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Stadtleben

Update: 28.11.2017, 15:55 Uhr

Öffentliche Verkehrsmittel

Kampf gegen die Angst




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Von Valentine Auer

  • Der Verein "Sprungbrett" will das Sicherheitsgefühl von Mädchen in den öffentlichen Verkehrsmitteln stärken.

Sich aus Angst aus dem öffentlichen Raum zurückzuziehen wäre laut Verein "Sprungbrett" ein Rückschritt.

Sich aus Angst aus dem öffentlichen Raum zurückzuziehen wäre laut Verein "Sprungbrett" ein Rückschritt.© gettyimages Sich aus Angst aus dem öffentlichen Raum zurückzuziehen wäre laut Verein "Sprungbrett" ein Rückschritt.© gettyimages

Wien. Leere U-Bahn-Waggons und Bahnsteige oder lange U-Bahnschächte. Ein starrender Blick am Weg nach Hause. Es sind Situationen, die für Mädchen, die sich in den Wiener Öffis aufhalten, unangenehm sein können. Situationen, in denen die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien mit Angst verbunden werden. Obwohl Gewalt gegen Mädchen zu einem großen Teil im eigenen sozialen Umfeld passiert, wird der öffentliche Raum medial oft als unsicher dargestellt. Es sind Darstellungen, die einen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl von Mädchen haben und auch die öffentlichen Verkehrsmittel mit Angst besetzen. Der Verein "Sprungbrett" will dieses Sicherheitsgefühl von Mädchen wieder stärken und fordert Mädchen auf, ihre Stadt zu erobern.

Was die größten Gefahren für Mädchen in der Stadt, speziell in der U-Bahn, sind, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Was jedoch benannt werden muss, sei das Problem des subjektiven Sicherheitsgefühls, weiß Anna-Melina Hartmann aus ihrer Erfahrung in der Mädchenarbeit beim Verein "Sprungbrett". Der Verein bietet nicht nur Beratungen rund um die Themen Bildung und Arbeitsmarkt für Mädchen an, sondern auch Empowerment-, Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungs-Workshops.


Im Rahmen der Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" thematisiert "Sprungbrett" die Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit dem zweiteiligen Workshop "Mit den Öffis sicher unterwegs! Mädchen erobern ihre Stadt". Der Workshop soll ein selbstbewusstes Auftreten fördern und damit das Sicherheitsgefühl der Mädchen stärken.

"Man muss zwischen der Angstwahrnehmung und der realen Gefährdung unterscheiden. Das Sicherheitsgefühl der Mädchen verändert sich durch bestimmte Ereignisse, über die immer wieder berichtet wird. Wenn wir von einem sexuellen Übergriff oder einer Vergewaltigung in der U-Bahn hören, prägt sich das in unser Gedächtnis ein", erzählt Hartmann der "Wiener Zeitung". Tatsächlich findet aber Gewalt, die sich gegen Mädchen richtet, zu einem überwiegenden Teil im Familienkreis statt. Der gefährlichste Ort ist das Zuhause.

Diese Wahrnehmung wird auch von Martina Steiner bestätigt. Sie ist stellvertretende Leiterin des 24-Stunden-Frauennotrufs der Stadt Wien. Einer Anlaufstelle für Mädchen und Frauen, die Gewalt - sowohl im häuslichen Bereich als auch im öffentlichen Raum - erleben. Laut Steiner liegt die jährliche Zahl der unter 18-Jährigen, die sich aufgrund eines Übergriffs im öffentlichen Raum an den Notruf wenden, im einstelligen Bereich. "Entgegen der medialen Darstellung macht Gewalt im öffentlichen Raum durch Unbekannte nur einen kleinen Anteil an der Gewaltbetroffenheit von Mädchen aus", so Steiner.

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Dokument erstellt am 2017-11-28 15:41:05
Letzte ─nderung am 2017-11-28 15:55:27




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