenbacken, da besorgen wir für Besuch lieber Schwedenbomben." Die kleine Tochter des Paares, Marita, 9 Monate, freut sich immer auf die freundliche Atmosphäre in dem Geschäft. "Sie ist hier schon amtsbekannt", erzählt Mutter Bettina lächelnd.