• vom 19.04.2017, 15:53 Uhr

Stadtleben

Update: 19.04.2017, 17:52 Uhr

Polizei

Räumung ohne Hausbesetzer




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Von Valentine Auer

  • Mit 150 Polizisten sollte das am Sonntag besetzte Haus in Penzing geräumt werden. Aktivisten wurden jedoch keine gefunden.

Sisyphusarbeit: Die Polizei hat am Mittwoch ein besetztes Haus in der Kienmayergasse in Wien-Penzing zu räumen versucht. Es war zu dem Zeitpunkt allerdings gar nicht besetzt. - © APAweb / Hans Punz

Sisyphusarbeit: Die Polizei hat am Mittwoch ein besetztes Haus in der Kienmayergasse in Wien-Penzing zu räumen versucht. Es war zu dem Zeitpunkt allerdings gar nicht besetzt. © APAweb / Hans Punz

Wien. "Gar nix passiert", so lautete am Dienstag noch die Antwort des Polizeisprechers Paul Eidenberger auf die Frage, wie mit der Hausbesetzung im Gebäude Kienmayergasse 15 in Penzing weiter vorgegangen wird. Einen Tag später wurde doch geräumt. Von den Besetzern war jedoch keine Spur mehr.

Großräumig wurde die Kienmayergasse am Mittwoch abgesperrt. Auf der einen Seite: Polizei und Medienvertreter. Auf der anderen Seite: Rettungseinsatzwägen. "Zur Sicherheit", erklärte Eidenberger. Gegen 11.15 Uhr stürmten dann Wega-Beamte das Gebäude. Womit jedoch niemand gerechnet hat: Das Haus stand leer. Zumindest waren keine Besetzer, keine Aktivisten auffindbar. Nur Barrikaden aus Stühlen, Tischen, Einkaufswägen und anderem Gerümpel. Rund 150 Beamte waren im Einsatz. Schilder, um sich vor etwaige Wurfgeschosse zu schützen, die vonseiten der Besetzer erwartet wurden, kamen ebenso zum Einsatz wie Motorsägen, um die Barrikaden zu entfernen. Auch ein Polizei-Panzer wurde aufgefahren. Zum Einsatz kam er jedoch nicht.

Verdutzter Polizeisprecher

Etwa eine Stunde später konnte Polizeisprecher Eidenberger auf die Frage der "Wiener Zeitung", wie viele Besetzer sich etwa im Haus befinden, nur mit einem verdutzten "Bis jetzt, gar keine" antworten. Eines der Nebenhäuser, das – wie auch das besetzte Haus – leer steht und mit dem Gebäude Kienmayergasse 15 mit einem Durchgang verbunden ist, wurde ebenso durchsucht. Auch hier: Keine Spur von den Besetzern. Eidenbergers Vermutung: Die Aktivisten verschwanden durch Gänge und Hinterhöfe.

Noch vor der Räumung der Polizei zeigte sich Leben im besetzten Haus. Immer wieder wurde ein Fenster geöffnet und wieder geschlossen, Vorhänge zur Seite geschoben. Auf dem eigens eingerichteten Blog hieß es noch wenige Stunden vor der Räumung "Wir bleiben standhaft".

Für 11 Uhr war ein Brunch im Haus geplant, um das weitere Vorgehen zu besprechen. "Es sind alle Individuen willkommen, welche sich für das Weiterbestehen der Besetzung einsetzen und kämpfen wollen", heißt es dazu auf dem Blog.

Tatsächlich kam die Räumung überraschend. Dienstagnachmittag erklärte Polizeisprecher Eidenberger, dass nicht eingegriffen werde, obwohl der Hauseigentümer – die Immobilienfirma "Vestwerk" – ein Ultimatum setzte: Bis Dienstagmittag müsse das Gebäude verlassen werden. Vonseiten des Polizeisprechers hieß es, dass auf Deeskalation gesetzt werde und die Polizei die Rolle des Mediators zwischen Hausbesetzer und Hausbesitzer einnehmen wolle.

Anrainer mussten draußen bleiben

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Dokument erstellt am 2017-04-19 15:54:03
Letzte nderung am 2017-04-19 17:52:15




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