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Stadtleben

Update: 06.12.2017, 17:14 Uhr

Advent

Adventmärkte mit Sinn




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Von Valentine Auer

  • Zahlreiche Adventmärkte bieten in den kommenden Tagen die Möglichkeit, Migrations- und Flüchtlingsprojekte zu unterstützen. Hinfahren sollte man aber mit den Öffis, denn wegen des OSZE-Ministertreffens werden in der City viele Straßen gesperrt.


© Benjamin Storck © Benjamin Storck

Wien. Die frierenden Hände am Punschhäferl wärmen. Durch Gassen und Plätze von Stand zu Stand schlendern. Kunsthandwerk und kitschige Weihnachtsbeleuchtung bewundern. Advent in Wien. Das bedeutet, vorweihnachtliche Stimmung auf Christkindlmärkten genießen, und für die Stadt Wien einen Wirtschafts- und Tourismusturbo. Das Wort Advent bedeutet "Ankunft". Christen verbinden damit die Erinnerung an die Geburt Jesu in Bethlehem. Da König Herodes nach der Geburt des "neuen Königs" alle männlichen Kleinkinder töten wollte, mussten Josef, Maria und Jesus nach Ägypten fliehen. Ein Thema, das auch auf Wiens Advent- und Weihnachtsmärkten eine Rolle spielt: Es wird für NGOs im Migrations- und Fluchtbereich Punsch getrunken und Handwerksarbeit von Geflüchteten verkauft. Die "Wiener Zeitung" hat sich umgesehen.

Markt-Hopping
Viel zu tun gibt es für Adventmarkt-Liebhaber zwischen dem 8. und 10. Dezember. Gleich auf vier verschiedenen Märkten kann Punsch getrunken und dabei Flüchtlings- und Migrationsprojekte unterstützt werden. Zum Beispiel beim "Adventmarkt im Donauquartier": Am Standort Mariannengasse 5 im Donauquartier leben derzeit mehr als 60 Familien, die nach Wien geflüchtet sind. Im Innenhof dieser Unterkunft wird es am 8. und 9. Dezember (jeweils 10 bis 20 Uhr) weihnachtlich. Gemeinsam mit der "Kattunfabrik" stellt das Donauquartier Geflüchtete in den Mittelpunkt ihres Adventmarktes.


So gibt es nicht nur den obligatorischen Punsch, sondern Kleidung oder Taschen zu kaufen, die von geflüchteten Textilarbeitern im Rahmen der Übungswerkstatt "Kattunfabrik" hergestellt wurden. Auch die weiteren Stände kommen entweder von unterstützenden Personen oder von Initiativen, die in einem ähnlichen Bereich arbeiten, erklärt "Kattunfabrik"-Gründer Jimmy Nagy. Das Beschäftigungsprojekt für Jugendliche "Caritas reStart" bietet etwa Gläser, Schmuck oder Rucksäcke an, die aus gebrauchten Materialien entstanden sind.

Bereits zum zweiten Mal findet der "Afrikanische Weihnachtsmarkt" statt. Dort gibt es in den Räumen des "Forum Mozartplatz" Produkte - von Stoffen bis Kunstschnitzereien - aus verschiedenen Ländern Afrikas, inklusive der dazugehörigen Speisen, und Getränke. Organisiert wird der Markt vom "panafrikanischen Verein", der einen Raum für die afrikanische Diaspora kreieren will. Gar nicht so leicht, wie Iuna Mateus vom Organisations-Team erklärt: "Es ist ziemlich schwierig für uns, einen Raum zu finden, da die meisten Makler und Besitzer sofort die Panik bekommen, wenn es heißt, dass es ein Raum für Afrikaner sein soll."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-12-06 16:53:06
Letzte nderung am 2017-12-06 17:14:05




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