• vom 30.11.2016, 12:50 Uhr

Stadtleben

Update: 30.11.2016, 12:53 Uhr

AIDS

Der runderneuerte Life Ball




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Von WZ Online / APA

  • Gery Keszler will die Aids-Prävention wieder in den Mittelpunkt stellen.

Life Ball-Chef Gery Keszler.

Life Ball-Chef Gery Keszler.© APAweb / Herbert Neubauer Life Ball-Chef Gery Keszler.© APAweb / Herbert Neubauer

Wien. Schillernde Kostüme, phantastische Kulissen und schräge Inszenierungen, dafür stand der Life Ball bisher. Doch davon will sich das Life Ball-Team um Gery Keszler in Zukunft wieder ein Stück weit wegbewegen. Die Aids-Charity-Veranstaltung soll wieder zurück zu der eigentlichen Botschaft, nämlich Aids und die HIV-Infektion auszurotten. Um mehr Bewusstsein für das Thema zu schaffen, soll das ganze Jahr über bei mehreren Events dieser Kerngedanke verbreitet werden. Neu ist ein Life Ball für Jugendliche.

2017 wird der Blick auf den Immunstatus gelegt, wie das Life Ball-Team Dienstagabend bei der Präsentation im Wiener Planetarium betonte. Denn das Wissen darüber sei Grundvoraussetzung für eine rasche Früherkennung von HIV/Aids, eine Reduktion der Ansteckungsrate sowie einen gesellschaftlich enttabuisierten Umgang mit dem Thema. Mit der Botschaft "Know your status" wollen Keszler und sein Team zur Teilnahme an HIV-Tests ermutigen. Denn laut WHO sind weltweit 36,7 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen, aber nur 54 Prozent kennen ihren Immunstatus.

Therapien stark verbessert

"Das Problem mit einer HIV-Infektion ist ja immer dann gegeben, wenn der Betroffene nicht weiß, dass er HIV-positiv ist und er dadurch eine sehr hohe Virenbelastung bekommt", sagte Keszler. Dann würde sexuelle Kontakte zu anderen Menschen zu einer großen Gefahr. "Für Menschen, die wissen, dass sie eine HIV-Infektion haben, für die muss nicht die Welt untergehen", erklärte Keszler, der im vergangenen Jahr in seiner Rede am Life Ball seine Infektion öffentlich gemacht hatte. "Die Therapien stellen nicht die Komplexität und die Belastung wie noch vor zehn Jahren dar."

Nach Keszlers Rede sind die Anonymtests im Vorjahr eine Zeit lang massiv in die Höhe gegangen. "Wenn Worte von mir so einen Impact haben, das ist es allemal wert, ein Jahr Pause gemacht zu haben, und diesen Weg weiter zu gehen." Am Life Ball am 10. Juni 2017 können Gäste einen kostenlosen HIV-Test machen.

Neue Dachmarke

Um das Aids-Charity-Event noch internationaler aufstellen zu können, wurde eine neue Dachmarke gegründet. Aus dem Trägerverein "Aids Life" wird "Life Plus", dessen zentrales Element weiterhin der Life Ball bleiben wird. Die "Style Bible" wird in Zukunft "Life Bible" heißen und auch kommendes Jahr im Jänner das kreative Thema des Balls 2017 präsentieren. Es wird weiterhin im Vorfeld des Balls ein Konzert geben, das zukünftig "Life Celebration Concert" heißen wird.

Life Ball für Jugendliche

Neu ist der "Life Ball Junior", der erstmals am Tag nach dem Life Ball im Wiener Rathaus stattfinden wird. Von 16.00 bis 22.00 Uhr ist die Eventlocation für 13- bis 18-Jährige geöffnet, die im Rahmen einer Schnitzeljagd mehr zum Thema HIV/Aids erfahren werden. "Gerade in der Jugend gibt es eine Verharmlosung von HIV", sagte Keszler. Das Jugendevent wird gemeinsam mit dem Wiener Stadtschulrat, dem Bildungs- und Gesundheitsministerium veranstaltet.

"Visitenkarte Österreichs"

Der Verein "Life Plus" und seine Geschäftsführung erhalten nun auch Unterstützung von einem Advisory Board, einem Beratungsgremium, dem u.a. die Ehefrau von Bundeskanzler Christian Kern, Eveline Steinberger-Kern, angehört. "Wir brauchen Toleranz in unserer Gesellschaft. Wir brauchen das Verständnis dafür, dass wir in einer bunten Gesellschaft leben. Und dafür braucht es auch Verständnis für Menschen, die vielleicht nicht nur auf die Sonnenseite des Lebens gefallen sind", betonte Kanzler Kern bei der Präsentation.

Der Life Ball sei "eine Visitenkarte Österreichs für ein buntes, modernes und aufgeschlossenes Österreich", sagte Christian Kern, der bereits zwei Mal das Event besucht hat. "2016 muss es egal sein, wen man liebt."

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Schlagwörter

AIDS, Life Ball, Gery Keszler

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-11-30 12:51:23
Letzte ─nderung am 2016-11-30 12:53:55




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