Wien. Der Fußgängerübergang über die Neue Donau ist schon zur Seite geschoben, die Zugänge nach oben geklappt. Die Schnell-Verbindung zwischen den beiden Lokalmeilen bei der Reichsbrücke - der "Sunken City" auf der Donauinsel und der "Copa Cagrana" am linken Ufer - ist bereits eingezogen worden. "Wenn es zum ersten Mal kalt wird, ist die Saison vorbei", erzählt Norbert Weber, der die Lokale an der "Copa Cagrana" verpachtet. Ende September sei das gewesen. Nun wird aufgeräumt, werden die Lokale winterfest gemacht. Ende Oktober kommt dann ein Statiker, der sich das alles noch einmal anschaut, werden Elektrizität und Wasserversorgung für die Winterpause abgedreht. Einige Pächter - 17 waren es in der abgelaufenen Saison - würden umbauen, um sich auf die Saison 2013 vorzubereiten, die Mitte April beginne, erzählt Weber.

"Es war ein sehr schöner Sommer, wir waren sehr gut besucht", freut sich Weber. Auch die zweimonatige Sperre der U1, der Hauptzubringerin für die Lokale, hätte dem Besucherstrom keinen Abbruch getan. Genaue Zahlen kann er keine nennen, in den vergangenen zwei Saisonen sei die Zahl der Gäste bei rund zwei Millionen gelegen: "Dieses Jahr waren es wegen des schönen Wetters deutlich mehr", ist Weber überzeugt.
Seit 1986 heißt das Areal am Fuße der Hochhäuser am Ufer der Donau im 22. Bezirk "Copa Cagrana". Der Name setzt sich in Anlehnung an die Copacabana in Rio de Janeiro (Brasilien) aus den Worten "Copa" wie Strand und "Cagrana" wie dem Donaustädter Bezirksteil Kagran zusammen. Gegenüber, auf der anderen Seite der Neuen Donau, die als Entlastungsgerinne bei Hochwasser fungiert - wodurch bei solchen Naturereignissen die beiden Flächen überflutet werden -, befindet sich die "Sunken City" mit weiteren Lokalen, Restaurants, Bars und Beisln. Ihr Wahrzeichen ist ein Leuchtturm: Dieser war einst ein Bühnenrequisit bei den Bregenzer Festspielen und wurde 1997 auf die Insel gebracht.
Im Clinch mit der Stadt
Während in der "Sunken City" im Sommer Feierlaune und Partystimmung vorherrscht, ist die "Copa Cagrana" immer wieder wegen desolater Gebäude, die abgerissen werden müssen, in den Medien. Im vergangenen April führte ein Abwasser-Austritt zu einem Behördeneinsatz, Weber meinte damals, es sei ein Vandalenakt gewesen. Im Einsatzbericht der zuständigen MA45 (Wiener Gewässer) hieß es, dass der Abwasser-Hauptstrang unterdimensioniert ist und der Fettabschneider für die vorhandenen Lokale nicht regelmäßig gereinigt wird. Ende Juni wurden aufgrund baubehördlicher Bescheide zwei nicht genehmigte Verkaufsstände abgerissen, die nicht innerhalb einer gesetzten Frist vom Pächter entfernt worden waren.
