Wien. Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Englisch, Russisch, Japanisch, Chinesisch, ja sogar Esperanto und Gebärdensprache werden heute, Mittwoch, am Tag der Sprache in Schnupperkursen in Wien angeboten. Der Kulturklub der Tschechen und Slowaken in Österreich bietet eine Lesung über den Widerhall des Zweiten Weltkrieges in der tschechischen und slowakischen Literatur an. Die Österreichische Nationalbibliothek liest Liebesgedichte auf Esperanto. Was beim Programm-Folder aber auffällt: Türkisch kommt gar nicht vor - die Sprache einer der wichtigsten Migrationsgruppen in Wien.

Das sei natürlich keine Absicht, versichert die Organisatorin des Tages der Sprache in Österreich, Michaela Ortner vom Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ). Die Auswahl der Sprachen sei jedes Jahr eine andere. Die Sprecherin der Volkshochschulen Wien (VHS) Daniela Lehenbauer weist auf die Homepage der VHS Wien hin, wo auch Türkisch-Kurse im Rahmen des Sprach-Tages angeboten werden.
Das ÖSZ koordinierte den Tag der Sprache in ganz Österreich. Die Volkshochschulen Wien arbeiteten das Programm für die Volkshochschulen und die Stadt-Büchereien aus. Darüber hinaus nehmen weitere Institute an dem Tag der Sprache teil.
Die "Sprachenbim", die vergangenes Jahr noch durch Wien fuhr, bekam keine EU-Förderung mehr. Deshalb hat man sich laut ÖSZ heuer für fixe Standorte entschieden, an denen Schnupperkurse angeboten werden. Statt der Sprachenbim gibt es laut Ortner mobile Dolmetschkabinen, wo der Besucher live vorgetragene Reden wahlweise in seine Mutter- oder in eine Fremdsprache dolmetschen lassen kann.
Französisch und Italienisch am Yppenplatz
Neu sind Kindersprachkurse am Yppenplatz im 16. Bezirk. Kinder haben ab 14.30 Uhr bis 17 Uhr am Yppenplatz die Möglichkeit erste Kenntnisse in den Sprachen Französisch, Polnisch, Spanisch, Italienisch, Tschechisch sowie Englisch zu sammeln. Der Yppenplatz ist ein mittlerweile bekannter Platz neben dem Brunnenmarkt, wo viele Bevölkerungsgruppen zusammenkommen. Viele Kinder beherrschen ihre Muttersprache noch nicht sehr gut und auch nicht Deutsch als Zweitsprache. Ob nicht Deutsch oder Ostsprachen die besseren Angebote wären? "Wir werden uns das heuer einmal ansehen", sagt Lehenbauer, "Wenn wir sehen, dass etwa Deutsch mehr gefragt werden würde, dann werden wir das nächstes Jahr auch anbieten."
