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Stadtleben

Update: 25.05.2017, 17:58 Uhr

Universität

Pflichtschule ist erst der Anfang . . .




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Von Valentine Auer

  • Der "UniClub Plus" des Kinderbüros der Universität Wien unterstützt geflüchtete Jugendliche in ihrem Bildungsweg. Die "Wiener Zeitung" besuchte das Projekt.

Geschäftsführerin Karoline Iber spricht mit den Jugendlichen über ihre Projekte im Rahmen der "SciChallenge".

Geschäftsführerin Karoline Iber spricht mit den Jugendlichen über ihre Projekte im Rahmen der "SciChallenge".© Benjamin Storck Geschäftsführerin Karoline Iber spricht mit den Jugendlichen über ihre Projekte im Rahmen der "SciChallenge".© Benjamin Storck

Wien. Als der Syrer Shadi nach Österreich flüchtete und in eine neue Klasse kam, verstand er noch kein Deutsch. Die Prozentrechnung auf der Tafel konnte er trotzdem lösen - und zwar als Einziger in der Klasse. In Syrien hatte er Prozentrechnen schon gelernt. Heute zählt er zu den vielen geflüchteten Jugendlichen, die regelmäßige in das Bildungsprojekt "UniClub Plus" kommen.

Die Jugendlichen arbeiteten in den Osterferien an Projekten für den europaweiten Ideenwettbewerb "SciChallenge". In diesem Rahmen verarbeitete Shadi die positiven und negativen Erfahrungen, die er als neuer Schüler in Wien gemacht hat. "Heute gibt es so viele Menschen, die rassistisch sind, daher wollten wir ein Video machen und zeigen, wie es ohne Rassismus funktioniert", erklärt er seine Motivation. Sein Kollege Ahmed bestätigt: "Eine Welt ohne Rassismus ist besser".


Die beiden Syrer kamen als Jugendliche nach Wien. Seit einem Jahr besuchen sie regelmäßig den "UniClub Plus". Ein Projekt, das aus dem 2011 gegründeten "Uni Club" entstand. Damals taten sich Jugendliche zusammen, um an Workshops teilzunehmen. Das waren Jugendliche, die aus bildungsbenachteiligten Kontexten stammen, ihren ersten Kontakt zur Universität im Rahmen der KinderUni Wien hatten und diesen aufrechterhalten wollten. Das Ziel des Clubs: "Die Jugendlichen in ihrem Bildungsweg begleiten und unterstützen", so Karoline Iber, Geschäftsführerin und Gründerin des Kinderbüros der Universität Wien, an dem das Bildungsprojekt angesiedelt ist.

Fehlende Unterstützung für Bildungsbenachteiligte
Denn genau das fehle in Österreich. Ein Eingehen auf die Bedürfnisse bildungsbenachteiligter Jugendliche: "Hier braucht es ganz großen Sensibiliserungsbedarf - insbesondere in der Lehrer-Ausbildung. Es braucht mehr Unterstützung für Jugendliche, die keine Eltern haben, die sie auffangen können. Das hat nicht unbedingt mit Nationalität zu tun, aber natürlich ist es einfacher, wenn man deutschsprachig aufwächst und nicht als Jugendlicher hier ankommt, Deutsch lernen muss und an der Bildungserfolgsgeschichte vom Herkunftsland anknüpfen soll".

Die offiziellen Statistiken bestätigen den Eindruck Ibers. So ist insbesondere bei jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund der Bildungserfolg der Eltern ausschlaggebend für ihren eigenen Bildungsweg: 47 Prozent der Personen mit Migrationshintergrund, deren Eltern höchstens über einen Pflichtschulabschluss verfügen, weisen ebenfalls über keinen höheren Abschluss auf. Bei den jungen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund liegt dieser Wert bei 22 Prozent.

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Dokument erstellt am 2017-05-24 13:39:06
Letzte ─nderung am 2017-05-25 17:58:22




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