(rös) Die 260 Wiener Winzer (exkl. Hobbyweingärtner) bewirtschaften nach Daten des Wiener Rebflächenverzeichnisses insgesamt eine Fläche von 687 Hektar. 619 Hektar davon sind bepflanzte Rot- und Weißweinflächen, 67 Hektar sind gerodet (Bodengesundung) oder Brache.
Die Wiener Rebfläche verteilt sich auf sieben Bezirke (Döbling, Floridsdorf, Währing, Liesing, Favoriten, Hernals, Ottakring), wobei 87 Prozent aller Weingärten im 19. und 21. Bezirk liegen. Was die Besitzverhältnisse betrifft, so sind von den
Wiener Weingärten 57 Prozent der Gesamtfläche in Pacht und 42 Prozent werden als Eigenfläche bewirtschaftet.
Weniger Buschenschanken
Auffällig ist, dass die Zahl der Buschenschankanmeldungen leicht zurückgeht. So wurden im Jahr 2010 insgesamt nur 104 neue Buschenschanken angemeldet (im Jahr 1992 waren es noch 159 neue Anmeldungen).
In den letzten Jahren wurde besonders die Tradition des Wiener Gemischten Satzes gepflegt. Diesem Trend folgend dehnt sich die Anbaufläche für Weißweine um 1,5 Prozent auf 500 Hektar (80 Prozent) aus. Das Anbauareal für Rotweine verkleinert sich geringfügig auf 118 Hektar (19 Prozent).
1,97 Millionen Liter Wein
Die Weinernte in Wien betrug im Jahr 2011 laut Statistik Austria 1,97 Millionen Liter. Verglichen mit dem Vorjahr ergibt das einen Anstieg um 4 Prozent. Die Weinmenge liegt daher noch geringfügig unter dem Jahresdurchschnitt von rund 2,4 Millionen Liter. Der erfreuliche Zuwachs resultiert aus den günstigen Wetterbedingungen in den Blütenmonaten sowie während der Lesezeit.
Laut dem Wiener Landwirtschaftsbericht 2011 der Statistik Austria bleibt der Weißwein in Wien weiter dominierend. Von den Anteilen der einzelnen Sorten führt nach wie vor der Grüne Veltliner (33 Prozent) vor dem Rheinriesling (16 Prozent), dem Weißburgunder (11 Prozent) und dem Wiener Gemischten Satz (9 Prozent) - wobei die im Rebflächenverzeichnis erfasste Fläche des Wiener Gemischten Satzes nicht den Kriterien der neuen Weinbezeichnungsverordnung entspricht, daher weicht die tatsächliche Produktionsfläche stark von der erfassten ab.
Neue Verordnung seit 2011
Seit 1. April 2011 gilt im Übrigen eine neue Weinbezeichnungsverordnung für den Wiener Gemischten Satz. Durch diese Regelung wird sowohl dem Wiener Gemischten Satz als auch dem Weinbaugebiet Wien ein schärferes Profil verliehen:
Der Wiener Gemischte Satz ist ein Weißwein aus einem Jahrgang.
Der Wiener Gemischte Satz stammt aus einem Wiener Weingarten und muss mit zumindest drei Rebsorten bepflanzt sein, die gemeinsam gelesen und verarbeitet werden.
Die Hauptweinsorte darf nicht mehr als 50 Prozent ausmachen, die drittgrößte Sorte muss zumindest 10 Prozent betragen.
Der Wiener Gemischte Satz muss in Wien hergestellt und abgefüllt werden und darf keinen stark schmeckbaren Holzeinsatz aufweisen.
Insgesamt werden 400.000 Arbeitsstunden pro Jahr zur Erhaltung des Weinbaugebietes aufgewendet. Darüber hinaus sind die Weingebiete ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der landschaftlichen Vielfalt und Impulsgeber für Erholung und Tourismus.