• vom 13.10.2016, 17:35 Uhr

Stadtleben

Update: 13.10.2016, 17:50 Uhr

Leben

Von Stadt zu Stadt




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Von Nina Flori

  • Bei der "Knowledge City World Summit", die gerade in Wien stattfindet, tauschen sich Expertinnen und Experten über den Zustand verschiedener Städte aus. Sie versuchen, voneinander zu lernen und Kontakte zu knüpfen.



Wien. London ist als Finanzzentrum bekannt, in Paris spielt Mode eine große Rolle und die Start-up-Szene ist im Silicon Valley zuhause. Die Stärken Wiens liegen vor allem im Wassermanagent und der Müllabfuhr.

"Bei der ‚Knowledge City World Summit‘ geht es darum, voneinander zu lernen", sagt der Veranstalter Andreas Brandner im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Wir stellen hier eine Plattform zur Verfügung, auf der sich Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt austauschen können." Im Vordergrund stehe dabei "Knowledge", also das Wissen, über das eine Stadt verfügt.


"Längst lebt mehr als die Hälfte der Menschen in Städten. In Europa sind es 78 Prozent", sagt Co-Veranstalter Günter Koch. 85 Prozent des Bruttoinlandprodukts der EU werde in Städten erwirtschaftet. Dass eine Stadt gut funktioniere, sei immer wichtiger.

Teheran hat Nachholbedarf
bei Wassermanagement

Eine Delegation aus Teheran etwa hat sich auf der Konferenz gleich in mehreren Bereichen auf die Suche nach Experten gemacht. "Vor allem bei Gesundheit, Transport und Wassermanagement besteht großes Interesse an Know-how", sagt Brandner. "Teheran braucht zum Beispiel ein integriertes Wassermanagementsystem, durch das das Wasser von der Quelle bis zum Wasserhahn in der Stadt transportiert wird", erklärt der Veranstalter. Denn das funktioniere zurzeit nicht. Im Rahmen der Konferenz habe die Teheraner-Delegation Kontakte zu einem österreichischen Wassermanagement-Unternehmen geknüpft, das sich bald über einen neuen Auftrag freuen könnte.

Auch Lagos, mit etwa 14,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Nigerias, ist auf der Konferenz vertreten. Kabir Kabor Usman, der in Nigeria für die Akkreditierung öffentlicher Dienstleister im Bildungsbereich tätig ist, rief in seinem Vortrag ausländischen Dienstleistungsanbieter dazu auf, sich mit ihrem Angebot in Nigeria zu bewerben. Denn der Bildungsmarkt in Nigeria sei unterentwickelt und daher stark ausbaufähig. Es fehlen Universitäten, Lehrgänge und Unternehmen, die Zertifikate anbieten.

"Wien kann durch Wissensexport in Entwicklungsländer Entwicklungshilfe leisten, gleichzeitig aber auch Geschäfte machen und neue Märkte entwickeln", sagt Brandner.

Wien in vielen Bereichen
in der Vorreiterolle

Denn Wien verfüge in vielen Bereichen über Know-how und nehme auch auf der Konferenz eine Vorreiterrolle ein. "Nicht umsonst haben wir voriges Jahr den ‚Most Admired Knowledge Cities Award‘ erhalten und vor Städten wie Kopenhagen, Brisbane und Dublin gewonnen", sagt Koch. In Wien würden Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur in einander greifen und zu einer lebenswerten, weltoffenen und nachhaltigen Entwicklung beitragen. Nur im Bildungsbereich hätte die Stadt Aufholbedarf, meint Koch.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-10-13 17:38:05
Letzte ─nderung am 2016-10-13 17:50:05




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