• vom 10.04.2013, 06:00 Uhr

Stadtleben


Verpartnerung

Zwei Frauen und ein Ja-Wort




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Von Sabine Karrer

  • Die Verpartnerung in Wien ist nicht ganz einfach - gegenüber der Eheschließung gibt es Nachteile
  • Eine kleine Odyssee zum großen Tag - Trauzeugen dürfen nicht unterschreiben.

Wenn gleichgeschlechtliche Paare in Wien im Rahmen der Eingetragenen Partnerschaft heiraten wollen, kommt das einem Hürdenlauf gleich. - © fotolia

Wenn gleichgeschlechtliche Paare in Wien im Rahmen der Eingetragenen Partnerschaft heiraten wollen, kommt das einem Hürdenlauf gleich. © fotolia

Wien. Wer den Bund fürs Leben schließt, sollte sich wirklich sicher sein. Michaela und Vera waren lediglich verunsichert durch die Odyssee, die sich angesichts ihrer Eingetragenen Partnerschaft anbahnte: "Was bei der normalen Eheschließung möglich ist, gilt für uns offenbar nicht", klagen die beiden.


Wer sich - so wie im Vorjahr insgesamt 179 gleichgeschlechtliche Paare - in Wien verpartnern lassen möchte, muss sich an die MA 35 in Margareten wenden. Wünscht das Paar eine Zeremonie auf einem anderen Standesamt, ist dort zuvor ein Termin zu vereinbaren. Obwohl sie sich intensiv erkundigt hatten, war das Michaela und Vera nicht bekannt. "Wir sind voller Vorfreude aufs Magistrat gefahren. Es geht ja nicht um irgendwas, sondern um den schönsten Tag im Leben", erzählt Vera. "Und dann mussten wir erfahren, dass wir nicht nur vorher einen Termin beim Standesamt hätten ausmachen müssen, sondern auch, dass die Kassa trotz Öffnungszeiten bis 17.30 Uhr schon um 16.45 schließen sollte und dass die Mitarbeiterin dort angeblich drei Stunden für die Eingabe braucht." Letzteres sollte sich später als Fehlinformation herausstellen, denn bei einem neuerlichen Termin war die Datenaufnahme in weniger als 30 Minuten erledigt. Von früheren Kassaschließungen will zumindest die Leiterin der MA 35, Beatrix Hornschall, nichts wissen.

"Uns fehlt der Bräutigam"
Gerne hätte das Brautpaar in spe das Anmeldeformular online an das Magistrat geschickt. Aber während das bei der Eheschließung möglich ist, gibt es keinen Link auf der entsprechenden help.gv.at-Seite. Zudem wird am Formular nach Braut und Bräutigam gefragt. "Wir mussten der Beamtin erst erklären, dass uns der Bräutigam fehlt und wir deswegen den Termin nicht online reservieren konnten." Stimmt nicht ganz, sagt Hornschall: "Der Online-Trauungskalender steht selbstverständlich auch Partnerschaftswerbern zur Verfügung. Viele Paare nutzen diesen auch und sehen über den derzeitigen Mangel, dass die Diktion auf Brautpaare ausgerichtet ist, hinweg." Allerdings arbeite man daran, die Online-Reservierung entsprechend anzupassen.

Zur Zeremonie fanden sich das Brautpaar, ihre Familien und die beiden Trauzeuginnen an einem Tag im März vor dem Trauungssaal am Floridsdorfer Spitz ein. Egal, die Vorfreude bei allen war groß. Moment, Trauzeuginnen?

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Schlagwörter

Verpartnerung, Reportage

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-04-09 17:26:05
Letzte Änderung am 2013-04-09 17:28:56




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