• vom 04.10.2012, 06:00 Uhr

Stadtleben

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"Endlich sind wir beim Wein wieder auf der Butterseite"


Von Christian Rösner

  • Der Wiener Winzer Fritz Wieninger erwartet einen "perfekten Jahrgang".

"Wiener Zeitung": Sie sind gerade beim Weinlesen - ist ein guter Jahrgang zu erwarten?

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Fritz Wieninger: Das wird nach 2011 sicher der zweite gute Jahrgang in Folge - und das kann ich schon sagen, obwohl die spätreifenden Sorten wie Merlot und Cabernet noch gar nicht begonnen wurden. Es ist alles unglaublich gesund, es schaut gut aus und das Wetter spielt für uns: Endlich haben wir nach drei Jahren wieder eine gscheite Ernte. Österreichweit sieht es nämlich gar nicht so rosig aus - aber in Wien sind wir endlich wieder auf der Butterseite. Und das haben wir uns auch verdient.

Ist das der Hitzeperiode im Sommer zu verdanken?

Das kommt drauf an. Je wärmer, desto schwieriger ist es für die frischen, fruchtigen, leichteren Weine, dafür umso besser für die kräftigeren, späteren Sorten - und natürlich um so besser für die Rotweinproduktion. Den perfekten Jahrgang für beides gibt es nur sehr selten.

Und wie sieht es heuer mit dem Gemischten Satz aus?

Der Gemischte Satz hat den Vorteil, dass er aufgrund des Anteils von säurereichen späteren Sorten eher dankbar ist. Wir ernten gerade einen unserer Top-Weine, den "Nussberg Alte Reben", die ersten fünf, sechs Kisten sind bereits voll - und ich bin schon sehr aufgeregt.

Also kann man zur Stunde noch nichts sagen?

Zur Stunde kann ich sagen, dass es ein reifer Jahrgang wird. Die besonders warmen Jahrgänge schauen eigentlich anders aus als der jetzige. Normalerweise sind sie von großer Trockenheit gekennzeichnet. Das war aber heuer in Wien nicht der Fall: Es war warm und trotzdem von Niederschlag durchwachsen. Und wenn es ein Wasserproblem gab, dann mehr im Frühjahr. Aber in den alten Weingärten gab es keine Probleme. Demnach könnten heuer sowohl Weiß als auch Rot richtig gut werden.

Hat sich eigentlich etwas an der Situation im Zusammenhang mit den Grundstückspekulanten in den Wiener Weinbaugebieten geändert?

Leider nicht. Es wird weiter gekauft und gehalten. Als kleiner Weinbauer und Pächter kann man sich jetzt schon brausen gehen, wenn ein neuer Besitzer mit einer Räumungsklage kommt. Als Weinbauer ist man ja schon Trottel der Nation - wir pflegen das Umfeld am Stadtrand, jeder klopft uns dankbar auf die Schultern. Aber sobald man etwas braucht, ist keiner zuständig.

Fritz Wieninger
rückte in den vergangenen Jahren den Wiener Gemischten Satz wieder ins Rampenlicht. Den Auftakt bildete 1999 der Nußberg Alte Reben. Mittlerweile exportiert der Winzer in 29 Länder. Wieninger absolvierte 1985 die Höhere Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg und übernahm 1987 die Weinproduktion am Weingut. 2006 übernimmt er als Gründungsmitglied den Vorsitz von WienWein und 2009 den vom Wiener Gemischten Satz.




Schlagwörter

Wein, Fritz Wieninger

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-03 17:20:42
Letzte Änderung am 2012-10-03 17:29:57


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