• vom 04.10.2017, 16:42 Uhr

Stadtleben

Update: 04.10.2017, 17:18 Uhr

Hütchenspieler

Ausgetrickst




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Ähnlich erklärt es die Psychologin Nadja Fritzer. "Die Hütchenspiele werden von den Banden ‚choreographiert‘ und lassen die Opfer im Glauben, sie könnten gewinnen. Wenn man sich also dazu entschlossen hat mitzumachen, spielen die realistischen Erfolgsaussichten oft nur noch eine untergeordnete Rolle", sagt sie. Primär trete dann die Chance auf einen Gewinn in den Vordergrund und vermindere das Misstrauen.

Natürlich spiele auch die Freude am Zocken eine Rolle. "Weiter pushen einen auch die Zuseher, denn man steht kurzzeitig im Rampenlicht", so die Rechtspsychologin.

Besonders wichtig ist ihrer Meinung nach die Vorstellung, man könne es vielleicht besser und somit auch den Betrüger austricksen. "Diese Annahme ist natürlich fatal, da es unmöglich ist, den Kriminellen zu schlagen, wenn dieser es nicht möchte."

Tipps & Tricks

(af) Aufgrund zahlreicher Beschwerden über die Hütchenspieler hat die "Wiener Zeitung" in Kooperation mit der Wiener Polizei einige nützliche Tipps und Informationen zusammengestellt:

Wenn vermeintliche Spieler neben Ihnen mehrmals gewinnen und Sie diese Tatsache anlocken soll, dann können Sie sicher sein, dass diese Spieler Komplizen der Betrüger sind. Die Banden treten nach den Erfahrungen der Exekutive oft in Gruppen auf, die bis zu 16 Personen - oder sogar mehr - umfassen. Eine Person macht das Spiel, einige sind Mitspieler, der Rest steht Wache und beobachtet die Umgebung.

Hütchenspiele sind gesetzlich verboten, daher sollten mündige Bürger jedenfalls die Finger davon lassen.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie am Ende nur verlieren können, und trauen Sie den Anbietern bitte nicht.

Passen Sie bitte auf, wenn Sie einen Geldschein hergegeben haben und sich danach entscheiden, nicht mehr weiterzuspielen, weil es Ihnen suspekt vorkommt. Denn oftmals nehmen sich die Betrüger Ihren gültigen Geldschein und geben Ihnen Falschgeld, das nur schwer von echtem Geld unterscheidbar ist, zurück.

Der Glaube an das schnell verdiente Geld lockt den Spieler zumeist in eine Falle: Mit
einem Einsatz von 50 oder 100 Euro pro Runde gewinnt man die erste oder die ersten zwei Runden und verliert ab da nur noch. Das machen die Betrüger sehr bewusst, um von ihrem Hinterhalt abzulenken.

Falls Sie einem Anbieter vertraut haben und dennoch gespielt und betrogen wurden, melden Sie den Vorfall bitte umgehend der nächsten Polizeidienststelle. Das verlorene Geld ist aber weg.

Passen Sie bitte generell auf Ihre gesamten Wertsachen (Handtaschen, Geldbörsen, Uhren, Mobiltelefone, iPads, Schmuck) auf, wenn Sie sich in der Nähe von Hütchenspielern befinden.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-04 16:49:05
Letzte ─nderung am 2017-10-04 17:18:16




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