• vom 19.09.2012, 18:09 Uhr

Stadtleben

Update: 19.09.2012, 20:56 Uhr
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Laut Ernährungswissenschafter essen die Wiener zu viel Fleisch

Tofulaberl ersetzt Stelze des Wieners nicht


Von Christian Rösner

  • "Ovo-lakto-vegetabile" Ernährung laut Experten als fleischlose Ernährung zu empfehlen.

Wien. Die Wiener essen und trinken gerne viel und gut. Dieser Wunsch ist ihnen - wie im Übrigen allen Österreichern - gleich wichtig wie eine schöne Wohnung oder ein schönes Haus zu besitzen, so eine Studie des Gesundheitsministeriums. Gleichzeitig sind hierzulande zwei von fünf Erwachsenen sowie jedes fünfte Kind übergewichtig. Und das liegt mitunter an den Ernährungsgewohnheiten, die oft einseitig sind.

Tofu ist zwar eine gute Alternative , ersetzt aber nicht alle tierischen Nährstoffe.

Tofu ist zwar eine gute Alternative , ersetzt aber nicht alle tierischen Nährstoffe.© © Tetra Images/Corbis Tofu ist zwar eine gute Alternative , ersetzt aber nicht alle tierischen Nährstoffe.© © Tetra Images/Corbis

In einer Woche wird der alle vier Jahre erscheinende Ernährungsbericht des Gesundheitsministeriums präsentiert - der laut Insidern den bestehenden Trend bestätigen wird: Der Fleischkonsum nimmt weiter zu. 40,1 Kilo Schweinefleisch pro Kopf und Jahr waren es immerhin laut der letzten Erhebung 2008, gefolgt von 12,2 Kilo Rindfleisch und 11,1 Kilo Geflügel. Dass bedeutet, dass der Durchschnittsösterreicher sechs Mal pro Woche Schweinefleisch isst, zweimal Rind und einmal Geflügel - "empfohlen werden aber nur drei Portionen Fleisch pro Woche", erklärt Petra Rust vom Institut für Ernährungswissenschaften an der Uni Wien in einem Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Die Dosis macht das Gift: Zu viel Fleisch ist ungesund.

Die Dosis macht das Gift: Zu viel Fleisch ist ungesund.© Ars Ulrikusch - Fotolia Die Dosis macht das Gift: Zu viel Fleisch ist ungesund.© Ars Ulrikusch - Fotolia

Dazu passt auch eine weitere Studie des Ministeriums aus dem Jahr 2010, die besagt, dass die Österreicher am liebsten Hausmannskost und bodenständige Küche haben. Zu internationalen Speisen sowie auch zu leichten, fettarmen und fleischarmen Gerichten werde hingegen weniger oft gegriffen als früher. "Hausmannskost heißt überwiegend fleischbetont", meint Rust. "Und wenn man sich den Verbrauch von Fleisch ansieht, dann bemerkt man, dass er weiter steigt."

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43 Gramm empfohlen, 103 Gramm gegessen
Laut Rust werden durchschnittlich täglich 103 Gramm rotes Fleisch verzehrt - wobei das Soll bei 43 Gramm liegen würde. Nicht selten wird dem Körper damit auch viel tierisches Fett zugeführt. Eine Studie bei Wiener Berufsschülern und AHS-Schülern hat 2008 etwa ergeben, dass deren Ernährung zu reich an Fett ist - insbesondere was die gesättigten Fettsäuren, tierische Proteine und Zucker betrifft. Aber sie ist zu arm an komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Ist fleischlose Ernährung also gesünder? Laut Jürgen König, Universitätsprofessor für Spezielle Humanernährung am Institut für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien, gibt es keine klare Antwort auf diese Frage. So wie es laut dem Experten auch keine "gesunden" Lebensmittel an sich gibt. Es gibt nur gesundes Ernährungsverhalten. Und wie dieses aussieht, darüber scheiden sich die Geister - "allerdings nur in den Detailbereichen", betont der Professor. "Die Kernbotschaften sind nämlich immer dieselben." Und die lauten grob zusammengefasst: mehr Vollkorn, mehr Obst und Gemüse, weniger Fleisch, mehr Fisch, mehr (fettarme) Milchprodukte - "und von allem generell ein bisschen weniger plus mehr Bewegung", so König.




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Ernährung

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-19 18:15:10
Letzte Änderung am 2012-09-19 20:56:36


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