• vom 13.02.2016, 06:15 Uhr

Stadtleben

Update: 15.02.2016, 11:14 Uhr

Ober St. Veit

Wiens idyllischer Westen




  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (16)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heiner Boberski

  • Über die Vorortgemeinden Ober und Unter St. Veit bis zur Eingemeindung in die Großstadt.



Wien. 1890/91 wurden 40 Vorortgemeinden der Großstadt Wien eingemeindet, darunter auch Ober und Unter St. Veit, die sich 1867 voneinander getrennt hatten. Wie es in den Jahrzehnten vor der Eingemeindung in solchen Dörfern an der Peripherie zuging, schildert das neue Buch "Von Bürgermeistern und Affären - Die Wiener Vorortegemeinden Ober und Unter St. Veit 1848-1891".

Die 1887 eröffnete Dampftramway auf dem Wolfrathplatz und das Gasthaus Rainer in der Auhofstraße, wo sich heute die St. Veit Apotheke befindet.

Die 1887 eröffnete Dampftramway auf dem Wolfrathplatz und das Gasthaus Rainer in der Auhofstraße, wo sich heute die St. Veit Apotheke befindet.© Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Bezirksmuseum Hietzing Die 1887 eröffnete Dampftramway auf dem Wolfrathplatz und das Gasthaus Rainer in der Auhofstraße, wo sich heute die St. Veit Apotheke befindet.© Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Bezirksmuseum Hietzing

Der Autor Gebhard Klötzl kennt viele Werke zur Geschichte von Wiener Außenbezirken und hält in aller Bescheidenheit seines für das gründlichste zu dieser Thematik. Er hat es mit einem Jusstudium - er ist hauptberuflich Rechtsanwalt - und einem Geschichtestudium zu zwei Doktoraten gebracht.


Wie kam es, dass Klötzl mit großer Akribie umfangreiches Material, insbesondere 40 Kartons mit Akten zu Ober und Unter St. Veit im 19. Jahrhundert im Wiener Stadt- und Landesarchiv, durchforstete und daraus ein so einzigartiges Werk machte? "Bereits als Ministrant", sagt der Ober St. Veiter, "bekam ich Interesse an der Baugeschichte der Kirche." Als er später ins Baukomitee zur Renovierung des pfarrlichen "Vitushauses" berufen wurde, begann seine Vertrautheit mit Archivarbeit.

Außerdem ist Klötzl familiär belastet. Sein Großvater, der Historiker und Archivdirektor Josef Kraft, nach dem in Ober St. Veit ein Weg benannt ist, hatte eine Geschichte von Ober St. Veit begonnen, war damit aber nur bis etwa 1820 gekommen. An diesen 1952 veröffentlichten Text schließt Gebhard Klötzl an, der viele Jahre nebenberuflich an seinem Buch gearbeitet hat: "Mich hat überrascht, wie viel Material es für diese Zeit gibt. Ich dachte, das lasse sich viel schneller erledigen."

Klötzl hat sich intensiv mit der damaligen Art der Gemeindeverwaltung - von der Kanalisierung bis zur Armenfürsorge - und mit der Rolle des Bürgermeisters befasst. Er weist auch auf originelle Details hin - etwa eine bei Ober St. Veit verbleibende "Enklave" an der Lainzer Straße, als Unter St. Veit die Trennung von Ober St. Veit betrieb.

Die Volkszählungen der Jahre 1869 und 1880 zeigen laut Klötzl eine sehr heterogene Bevölkerung, die sich für ganz St. Veit zwischen 1857 und 1890 von 2715 auf 5914 Bewohner mehr als verdoppelte: "Etwa die Hälfte war in der Landwirtschaft tätig, im Wiental lebten etliche Fabrikarbeiter, außerdem gab es viele Kleinstgewerbetreibende und an den Berghängen Sommerhäuser der besseren Herrschaften."

weiterlesen auf Seite 2 von 2




3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-02-12 16:20:06
Letzte ─nderung am 2016-02-15 11:14:04




Zwischennutzung

Die kreative Vorhut der Investoren

Noch dieses Wochenende hat der Weihnachtsmarkt im Stall geöffnet. - © creau Wien. Zum Glück waren es keine Schweine. Angie Schmied und Lukas Böckle stehen in dem ehemaligen Stallgebäude und schnuppern... weiter




Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Fleischerei

Ausgeblutet

Nach vier Generationen Familienbetrieb ist es mit Trünkel im April 2017 vorbei. - © Arnold Burghardt Wien. Es ist ein schwarzer Tag für die Wiener Fleischerbranche, ein weiterer. Das Gerücht, dass Trünkel die neun der ursprünglich 25 Filialen im April... weiter





Wiener Prater

Die Erben der Zaubermeister

Franz Steidlers Bauchrednerpuppe steht jetzt im Circus- und Clownmuseum. - © Circusmuseum Wien. "Sebastian von Schwanenfeld, Basilio Calafati und Anton Kratky-Baschik: Das sind drei legendäre Zaubererkünstler... weiter




Prater

Erstes Kino als Kunstform

- © Kadotheum Wien Wien. "Karl Juhasz war das Gegenteil vom Hutschenschleuderer Liliom", meint Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums... weiter




250 Jahre Wiener Prater

Mit Courage und Löwenherz

- © Clownmuseum Wien. "1966 gab es im Prater mehrere Gründe zum Feiern", erzählt Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums, 50 Jahre später... weiter






Werbung


Werbung