• vom 24.09.2017, 08:00 Uhr

Stadtleben

Update: 25.09.2017, 13:33 Uhr

E-Fahrrad

Zustellung unter Strom




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexander Maurer

  • Verschiedene Wiener Unternehmen zeigen die Praxistauglichkeit von E-Fahrzeugen für den Gütertransport.

Weil der Samariterbund bei Essen auf Rädern auf E-Lastenfahrräder setzt, hat er den Mobilitätspreis gewonnen. - © Jenis

Weil der Samariterbund bei Essen auf Rädern auf E-Lastenfahrräder setzt, hat er den Mobilitätspreis gewonnen. © Jenis

Wien. Sei es nun die letzte Bestellung bei Amazon, eine warme Mahlzeit oder der online zusammengestellte Supermarkt-Einkaufskorb. Der städtische Güterverkehr in Wien nimmt stetig zu. Die dafür oftmals eingesetzten Klein-Lkw drücken mit ihren Abgasen Wiens Umweltbilanz, wie Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) erklärt. Drei Projekte, die auf bessere Logistik und klimafreundlichere Fahrzeuge für den Gütertransport setzen, wurden jüngst vom VCÖ, der Stadt Wien und den ÖBB mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Was alle drei Gewinner gemeinsam haben - sie setzen auf E-Mobilität. In diesem Bereich ist in der Donaumetropole trotz Wachstumsraten von 57,2 Prozent bei Elektroautos und 151,1 Prozent bei Elektro-Benzin-Hybriden im Vergleich zum vergangenen Halbjahr noch viel Luft nach oben. Denn von beispielsweise 40.427 Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2017 in Wien entfielen mit 1535 Autos nur 3,8 Prozent auf Fahrzeuge mit zumindest teilweisem Elektroantrieb. Reine Stromer machen mit 371 Neuzulassungen sogar nur 0,9 Prozent aus. Christian Gratzer gibt gegenüber der "Wiener Zeitung" zu bedenken, dass sich hartnäckig haltende "Mythen" über Elektrofahrzeuge wie mangelnde Reichweite oder teure Anschaffung Unternehmer beim Umstieg auf Stromer noch bremsen. "Aber vor allem im innerstädtischen Bereich kann eine Vielzahl an Zustellungen mit Klein-Lkw oder E-Bikes erledigt werden. Außerdem zeigt sich, dass E-Fahrzeuge im Alltagsbetrieb dafür sehr wohl praxistauglich sind", so Gratzer.

Werbung

Schneller mehr Lieferungen
Sabahudin Budnjo kann das nur mit Stolz bestätigen. Er leitet den "Essen auf Rädern"-Dienst des Samariterbunds, der seit knapp zwei Jahren neben Autos auch auf E-Lastenfahrräder setzt. "Wir hatten Probleme, wegen Staus und mangels Parkplätzen unsere Zustellzeiten im ersten Bezirk einzuhalten", erinnert er sich. Als Pilotprojekt wurden versuchsweise E-Bikes eingesetzt, die gemeinsam mit der Firma Heavy Pedals entwickelt wurden. "Wir konnten dann nicht nur die Zustellzeiten einhalten, sondern auch noch am Weg in den ersten Bezirk weitere Adressen anfahren", so Budnjo. Der Fahrradfuhrpark wird daher in Kürze auf 14 Stück erweitert. Auch im vergangenen Winter mit Temperaturen von durchgehend unter zehn Grad minus taten die Räder ihren Dienst. "Wir haben zwar in den Depots auch Autos, falls die Witterung die Lieferung mit dem Fahrrad nicht ermöglicht, aber das ist in knapp zwei Jahren noch nie vorgekommen", meint Budnjo. "Außerdem, sollte es in Wien einmal stark schneien, steht sowieso alles", fügt er an.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-22 16:33:10
Letzte ─nderung am 2017-09-25 13:33:04




Zwischennutzung

Die kreative Vorhut der Investoren

Noch dieses Wochenende hat der Weihnachtsmarkt im Stall geöffnet. - © creau Wien. Zum Glück waren es keine Schweine. Angie Schmied und Lukas Böckle stehen in dem ehemaligen Stallgebäude und schnuppern... weiter




Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Fleischerei

Ausgeblutet

Nach vier Generationen Familienbetrieb ist es mit Trünkel im April 2017 vorbei. - © Arnold Burghardt Wien. Es ist ein schwarzer Tag für die Wiener Fleischerbranche, ein weiterer. Das Gerücht, dass Trünkel die neun der ursprünglich 25 Filialen im April... weiter





Wiener Prater

Die Erben der Zaubermeister

Franz Steidlers Bauchrednerpuppe steht jetzt im Circus- und Clownmuseum. - © Circusmuseum Wien. "Sebastian von Schwanenfeld, Basilio Calafati und Anton Kratky-Baschik: Das sind drei legendäre Zaubererkünstler... weiter




Prater

Erstes Kino als Kunstform

- © Kadotheum Wien Wien. "Karl Juhasz war das Gegenteil vom Hutschenschleuderer Liliom", meint Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums... weiter




250 Jahre Wiener Prater

Mit Courage und Löwenherz

- © Clownmuseum Wien. "1966 gab es im Prater mehrere Gründe zum Feiern", erzählt Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums, 50 Jahre später... weiter






Werbung


Werbung