• vom 11.01.2016, 20:35 Uhr

Stadtleben


Schule

Das große Rennen








Von Ina Weber

  • Die Schuleinschreibung für die öffentlichen Volksschulen läuft noch bis 22. Jänner - angesagte Schulen müssen selektieren.

Wien. Die Wahl der Schule für den heißgeliebten Sprössling ist nicht einfach. Hat man diese getroffen, heißt es deshalb noch lange nicht, dass man den Platz auch bekommt. Selbst an einer privaten Volksschule ist der Run der Eltern oft groß: eine Anmeldung am besten noch in den Schwangerschaftswochen, hört man immer wieder Eltern sagen.



Am Montag startete die Schuleinschreibung für Wiens öffentliche Volksschulen. Für 17.500 Kinder, die im Schuljahr 2016/2017 in die erste Klasse gehen werden, stehen insgesamt 261 öffentliche und 31 private Volksschulen in Wien bereit. Die Eltern wurden mit einem Brief vom Stadtschulrat zur Anmeldung eingeladen, in deren Rahmen auch die Schulreife festgestellt wird. Kinder, die als nicht schulreif gelten, besuchen die an den jeweiligen Schulen eingerichteten Vorschulklassen. Im laufenden Schuljahr sind das rund 2000 Kinder.

Mit der Anmeldung an einer Schule folgt dann das Warten der Eltern auf die Zu- bzw. Absage. Denn nicht jeder Wunschplatz kann erfüllt werden. Die endgültige Zusage gibt es im April. Sollte eine Absage bevorstehen, wird dies laut Stadtschulrat schon im Februar kommuniziert. Die Volksschulen sind für die Eltern in dieser Zeit der Ansprechpartner. Sie informieren und überprüfen die Schulreife der Kinder.

Kann man sich nur an einer öffentlichen Volksschule bewerben?

  • Ja.
  • Ist gleichzeitig die Anmeldung an einer privaten Volksschule erlaubt?
    Ja.
  • Bekommen Eltern ihren Wunschplatz?
    Laut Stadtschulrat im Regelfall Ja. Es gibt jedoch Ausnahmen. Dann kommen die Auswahlkriterien zum Zug. Unter anderem wird in erster Linie auf die Wohnortnähe und Geschwisterkinder geachtet. Steht es dann ex aequo, wird Rücksprache mit den Eltern gehalten, eine pädagogische Alternative angeboten oder es gehe theoretisch darum, wer einen Meter entfernter wohnt.

Vor geraumer Zeit ist in Wien die Regelung nach Schulsprengel aufgehoben worden. Seitdem ist es den Eltern erlaubt, ihre Kinder an jeder Schule in Wien - unabhängig von ihrem Wohnort - anzumelden. Allerdings wird bei einer Warteliste an einer etwa sehr beliebten Schule laut Stadtschulrat zuerst nach dem Wohnort und/oder Geschwisterkindern entschieden. Dem Vernehmen nach soll es immer wieder vorkommen, dass sich Eltern in einem Bezirk "scheinmelden", um an die heiß begehrte Schule für ihr Kind zu kommen. Laut Stadtschulratsbüro sei dies zwar nicht legal, aber in erster Linie ein melderechtliches Problem. "Der Schuldirektor muss glauben, was auf dem Meldezettel steht", heißt es zur "Wiener Zeitung".

Wiens neuer Amtsführender Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky besuchte zum Start der Schuleinschreibung die Volksschule in der Kindermanngasse in Hernals. Eine derzeit in Wien sehr beliebte Volksschule. Ebenso wie die Integrative Lernwerkstatt Brigittenau, eine Ganztagsvolksschule mit angeschlossener Neuen Mittelschule. "Seit dem zweiten Jahr des Bestehens unseres Schulprojektes ist die Zahl der Interessenten deutlich höher als die Zahl der verfügbaren Plätze", so Direktor Josef Reichmayr zur "Wiener Zeitung". Grundsätzlich würden alle interessierten Kinder in den nächsten zwei Wochen eingeschrieben, das sei die Rahmenvorgabe einer öffentlichen Schule - allerdings müsste er am Ende notgedrungen selektieren. Geschwisterkinder hätten Vorrang, Integrationskinder hätten in der Regel auch ihren Platz, darüberhinaus sei vor allem die Wohnortnähe ausschlaggebend. Ein Wohnsitz im 20. Bezirk sei Mindestvoraussetzung, aber nicht automatisch ausreichend. Auch die Berufstätigkeit der Eltern bzw. allenfalls Alleinerziehende würden berücksichtigt.

Das Ergebnis der Schulreifeüberprüfung wird mit den Eltern hingegen sofort besprochen. So sind für die Einschätzung der Schulreife soziale, emotionale, kognitive, sprachliche und motorische Kriterien ausschlaggebend. Im Rahmen eines spielerischen "Stationenbetriebes" werden die Kompetenzen jedes Kindes überprüft und festgehalten. Eine wichtige Rolle dabei spielen zum Beispiel der Wortschatz und das Verstehen von gestellten Aufgaben, aber auch Geschicklichkeit, das Sozialverhalten oder die Konzentrationsfähigkeit. Wesentlich für die Gesamtbeurteilung ist, ob ein Kind dem Unterricht in der ersten Schulstufe zu folgen vermag, ohne geistig oder körperlich überfordert zu sein.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-01-11 17:38:05
Letzte ─nderung am 2016-01-11 18:04:09



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