• vom 13.09.2017, 11:09 Uhr

Stadtleben

Update: 13.09.2017, 11:22 Uhr

Sozialprojekt

Aufspielen für Flüchtlinge




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Von Arian Faal

  • Das Sozialprojekt "Open Piano for Refugees" lädt in Wien jedermann zum Klavierspielen ein.



Wien. Nach dem großen Zuspruch der vergangenen Monate in diversen Städten in Österreich, etwa in Bregenz und Salzburg, aber auch in Deutschland macht das Sozialprojekt "Open Piano for Refugees" ab kommenden Donnerstag wieder für vier Tage in Wien Station. Diesmal findet die "musikalische Völkerverbindung auf Tasten" unter dem Titel "Raimundhof-Sessions#1" im Raimundhof in Mariahilf statt und soll der Auftakt einer Benefizveranstaltungsreihe werden.

Die Idee hinter der Veranstaltung ist simpel gestrickt: Man stellt ein Klavier - diesmal einen weißen Flügel - in den Hof, ohne Bühne und ohne Allüren. Jeder kann darauf an den Veranstaltungstagen spielen, egal was. Geflüchtete genauso wie Einheimische. Was zählt, ist die Musik. Eine Bühne gibt es absichtlich nicht, denn Barrieren soll es keine geben. Nur einen Hinweis gibt es, der lautet: "Schenkt den Musikern bitte Ruhe, setzt euch nieder und genießt die Klänge."

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Wie kam es dazu? "Im Sommer 2015 bin ich mit Nico Schwendinger auf einer Fahrradtour in der Ukraine, in Weißrussland und in Polen gewesen und in Lemberg und in Kiew sind wir Open Pianos begegnet", erzählt einer der Veranstalter, Udo Felizeter, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Ich habe mich natürlich sofort an das Pianino gesetzt, doch leider waren diese Klaviere in einem miserablen Zustand und nicht gestimmt", ergänzt er.

Hass und Irritationen zwischen Kulturkreisen abbauen
Dann seien Schwendinger und er auf den Gedanken gekommen, diese Idee nach Wien zu tragen. "Wir dachten uns, wir geben dem Ganzen eine gewisse Qualität und einen sozialen Sinn", sagt der 27-jährige Felizeter, der an der Universität für Bodenkultur (Boku) für ein Klimaschutzprojekt in Kooperation mit der Caritas arbeitet.

Mittlerweile ist das Projekt sehr bekannt und verfolgt konkrete Ziele: Da wären einmal etwaiger Hass oder Irritationen, die die Veranstalter zwischen den verschiedenen Kulturkreisen abbauen wollen. Sie möchten angesichts der seit Monaten in Österreich herrschenden Flüchtlingskrise Brücken schaffen. Laut jüngsten Umfragen ist die Angst vor Zuwanderung derzeit die größte Sorge der Österreicher, noch vor der Arbeitslosigkeit.

Das Projekt soll den öffentlichen Raum kunstvoll beleben, die Interaktion in der Öffentlichkeit und die gesellschaftliche Integration von Minderheiten und sozial benachteiligten Menschen fördern, eine nonverbale Kommunikationsplattform kreieren sowie für eine positive öffentliche Präsenz von Geflüchteten sorgen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-13 11:16:05
Letzte nderung am 2017-09-13 11:22:04




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