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Update: 23.06.2017, 11:51 Uhr

Imame

Menschenkette gegen den Terror




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Von Alexia Weiss

  • Kommende Woche werden bis zu 300 Imame in Wien eine Deklaration gegen Extremismus verabschieden.

Wien. Österreichs Muslime wollen öffentlich sichtbarer als bisher, vor allem aber gemeinsam mit anderen Religionsgemeinschaften, Zivilgesellschaft, der zuständigen Politik gegen den inzwischen international allgegenwärtigen Terror auftreten: Kommende Woche werden an die 300 Imame in Wien eine Deklaration gegen Extremismus verabschieden. In Planung sei zudem das Bilden einer Menschenkette vom Islamischen Zentrum auf der Donauinsel zu einer Pfarre und weiter bis zu einer der Donaubrücken, kündigte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ibrahim Olgun, Mittwoch Abend bei einem Dialog-Fastenbrechen an. An dem Iftar-Empfang nahmen neben Bundeskanzler Christian Kern und Staatssekretärin Muna Duzdar auch Vertreter der verschiedenen Religionen teil, darunter Peter Schipka, Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, und von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister.

Hauptthema an diesem Abend: die jüngst weltweit verübten Terroranschläge. Der Islam rechtfertige Terror nie, betonte Olgun. Die Würde des Menschen sei unteilbar. Er wünsche sich daher einen "Schulterschluss der Religionen".

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Replik des Kanzlers: Es sei eine Verpflichtung, Seite an Seite den Terrorismus zu bekämpfen. "Was wir in unserer Mitte nicht tolerieren können, das ist, wenn im Namen der Toleranz in Wahrheit Intoleranz geübt wird. Mir ist es auch wichtig, Sie als Bündnispartner zu wissen." Als gefährlich bezeichnete der Kanzler politische Tendenzen, die 600.000 Österreicherinnen und Österreicher mit muslimischem Glauben in eine Ecke stellen und sie als Österreicher zweiter Klasse sehen. Das sei sehr gefährlich. "Sie können sich darauf verlassen, dass sie in mir einen Bündnispartner haben werden, diese Tendenzen mit aller Konsequenz zu bekämpfen."

Kern nahm zudem das Bild Olguns von der nicht teilbaren Würde des Menschen auf und unterstrich das nötige Bekenntnis zur Vielfalt: Dazu gehöre auch Rassismus jeder Art zu bekämpfen, Antisemitismus gemeinsam zu bekämpfen ebenso wie gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen aufzutreten. Denn, gab der Kanzler zu bedenken: "Wir leben in einer Zeit, in der der selbstverständliche friedliche Umgang miteinander, die Selbstverständlichkeit, dass wir in einer Demokratie leben, den Rechtsstaat akzeptieren, Respekt vor den Menschenrechten haben, eine Selbstverständlichkeit ist, die sehr zerbrechlich ist."




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Dokument erstellt am 2017-06-08 16:45:03
Letzte ─nderung am 2017-06-23 11:51:03




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