Das Kunsthistorische Museum ist immer noch dabei. Obwohl es in seiner Geschichte nicht gerade die beste Erfahrung mit langen Nächten gemacht hat. Es war aber eine "Lange Nacht der Musik", die der Saliera-Dieb 2003 genützt hat.

Und keine "Lange Nacht der Museen", wie sie an diesem Samstag zum 13. Mal in ganz Österreich und Liechtenstein stattfindet. Im vergangenen Jahr gab es zwar mit 411.000 nachtaktiven Museumswanderern erstmals keinen Besucherrekord. Aber der Trend kann sich ja heuer wieder ändern.
677 Museen und Galerien nehmen in der diesjährigen Ausgabe der Langen Nacht teil und haben von 18 bis 1 Uhr Früh geöffnet, Shuttle-Busse verbinden die Locations bequem. Zum Beispiel auch das Palais Liechtenstein in Wien. Die Gelegenheit sollte man nützen, hat das Museum doch seinen regulären Betrieb mit Anfang des Jahres eigentlich eingestellt und ist nur mehr nach Anmeldung zu besuchen. Viele Museen haben sich dem Volksfest-Charakter der Veranstaltung entsprechend besondere Attraktionen einfallen lassen. Die Albertina etwa wird sich - passend zur laufenden Ausstellung "Kaiser Maximilian und die Kunst der Dürer-Zeit" - in eine mittelalterliche Burg samt Gauklern und Turnierkämpfen verwandeln.
Brücke zu Klimt
Das Kunsthistorische Museum wiederum gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die im nächsten Frühjahr eröffnende Kunstkammer und wartet mit vergoldeten Skihelmen und einer Schaugoldschmiede auf.
Im Klimt-Jahr darf der Jubilar auch in der Langen Nacht nicht fehlen: Im Kunsthistorischen Museum kann man trotz beendeter Ausstellung auch weiterhin die "Klimt-Brücke" besteigen und Klimts Werke aus nächster Nähe ansehen. Nach mehreren Jahren Pause ist auch die Klimt Villa Wien wieder zu besichtigen. Klimt ist auch im Belvedere zu sehen, da widmet man sich aber auch weniger hehren Begehren: Das Ensemble des Musicals "Elisabeth" stellt sich für Fotos mit Fans im historischen Ambiente zur Verfügung.
Abwechslung zur Kunst
Überhaupt wird wie üblich überall für Abwechslung zum Kunstgenuss gesorgt. Im Völkerkundemuseum gibt es einen Markt der Völker, wo nicht nur Kunsthandwerk feilgeboten wird, sondern auch Kaffee nach äthiopischer Tradition gebraut und südamerikanischer Schmuck gebastelt wird. Auf die Interaktion wird nicht nur hier viel Wert gelegt. In der Nationalbibliothek werden Blitzkurse für Kunstsprachen angeboten. Von Esperanto bis zu Klingonisch: "Quapla!" (heißt "Viel Erfolg"). Im Museum für Angewandte Kunst lernt man gar das richtige Schneiden von Schnittlauch.

Und dann schlägt natürlich auch heuer in der Langen Nacht die Stunde der kuriosen kleineren Museen. Vom Schokomuseum über das Schuh-Museum und das Bestattungsmuseum bis zum Altwiener Schnapsmuseum. Ferry Ebert, der ehemalige Automatenkönig ist zum zweiten Mal mit seinem "Enkelkinder-Museum" bei der Veranstaltung dabei. Diesmal hat er sich eine besondere Aktion ausgedacht: Zwei Damen im PEZ-Look werden an die ersten Interessenten am Samstag Abend 300 PEZ-Spender verschenken - und zwar Replikate des ersten Modells aus dem Jahr 1940. Wer zu spät kommt, hat Pech gehabt. Aber es gibt trotzdem noch einige Originalautomaten zu erwerben - vom Tic-Tac-Spender bis zur Durex-Maschine.
Apropos Durex: Einen Coup hat ziemlich sicher das Leopoldmuseum gelandet: Dort wurde rechtzeitig vor der Langen Nacht eine begehbare Skulptur von Ilse Haider aufgestellt. Sie zeigt einen nackten jungen Mann. Das Motiv für das Erinnerungsfoto an die Lange Nacht der Museen 2012 ist für die meisten also wohl fix.
Wien. Es ist entschieden: Die zum Meinl-Imperium gehörende Heidi Chocolat mit Sitz in Rumänien kauft den insolventen Wiener Schwedenbombenhersteller...weiter