• vom 04.12.2017, 15:11 Uhr

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Update: 04.12.2017, 15:43 Uhr

Caritas

Hilfe ohne viel Tamtam




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Von Arian Faal

  • Im Advent widmet sich die Caritas verstärkt den Ärmsten.





Wien. "995 Euro sind 2017 zusammengekommen bei unserer Damen-Kartenspielrunde. Die Hälfte der Summe haben wir für einen Ausflug in die Therme Loipersdorf verwendet, die andere Hälfte spenden wir für die Caritas, indem wir dringend nötige Lebensmittel und Hygieneartikel liefern", erklärt Gertrude F. im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Ihren Namen will sie in der Zeitung nicht lesen. "Wir helfen lieber aus der 2. Reihe, ohne viel Tamtam. Überhaupt geht mir dieses ganze Charity-Getue am Keks. Wer wirklich helfen will, stellt nicht sich selbst, sondern die Sache an sich in den Vordergrund", ergänzt die 70-jährige Pensionistin.

"Helfen tut man einfach, man spricht nicht viel darüber"

Information

Das Gruft Winterpaket ermöglicht Soforthilfe und macht für einen obdachlosen Menschen das Leben ein wenig erträglicher. 50 Euro kostet es und besteht aus einem Schlafsack, einem warmen Essen und der Möglichkeit, sich in der Gruft aufzuwärmen. www.gruft.at/gruft-winterpaket

Das Caritas-Kältetelefon steht seit 2.11. bereit. In dieser kurzen Zeit gingen bereits 678 Anrufe mit Hinweisen zu Schlafplätzen von akut obdachlosen Menschen ein. Rund um die Uhr können Wiener per Telefon (01/480 45 53) oder Mail (kaeltetelefon@caritas-wien.at) Informationen zu Zeit, Ort und Beschreibung einer akut obdachlosen Person angeben. In akut lebensbedrohlichen Situationen oder bei Gesundheitsgefährdung bitte unbedingt die Rettung unter 144 verständigen.

Seit dem Winter 2012 werden Wärmestuben auf Initiative der PfarrCaritas eingerichtet und öffnen im Rahmen des Winterpakets von Dezember bis Ende März ihre Pforten. Die Wärmestuben in Wiener Pfarren, Klöstern und Vereinen bieten einen schützenden Zufluchtsort im kalten Winter und stehen allen Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder Notsituation, offen.

Rund 1000 Menschen feiern heuer Weihnachten in einem Caritas Haus für obdachlose Menschen. Damit auch sie ein Weihnachtsgeschenk erhalten, sammelt die Caritas Spenden. Jeden Freitag im Advent ist der "Wir helfen Bus" unterwegs: 8. 12.: 15-18 Uhr, 6., Mariahilfer Str. 77; 15. 12., 16-19 Uhr, Marienplatz 2, 2130 Mistelbach; 22. 12., 15-18 Uhr, Mariahilfer Str. 77.

So können Sie obdachlosen Menschen helfen: Mit Hilfe von Sachspenden kann die Caritas obdachlosen Menschen einen Wohnplatz, Kleidung und Hilfe beim Weg aus der Obdachlosigkeit anbieten. Momentan wird vor allem warme Kleidung (Schals, Mützen, Handschuhe, Socken) benötigt. www.caritas-wien.at/spenden-helfen/sachspenden/aktuelle-sachspenden-aufrufe/sachspenden-fuer-obdachlose/

Aktuell sucht die Caritas zahlreiche Freiwillige, die bei der Versorgung und Betreuung von Obdachlosen helfen möchten. Weitere Informationen finden Sie unter: www.caritas-wien.at

Geldspenden: Spendenkonto - Winterhilfe der Caritas

BIC: GIBAATWWXXX
IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
Kennwort: Winterpaket

Ein kleiner Zettel mit den wichtigsten Besorgungen liegt vor ihr, nun wird die Arbeit eingeteilt. "Momentan werden vor allem warme Kleidung, sprich Schals, Mützen, Handschuhe und Socken, benötigt. Das werden wir als Erstes besorgen. Dann fahren wir zum Drogeriemarkt, um Einwegrasierer, Pflaster und Taschentücher zu kaufen", erklärt Isabelle H., die ebenfalls Teil der Damenrunde ist.

Seit fünf Jahren ist es nun schon zur Routine geworden, dass die fünf älteren Damen in der ersten Dezemberwoche Gutes tun. "Und wenn wir dann alles beisammen haben, wird noch gebacken und dann bringen wir die ganzen Geschenke samt Weihnachtskeksen in die Gruft", unterstreicht Paula G., die in der Runde für das Autofahren zuständig ist. "Wir haben alle unsere Bereiche. Das Ganze ist, wenn Sie so wollen, eine gewisse Therapie für uns. Wir sind alt, haben alle Zeit der Welt und tun im Dezember etwas für die Ärmsten und Schwächsten. Die freuen sich darüber und uns fällt zu Hause nicht die Decke am Kopf", erklärt Gertude F. Über Aktionen wie diese freut sich Caritas-Chef Michael Landau ganz besonders. "Viele Menschen sind sehr sensibel für die Not anderer. Das ist etwas ganz Kostbares in einer Gesellschaft", sagt er. Dies zeige sich quer durch alle gesellschaftliche Schichten. Besonders im Winter seien Orte wie die Gruft sehr wichtig. "Dort können die Menschen zur Ruhe kommen und werden nicht vertrieben", so Landau. "Das Leben auf der Straße wird in der kalten Jahreszeit zum täglichen Kampf", ergänzt er. Daher sei die Winterarbeit immens wichtig.

Spendenbereitschaft 2017 erstmals zurückgegangen

Dies zeigen auch die Zahlen. 4681 Anrufe gingen in der Saison 2016/17 beim Kältetelefon im ein, das sind fast viermal so viele wie im Jahr davor. Außerdem wurden 1446 Personen versorgt, weitere 173 Personen konnten in ein Notquartier gebracht werden. Auch im heurigen Winter gibt es wieder täglich das Gruft-Streetwork (tagsüber und nachts).




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-12-04 15:14:06
Letzte ─nderung am 2017-12-04 15:43:48




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