Wien. In der Zwischenzeit hat man sich schon fast an die Baustelle gewöhnt. Seit dem Jahr 2007 wird gebohrt und gehämmert. Die verschlungenen Wege, die man beschreiten musste, wenn man etwa zum City Airport Train (CAT) wollte oder auch nur zur U-Bahn, wurden zur Gewohnheit. Die Symbole Information oder WC sind schon längst durchgestrichen, die großen Anzeigetafeln mit den Zügen nach Mödling oder Wiener Neustadt eingerüstet. Jetzt ist es in Bälde vorbei damit: Am 6. November wird das Gebäude offiziell eröffnet und am Donnerstag 8. November beginnt "Wien Mitte The Mall" seinen Teilbetrieb. Die endgültige Fertigstellung soll im April 2013 folgen.
Holprig hat es begonnen. Der Umbau von Wien Mitte hat mittlerweile eine 25-jährige Projekt-Geschichte. Im Jahr 2003 war es dann so weit. Das Bauprojekt wurde beschlossen. Doch der ursprünglich von Arge Wien Mitte (die Architekten Ortner & Ortner und Neumann & Steiner) geplante 97 Meter hohe Büro-Turm, neben anderen Türmen, wurde von Bürgerinitiativen und der Unesco verhindert. Diese Höhe sei unvereinbar mit dem Weltkulturerbe "City", hieß es. Die Stadt musste nochmals ausschreiben.
Das Gutachterverfahren gewann schließlich das Architekten-Duo Henke und Schreieck. Sie planten den jetzigen Gebäudekomplex mit einem 70-Meter-Hochhaus. Die Durchführung hat anschließend wieder die Arge Wien Mitte übernommen, die jahrelang die planenden Architekten waren, bereits den Bauauftrag erhalten und Verträge mit den Bauherren BAI abgeschlossen hatten.
Auf einer Bruttogeschoßfläche von 150.000 Quadratmetern sind Büros, Geschäfte und Gastronomie inklusive Markthalle angesiedelt. In dem 30.000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum eröffnen insgesamt 60 Shops. Zudem wird es Parkdecks mit 500 Stellplätzen geben. Mit der Eröffnung des Gebäudes am 6. November ziehen die ersten Mieter ein. "86 Prozent der Fläche sind bereits vermietet", so BAI-Geschäftsführer Thomas Jakoubek zur "Wiener Zeitung".
Die einzelnen Finanzämter, die an diesem Standort (Marxergasse) zusammengefasst werden, übersiedeln bis Jahresende. Mit der Teileröffnung will Jakoubek die Grundfunktionen im Zentrum erfüllen. "Aus diesem Grund beginnen wir mit der Eröffnung der Gastronomie und der Geschäfte", so Jakoubek. Details der Planung mussten laufend verändert werden. Die städtebauliche Vorgabe sei der erste Schritt, dann werde im Zuge der Umsetzung die Planung auf die aufkommenden Bedürfnissen ausgerichtet. "Den Ergebnissen muss man sich schrittweise nähern", so Jakoubek.
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