Wien. Gutes Essen, viele Gratulanten und die liebe Familie um sich: Ein Geburtstagsfest, wie es auch Zweibeiner mögen. Im Wiener Tiergarten Schönbrunn beging man den zweiten Geburtstag von Panda-Männchen Fu Hu am Donnerstagvormittag mit einer ganztägigen Feier. Der seltene Zuchterfolg erregte Aufmerksamkeit rund um den Globus - nur mehr geschätzte 1.600 Vertreter der Spezies mit den Knopfauge dürften in der freien Wildbahn umherstreifen.
Panda-Mama öffnete Fu Hus Geschenke
Panda Fu Hu nahm den Rummel um seine "Person" zwar augenscheinlich nicht wirklich wahr und blieb völlig ruhig, die liebevoll gestalteten, kunterbunten kulinarischen Aufmerksamkeiten schien er aber durchaus zu genießen. Mama Yang Yang, für ihr eher forsches Auftreten bekannt, preschte wie auch im vergangenen Jahr vor und öffnete genüsslich die Präsente. Für ihren mittlerweile 48 Kilogramm schweren Spross blieb aber genug übrig. Die Leckerbissen wie Karotten und Süßkartoffeln sind eine willkommene Abwechslung - derzeit steht bei dem "Teenager" fast ausschließlich Bambus auf dem Speiseplan, 20 Kilogramm pro Tag. Ab und zu gönnt er sich aber durchaus noch einen Schluck Muttermilch. Mit seiner Mutter kuschelte er nach dem Festschmaus ausgiebig und zur Freude der Zuseher auf einem Felsen.
Zwei Kamerateams aus China
Vor dem Freigehege des Publikumsmagneten herrschte am Donnerstag ein Riesenandrang: Selbst zwei Kamerateams aus der fernen Volksrepublik hatten es sich nicht nehmen lassen, dem "Glücklichen Tiger" an seinem Ehrentag einen Besuch abzustatten. Ein irisches Pärchen wiederum schaute extra vorbei, um dem globalen Symbol für Arten- und Naturschutz und seinen Pflegern kleine Präsente vorbeizubringen. Noch bis Herbst ist Fu Hu in Hietzing zu bestaunen, dann tritt er die lange Reise nach China an. Wo die meisten seiner Artgenossen in Gefangenschaft nicht so lange bei der Mutter bleiben dürfen. "Anders als bei uns ist es dort üblich, die Jungtiere mit einem halben Jahr in menschliche Obhut zu nehmen und mit der Flasche großzuziehen" schildete Direktorin Dagmar Schratter auf APA-Nachfrage. Ihr Zoo hat den längeren Verbleib vertraglich vereinbart, und die Expertin ist überzeugt, dass "ihre" Pandas theoretisch auch Chancen in Freiheit hätten. "Allerdings ist der Lebensraum so knapp, dass Auswilderungsversuche derzeit kaum Sinn haben".
Natürlich befalle das Team eine gewisse Wehmut angesichts des nahenden Abschieds, erzählten Mitarbeiter. Allerdings versuche man, sich an der Mutter zu orientieren, die sich zu diesem Zeitpunkt von dem Sprössling abwendet. Auch in der Natur sei dies durchaus üblich. (apa)