"Frauenhäuser sind eine unverzichtbare Anlaufstelle und nicht wegzudenken", meint Frauenberger, "dies belegt unsere Auslastungszahlen." Dieses Jahr fanden bisher 274 Frauen in einem der vier Frauenhäuser Schutz. Das sind um rund 10 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2008. Zusätzlich stieg die Zahl der Kinder, die mit ihren Müttern kommen, von 213 auf 260. Auch bei den Beraterkontaktaufnahmen und der Anruferbetreuung gibt es eine steigende Nachfrage-Tendenz.
Die Frauenhäuser bieten insgesamt 40 Wohnungen, in denen im Vorjahr 71 Frauen und 77 Kinder betreut werden, als Starthilfe für Frauen an. Dort werden Frauen psychisch gefestigt und es wird ihnen ermöglicht, eine eigenständige Existenz aufzubauen. "Bis 2010 wird dieses Angebot auf 50 Wohnungen aufgestockt", kündigt die Frauenstadträtin an.
Frauen suchen laut der Stadträtin aufgrund körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt Frauenhäuser auf. Sieben Prozent der Frauen benötigen Zuflucht wegen einer drohenden oder bereits erfolgten Zwangsverheiratung.
SPÖ, ÖVP und Grüne sind sich einig: Der Ausbau der Frauenhäuser ist dringend notwendig. "Jede Frau und jedes Kind sollen im Falle des Falles einen Platz bekommen", erklärte ÖVP-Frauensprecherin Barbara Feldmann in einer Reaktion. Weiters soll durch eine breit angelegte Aufklärungskampagne in Schulen der Trend der steigenden Gewalt an Frauen gestoppt werden, fügt Feldmann hinzu. Die Frauensprecherin der Grünen, Monika Vana, fordert zusätzlich einen Ausbau von Gewaltschutzmaßnahmen wie zum Beispiel die soziale Absicherung von Frauen, rechtliche Verbesserung im Gewalt- und Opferschutz, gesellschaftliche Aufklärung über Frauenrechte und Zusammenarbeit vom Bund und Wien.
Auf Frauen zugegangen
Dass die Nachfrage nach Frauenhäusern zunimmt, liegt nicht an zunehmender Gewalt, sondern der intensiven Öffentlichkeitsarbeit der letzten Jahre, erklärt eine Sprecherin von Frauenberger gegenüber der "Wiener Zeitung". Auf diese Weise wurden viele junge Frauen angesprochen. Ältere Frauen konnten dadurch nicht so gut erreicht werden und suchen nur vereinzelt Zuflucht. Dieser Umstand soll durch Aktionen in Spitälern und Pflegehäusern verbessert werden.