• vom 10.01.2008, 16:50 Uhr

Stadtleben


Kurz vor Eröffnung der Verlängerungs-Strecke: Schock über Endsumme

Kostenexplosion bei U2




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Von Christian Mayr

  • 890 Millionen statt 700 Millionen für U-Bahn bis Stadion.
  • Langer Baustopp als eine Ursache.
  • Wien. Am 10. Mai 2008 wird der neue U2-Abschnitt vom Schottenring zum Ernst-Happel-Stadion feierlich eröffnet. Doch schon jetzt ist klar, dass die Feierlaune ordentlich getrübt sein wird - denn der Bau fällt weitaus teurer aus als ursprünglich kalkuliert.

Fast fertig und viel teurer: die U2 zum Stadion. Foto: apa

Fast fertig und viel teurer: die U2 zum Stadion. Foto: apa Fast fertig und viel teurer: die U2 zum Stadion. Foto: apa

Statt der noch beim Spatenstich genannten 700 Millionen Euro soll der neue Abschnitt nun insgesamt 890 Millionen Euro kosten. "Ja, es stimmt, das ist jetzt die Endsumme", bestätigt Wiener-Linien-Sprecher Johann Ehrengruber gegenüber der "Wiener Zeitung" die brisanten Zahlen.

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Offen ist allerdings, ob es tatsächlich eine Kostenexplosion um fast 200 Millionen Euro (oder ein Viertel) gegeben hat, denn in den 890 Millionen Euro könnten auch die Kosten für Adaptierungen an der Stammstrecke und die Erweiterung des Betriebsbahnhofes einberechnet worden sein. Den Wiener Linien gelang es am Donnerstag nicht, eine exakte Aufschlüsselung sowie das Ausmaß der Verteuerung zu nennen.

Doch selbst wenn die Adaptierungskosten (138 Millionen Euro) in die Endsumme miteinberechnet worden wären, klafft immer noch ein gewaltiges Loch von 51 Millionen Euro für die U2-Teilstrecke. "Da hat man sich jedenfalls ordentlich verkalkuliert", kommentiert ein Insider der Verkehrsbetriebe.

Kürzlich wurde ohnedies schon der gesamte Baukosten-Rahmen für den U2-Ausbau bis nach Aspern von der Politik um rund 100 Millionen Euro erweitert: Waren es ursprünglich noch 1,2 Milliarden Euro, so wurden die Kosten von Ex-Finanzstadtrat Sepp Rieder (SPÖ) im September 2006 bereits auf 1,3 Milliarden Euro erhöht. Die U2 wird um insgesamt neun Kilometer verlängert.

Warum es letztlich zu der derart hohen U-Bahn-Verteuerung kommt, konnten die Wiener Linien ebenfalls nicht mitteilen. Laut Experten-Kreisen waren es mehrere Faktoren: Zum einen sorgten Rechtsstreitigkeiten mit zwei Grundstücksbesitzern in der Leopoldstadt für einen fast halbjährigen Baustopp beim Tunnelvortrieb (die "WZ" berichtete). Um einer Blamage zu entgehen - nämlich eine Fußball-EM in einem Stadion ohne U-Bahn-Anschluss auszutragen - wurde die Zeit auf Biegen und Brechen aufgeholt: Der Bauablauf wurde komplett umgekrempelt, teure Nachtschichten eingeführt und die Firmen zu Änderungen gezwungen. "Da galoppieren die Kosten schnell davon", heißt es.



Straße verschwenkt
Zum anderen wurde ein Ausgang der Station Schottenring (2.-Bezirks-Seite) unplanmäßig verlegt und zusätzlich die viel befahrene Obere Donaustraße verschwenkt. Hier könnten sich die Wiener Linien ordentlich verkalkuliert haben: Statt die bereits mündlich fixierte Abmachung mit dem dortigen Hausbesitzer umzusetzen und für eine Millionen-Ablöse die Station im Keller des Hauses zu errichten, verlegte man die Station lieber und löste damit erst einen der beiden teuren Rechtsstreits aus. Und letztlich machten Wassereinbrüche in der Ausstellungsstraße den Bauarbeiten zu schaffen: Auch hier wurde ein Monat Stillstand aufgerissen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2008-01-10 16:50:58
Letzte Änderung am 2008-01-10 16:50:00



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