• vom 11.11.2017, 18:37 Uhr

Stadtleben

Update: 15.11.2017, 16:50 Uhr

Wiener Polizei

Weniger WLAN, mehr Sicherheit




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Von Arian Faal

  • Die Begrenzung des kostenlosen öffentlichen Zugangs zum Internet zeigt am Westbahnhof erste Auswirkungen.

Die Polizei zeigt verstärkte Präsenz am Westbahnhof.

Die Polizei zeigt verstärkte Präsenz am Westbahnhof.© Jenis Die Polizei zeigt verstärkte Präsenz am Westbahnhof.© Jenis

Wien. "Gib dem Kind ein Spielzeug, und es gibt a Ruh", heißt es in einem alten Spruch. Falsch. Denn umgemünzt auf die moderne Stress- und Kommunikationsgesellschaft des Jahres 2017 müsste man sagen: "Gib den Leuten Internetzugang am Bahnhof, und sie werden rabiat."

So geschehen am Wiener Westbahnhof, wo das Gratis-WLAN nicht nur tagtäglich hunderte Nicht-Passagiere anlockte, sondern auch für sehr viele gewalttätige Zwischenfälle - etwa mit Afghanen und Tschetschenen - und einen Anstieg der Kriminalität sorgte. Meist waren es Burschen aus Afghanistan, die sich im ersten Stock beim sogenannten Food-Court trafen und ihren Alltag am Westbahnhof verbrachten. Je später der Abend wurde, umso häufiger kam es zu Zwischenfällen. Hin und wieder konnte man auch Raufereien auch mit Körperverletzungen beobachten. Sehr oft war auch Alkohol im Spiel. Das war natürlich für die Fahrgäste, für die Menschen, die am Bahnhof einkaufen, und auch für die Standbetreiber ein riesiges Problem. Die Beschwerden häuften sich.


Erste positive Bilanz
von ÖBB und Polizei

Zu Beginn des heurigen Jahres zogen die ÖBB als Verantwortliche die Notbremse und reduzierten den WLAN Zugang auf maximal 15 Minuten pro Tag, um der Situation Herr zu werden. Parallel dazu bekam das Sorgenkind am Gürtel auch ein umfangreiches Sicherheitskonzept. Abend für Abend werden die Jugendlichen kontrolliert, die Polizei zeigt mehr Präsenz. Auch ein Schnellrichter ist anwesend, der an Ort und Stelle abstrafen kann. Die ÖBB haben ihr Sicherheitspersonal aufgestockt.

Elf Monate später zieht man eine erste positive Bilanz. Konkrete Zahlen wollen aber weder ÖBB noch Polizei nennen. Eines daher vorweg: Die Anzahl jener Personen, die am Bahnhof "verweilen", wird nicht erhoben, sondern nur die Gesamtfrequenz. An einem normalen Wochentag zählt man rund 60.000 Personen am Westbahnhof Wien (beinhaltet Fahrgäste aller Eisenbahnverkehrsunternehmen und Besucher der Bahnhof City Wien West). Detail am Rande: Aktuell fahren am Westbahnhof pro Tag rund 80 ÖBB-Züge plus einige Züge der Westbahn ab. Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember werden es knapp 90 ÖBB-Züge und knapp ein Dutzend Westbahn-Züge täglich sein.

"Generell hat sich die Situation am Westbahnhof durch ein Bündel an Maßnahmen im Sicherheitsbereich verbessert. Die WLAN-Begrenzung hat sicher zur Verbesserung der Gesamtsituation beigetragen, quantifizieren lässt sich diese Maßnahme aber nicht", sagt eine ÖBB-Sprecherin.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-10 16:41:06
Letzte ─nderung am 2017-11-15 16:50:06




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