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Update: 07.07.2017, 21:18 Uhr

Catchen

Das Catchen kehrt nach Wien zurück




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Von Felix Kraxner

  • Nach 20 Jahren Pause kämpft die europäische Wrestling-Elite wieder im Wiener Prater.



Der "Prater Catch Wanderpokal" wird am Samstag in einem sogenannten Battle Royale ausgefochten. Demolition Davies gönnte sich bereits einen kleinen Vorgeschmack (r.o.), doch um das Stück zu erringen, muss er erst an den anderen Teilnehmern vorbei, die auch nicht gerade unmotiviert sind.

Der "Prater Catch Wanderpokal" wird am Samstag in einem sogenannten Battle Royale ausgefochten. Demolition Davies gönnte sich bereits einen kleinen Vorgeschmack (r.o.), doch um das Stück zu erringen, muss er erst an den anderen Teilnehmern vorbei, die auch nicht gerade unmotiviert sind.© Wrestling Association (EWA), Prater Aktiv, Johannes Ehn Der "Prater Catch Wanderpokal" wird am Samstag in einem sogenannten Battle Royale ausgefochten. Demolition Davies gönnte sich bereits einen kleinen Vorgeschmack (r.o.), doch um das Stück zu erringen, muss er erst an den anderen Teilnehmern vorbei, die auch nicht gerade unmotiviert sind.© Wrestling Association (EWA), Prater Aktiv, Johannes Ehn

Wien. 20 Jahre ist es her, seit das traditionsreiche Catchen in Wien in den vorläufigen Ruhestand trat. Nun, nach einer Pause von zwei Jahrzehnten, kehrt die Wettkampftradition vom Wiener Heumarkt zurück und wird im Prater neu belebt, wo sie auch ihren Ausgang nahm.

Bereits vor 125 Jahren, genau am 30. Juni 1892, strömten erstmals Besucher für den Catch-Sport in den Prater. Unterhaltung, Athletik und ganz viel Theater stand bei den Catchern damals schon ganz oben auf der Liste, um die Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen.


Das Rezept für ein erfolgreich präsentiertes Catchen: Ein gut verfasstes Drehbuch, jahrelanges, intensives Training, kombiniert mit einer hohen Schmerzgrenze seitens der Athleten. Derjenige, der die größte Show liefert, steht im Mittelpunkt.

Wie in früheren Zeiten findet das Catchen auch heuer in einem Zirkuszelt statt. Das Innenleben des Zirkus Louis Knie wird zu einem Wrestling-Ring umfunktioniert. Dompteure, Jongleure, die Clownerie und Tiere räumen die Manege für die Catch-Elite aus Europa. Für Zirkusdirektor Louis Knie gibt es hier eine logische Verbindung: Die frühe Form des Catchens ist nämlich in Vergnügungsparks entstanden und wurde dort in Zirkuszelten veranstaltet. Für den Zirkus Louis Knie - in dessen Zelt noch nie zuvor gecatcht wurde - ist es aber dennoch eine Premiere.



In der Neuauflage am Samstag stehen drei Titelkämpfe auf dem Programm. Dabei dreht sich alles um den "Prater Catch Wanderpokal", der nach einem Mehr-Personen-Kampf - nach einem sogenannten "Battle Royale" - dem Gewinner überreicht wird. Insgesamt reisen 18 Wrestler an, allesamt Mitglieder der European Wrestling Association (EWA). Demolition Davies, einer der am Samstag kämpfenden Wrestler, wiegt stolze 180 Kilogramm und ist somit der schwerste Wrestler Europas. "Der große Bauch zählt im Ring mehr als Muskeln", meinte er in Hinblick auf den bevorstehenden Kampf.



Wrestling ist ein Sport von Freund- und Feindschaften - zumindest im Ring; ein ständiger Kampf zwischen den Guten und Bösen. Es gibt, wie in einem Hollywoodstreifen, die Guten, besser bekannt als "Faces", und die bösen Jungs, die in der Wrestling-Fachsprache als "Heels" bezeichnet werden. Ein besonders spezielles Ereignis ist der sogenannte "Heel Turn": Ein gefeierter Held wird zum Bösewicht und sammelt beim Publikum eine gehörige Portion an Buhrufen. Vor allem für die jüngere Generation von Wrestling-Fans ein schwerer Schicksalsschlag. Der gefeierte Held wird zum provokanten Fiesling, der zu unfairen Kampfmitteln greift und den Hass des Publikums auf sich zieht.

Heumarkt-Legende Michael Kovac, der selber drei Wrestlingschulen betreibt, liegt die österreichische Nachwuchsarbeit am Herzen.

In zwei Vorkämpfen werden die besten Schüler aus seiner Talentschmiede gegeneinander antreten. Im Verlauf des Abends wird dann Kovac selber im Ring zum Einsatz kommen. Während in den USA die Wrestling-Events mit riesigen Feuerwerken umrahmt werden, setzt man beim Catch-Sport im Prater auf einen intimeren und traditionelleren Rahmen. Zirkuszelt anstatt überfüllte Hallen mit Massenandrang. So ist es den Besuchern noch besser möglich, die Wrestler im Kampfgeschehen zu beobachten.

"Wir haben auch einiges zu bieten. Vielleicht sogar die besseren Leute als in Amerika", sagt Kovac, der vom großen Potenzial der österreichischen Wrestling-Branche überzeugt ist.

Der "Austrian Steamroller", die österreichische Dampfwalze und Wrestling-Legende schlechthin, Otto Wanz, kann aus gesundheitlichen Gründen am Samstag nicht in den Prater kommen. Neben seiner Bilderbuchkarriere im Catchen, war Wanz Weltrekordhalter im Telefonbuchzerreißen. 20 Wiener Telefonbücher in beachtlichen 30 Sekunden. Eine andere Heumarkt-Legende, Franz Schuhmann, wird ihn am Samstag vor Ort vertreten.

Wenn es nach den Initiatoren Stefan Sittler-Koidl und Marcus Vetter geht, soll es auch nach 2017 ein mehrtägiges Catch-Turnier im Prater geben. Die Bestrebungen für nächstes Jahr laufen bereits.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-07 17:42:14
Letzte nderung am 2017-07-07 21:18:19




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