• vom 10.12.2014, 16:53 Uhr

Stadtleben


Obdachlose

Für Essen und Schlafsack




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  • Rekord bei der Ausgabe von warmen Mahlzeiten, Caritas sammelt für das "Gruft"-Winterpaket.

Immer mehr sind von Wohnungslosigkeit bedroht.

Immer mehr sind von Wohnungslosigkeit bedroht.© apa/Formanek Immer mehr sind von Wohnungslosigkeit bedroht.© apa/Formanek

Wien. Einige hundert Menschen leben in Wien auf der Straße. Sinken die Temperaturen, kann das lebensbedrohlich werden. Deshalb schnürt die Caritas auch wieder ein Winterpaket. Für eine Spende von 50 Euro erhält ein Obdachloser einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit. "Das bedeutet ein echtes Stück Überlebenshilfe", betonte Caritas-Präsident Michael Landau am Mittwoch. Erlagscheine liegen in den meisten Bankfilialen auf, auch über die Homepage www.gruft.at können die Bankdaten abgerufen werden. Dort ist auch aufgelistet, was in der Betreuungsstelle gebraucht wird.

"Die Stadt hat heuer die Maxime ausgegeben, kein Mensch soll auf Wiens Straßen frieren müssen. Das ist gut und richtig, aber erst in den kommenden Wochen werden wir sehen, ob das Angebot ausreicht", meinte Landau. Denn trotz der Aufstockung der Betten mit Anfang November seien sowohl die "Gruft" in Mariahilf als auch die zweite Einrichtung in Währing bereits jetzt voll belegt.


Und nicht alle obdachlose Menschen kommen zu den Betreuungszentren - umso wichtiger seien daher Kältebus und Nachtstreetworker, die nicht nur Hauben, Schlafsäcke oder Schuhe verteilen, sondern häufig "das letzte Netz" und ein "mögliches Ticket zurück in die Mitte der Gesellschaft" darstellen würden. "Wir haben uns intensiv auf die Kälte vorbereitet", erklärte Landau. Statt dreimal in der Woche sind die Streetworker jeden Tag unterwegs, die Leitungen des Kältetelefons (01/480 45 53) sind ebenfalls 24 Stunden am Tag besetzt.

"Nummer ins Handy speichern"
Hier appellierte der Caritas-Präsident ebenfalls an die Wiener: "Je mehr Menschen die Nummer in ihr Handy einspeichern, umso zuverlässiger können unsere Streetworker dort sein, wo sie gebraucht werden." Und sie werden gebraucht, denn: "Die Krise hinterlässt auch in dieser Stadt ihre Spuren. Die Not steigt und damit auch der Spendenbedarf", meinte Landau. Durch den steigenden Druck an den Rändern der Gesellschaft seien immer mehr Wiener von Wohnungslosigkeit bedroht - in den vergangenen drei Jahren ist ihre Zahl um 27 Prozent gestiegen.

Das zeigt auch die Bilanz der Caritas: "So viele warme Mahlzeiten wie heuer mussten wir in der Geschichte der Caritas noch nie ausgeben", betonte Landau. Von Jänner bis Ende November waren es 106.372 - also rund 400 Essen pro Tag. Erstmals kletterte die Marke über 100.000 - für den Caritas-Präsidenten ein "trauriger Negativrekord". Vor zehn Jahren seien es nur 72.000 Mahlzeiten jährlich gewesen.




Schlagwörter

Obdachlose, Gruft, Caritas

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Dokument erstellt am 2014-12-10 16:57:05




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