• vom 04.12.2017, 17:34 Uhr

Stadtleben

Update: 04.12.2017, 17:47 Uhr

Mieten

Wohnen in Tirol ist teurer als in Wien




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Von Martina Madner

  • Eine Immobilien-Auswertung präsentiert teure Wiener Mieten, pro Quadratmeter kostet die Wohnung in Tirol aber mehr.

In der Tiny100 kostet Wohnen nur 100 Euro monatlich, allerdings auf sechs Quadratmetern.

In der Tiny100 kostet Wohnen nur 100 Euro monatlich, allerdings auf sechs Quadratmetern.© dpa/R. Jensen In der Tiny100 kostet Wohnen nur 100 Euro monatlich, allerdings auf sechs Quadratmetern.© dpa/R. Jensen

Wien. Zwei Meter Breite, 3,2 Meter Länge, das ist der Grundriss der "Tiny100". Architekt Van Bo Le-Mentzel schuf diese Miniwohnung, in der es sich inklusive Betriebskosten um 100 Euro monatlich leben lassen soll. Medienwirksam am Carl-Herz-Ufer in Berlin-Kreuzberg präsentiert, löste die Tiny100 wie schon Le-Mentzels "Hartz IV"-Möbel, die er ganz bewusst nach dem deutschen, prekären Arbeitslosengeld benannte, eine Diskussion um Mietpreise aus.

Die Fragen, die sich nicht nur in Berlin, sondern auch in Wien stellen: Sind 6,4 Quadratmeter-Wohnungen auf Rollen tatsächlich die künftig einzig leistbare Alternative zu laufend teurer werdenden Mietwohnungen in gemauerten Häusern? Steigen die Wohnungspreise wirklich so stark an? Und um wie viel Geld lässt sich eine Wohnung heute in welcher Lage mieten?


Weniger als 600 Euro private Miete ist in Wien selten
Der Online-Immobilien-Makler ImmobilienScout24 präsentierte am Montag eine Auswertung von 250.000 privaten Mietangeboten österreichweit, wonach Wien das teuerste Pflaster fürs Mieten sei: "Acht von zehn neuen Mietwohnungen in Wien kosten über 800 Euro Miete ohne Betriebskosten", war da zu lesen. Auch der Blick in die Tabelle scheint das zu beweisen: In Wien sind nur vier Prozent der neuen Wohnungen um weniger als 600 Euro Monatsmiete erhältlich; in Kärnten aber 48, im Burgenland 43 und in der Steiermark 37 Prozent. Ähnlich auch die Situation am anderen Ende der Fahnenstange, bei den teuren Wohnungen. In Kärnten wird bei sieben Prozent der privaten Neuvermietungen mehr als 1000 Euro Miete pro Monat verlangt, im Burgenland bei sechs und in der Steiermark bei neun Prozent. In Wien aber muss man für 54 Prozent der erstmals vermieteten neuen Wohnungen privater Eigentümer, mehr als 1000 Euro Monatsmiete löhnen, exklusive Betriebskosten.



Was die Aussendung allerdings nicht zeigt, ist, ob die Mieter der Wohnungen dann in Tiny100-ähnlichen Mietobjekten in der Einöde leben oder im 140 Quadratmetern großen, neuen Dachausbau in der Wiener Innenstadt.

Tiroler zahlen mehr Miete pro Quadratmeter als Wiener
Auch wenn die Auswertung anderes suggeriert, in Wien ist Mieten durchschnittlich günstiger als in Salzburg und in Tirol. Die Preise steigen auch nicht rasant, im Gegenteil. Reinhard Friedl, Leiter der Immobilienmarktforschung bei ImmobilienScout24, sagt im Gespräch mit der "Wiener Zeitung": "Im Luxussegment ist die Nachfrage stark zurückgegangen, Wohnungen mit über 1500 Euro Miete sind heute fünf bis sechs Monate am Markt, vor fünf Jahren waren es sechs Wochen weniger."

Tatsächlich stellt sich die Preissituation pro Quadratmeter anders dar: In Wien sind 12,3 Euro Miete fällig, in Salzburg aber 12,6 und in Tirol 13,6 Euro. Eine ähnliche Erhebung von Willhaben vom März zeigt außerdem ein Stadt-Land-Gefälle und eines zwischen Lagen: Die Miete pro Quadratmeter macht im ersten Bezirk durchschnittlich 18,62 Euro aus, jene in Salzburg Stadt 14,32 Euro und jene in Innsbruck 16,08 Euro.

In die neue Gemeindewohnung können Wiener übrigens weitaus günstiger einziehen: Da sind 5,58 Euro pro Quadratmeter einer neuvermieteten Wohnung der Kategorie A im Monat fällig.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-12-04 17:41:09
Letzte ─nderung am 2017-12-04 17:47:10




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