• vom 19.09.2012, 09:50 Uhr

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Kunst statt Gebäck aus der Fabrik



  • Das Atelier 10 in der ehemaligen Ankerbrotfabrik wird eröffnet.

Michaela Polacek ist eine der Künstlerinnen und Künstler, die ihre Arbeiten bei der
Eröffnungs-Ausstellung des Atelier 10 erstmals präsentieren. - Barbara Sorge

Michaela Polacek ist eine der Künstlerinnen und Künstler, die ihre Arbeiten bei der
Eröffnungs-Ausstellung des Atelier 10 erstmals präsentieren.
Barbara Sorge

Wien. In der ehemaligen Ankerbrotfabrik in Favoriten wird jetzt Kunst gemacht. Die Galerie Ostlicht ist schon da. Heute, Mittwoch, wird das Atelier 10 mit der Ausstellung "Veränderung an allgemeinen Teilen" feierlich eröffnet. Seit Anfang des Jahres arbeiten zwölf Künstler daran, ihre Werke – zum Großteil erstmals – einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Dass sie das können, ist Teil des Konzepts von Atelier 10, stammen die Künstler, die hier tätig sind, doch aus unterschiedlichen sozialen Randbereichen, können sich zum Beispiel durch psychiatrische Krankheiten oder eine intellektuelle Behinderung nicht ausreichend selbstbewusst mit ihrer Arbeit auf der kulturellen Ebene bewegen.

Information

Atelier 10
10., Puchsbaumgasse 1c/ 5/ 5
www.atelier10.eu

Neben den sozialen Voraussetzungen ist aber das künstlerische Talent ausschlaggebend, um Teil des Atelier 10 werden zu können: "Betreut werden die Künstler hier künstlerisch, nicht sozial", erklärt Atelierleiter Florian Reese das Ziel der Einrichtung. Den Künstlern soll ihr Medium nahe gelegt werden, ohne dass gleichzeitig künstlerischer Einfluss ausgeübt wird: "Da kommt vielleicht der Vorschlag, zum Beispiel Acryllack statt Filzstifte zu verwenden, aber nichts Inhaltliches", führt Reese aus.

Eine künstlerische Ausbildung ist dabei keine Voraussetzung für eine Teilnahme am Atelier-Angebot. Reese macht sich auch auf die Suche in Wohngemeinschaften und Werkstätten, um verborgene Talente zu entdecken. "Manche kritzeln heimlich nebenbei oder machen kleine Dinge, und es wird gar nicht als Kunst wahrgenommen." Augenmerk wird auch darauf gelegt, besonders eigenständige Kunst gefördert wird. Sollte es nicht für einen Fixplatz reichen, gibt es die Möglichkeit, ein vier- bis fünfwöchiges Praktikum zu absolvieren. Danach sollen diese Künstler sich eventuell selbst organisieren und ihre Bilder zeigen können.

Kein heiliger Ort des Gestaltens

"Das Atelier ist einmal voll, dann ist wieder kaum was los. Die Leute wissen, dass sie hier ihren Platz haben", erzählt Atelierleiter Florian Reese. 20 Künstler haben in der derzeitigen Aufteilung Platz, zwölf werden im Moment betreut, einige davon arbeiten aber lieber zu Hause.

"Das Atelier ist einmal voll, dann ist wieder kaum was los. Die Leute wissen, dass sie hier ihren Platz haben", erzählt Atelierleiter Florian Reese. 20 Künstler haben in der derzeitigen Aufteilung Platz, zwölf werden im Moment betreut, einige davon arbeiten aber lieber zu Hause.Barbara Sorge "Das Atelier ist einmal voll, dann ist wieder kaum was los. Die Leute wissen, dass sie hier ihren Platz haben", erzählt Atelierleiter Florian Reese. 20 Künstler haben in der derzeitigen Aufteilung Platz, zwölf werden im Moment betreut, einige davon arbeiten aber lieber zu Hause.Barbara Sorge

Das Atelier in der Puchsbaumgasse ist ein heller, weitläufiger und hoher Raum. Theoretisch ist auch Objektbauerei möglich, "es sollte aber nicht zu laut sein", so Reese. Im Moment wird vorrangig, wenn auch mit unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Stilrichtungen, gezeichnet und gemalt. Jeder Künstler hat seine eigene Nische. In dieser Form hätten derzeit bis zu 20 Künstler Platz, im Moment werden 12 durch das Atelier 10 betreut. Einige von ihnen arbeiten aber lieber zu Hause, weil sie außerhalb der Öffnungszeiten (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr) am kreativsten sind. Auch sie werden unterstützt, denn: "Das Atelier ist kein heiliger Ort der Gestaltung", so Reese. Sie nutzen die Möglichkeiten des Ateliers für Ausstellungen oder zur Öffentlichkeitsarbeit.

Andreas Maurer vor seinen Kunstwerken.

Andreas Maurer vor seinen Kunstwerken.Barbara Sorge Andreas Maurer vor seinen Kunstwerken.Barbara Sorge



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-18 19:51:36
Letzte Änderung am 2012-09-18 20:29:22


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