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Update: 30.12.2017, 15:51 Uhr

Wirtschaft

Prickelnde Bilanz




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Von Martina Madner

  • Silvester bringt Umsatz für die Betriebe. 2017 war aber auch generell ein gutes Jahr für Wiens Wirtschaft.

Wiens Wirtschaft hat zu Silvester allen Grund zu feiern. dpa/FrankRumpenhorst

Wiens Wirtschaft hat zu Silvester allen Grund zu feiern. dpa/FrankRumpenhorst Wiens Wirtschaft hat zu Silvester allen Grund zu feiern. dpa/FrankRumpenhorst

Wien. Zu Jahresende wird Bilanz gezogen, auch von Wiens Unternehmern. "Zu Silvester laufen die Geschäfte für viele Wiener Betriebe auf Hochtouren. Die Wiener Gastronomie ist ausgezeichnet gebucht, ebenso wie die Hotellerie", sagt Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien.

"Sowohl Touristen wie auch Wienerinnen und Wiener machen Wien zu Jahresende zu einem Schmelztiegel - und das liegt nicht nur an den 14 Tonnen Blei, die am Silvesterabend gegossen werden. Was übrigens zu zwei Drittel dem Gewicht der Pummerin entspricht", scherzt Grießler. So werden 350.000 Wiener versuchen, einen Blick ins neue Jahr zu werfen.


Zu Silvester darf Sekt natürlich nicht fehlen: In der Silvesternacht werden 2,5 Millionen Gläser davon getrunken. "Wie schön wäre es, wenn wir auch bald auf die Abschaffung der Schaumweinsteuer anstoßen könnten", sagt Grießler. Tatsächlich sieht das Programm der Bundesregierung eine Überprüfung - und danach mögliche Abschaffung der Bagatellsteuern vor.

Österreichweit hat sie laut Abgabenerfolg des Finanzministeriums von Jänner bis November 21,2 Millionen Euro gebracht. Aber auch mit für die Branche wichtigem Dezember brachte die Schaumweinsteuer 2016 gerade mal 23,4 Millionen Euro ein. Das ist weniger als ein Tausendstel der Umsatzsteuereinnahmen mit 27,3 Milliarden Euro.

250.000 Tanzpaare werden das neue Jahr mit einem Walzer begrüßen. Würden diese alle in einem Ballsaal tanzen, wäre dieser so groß wie 42 Fußballfelder. Darüber hinaus werden zwei Millionen Glücksbringer in der Silvesternacht verschenkt. Die Wirtschaftskammer Wien rechnet mit mehr als 60 Millionen Euro Umsatz alleine in der Silvesternacht. "Wien entwickelt sich zunehmend zu einer Once-in-a-Life-Destination", sagt Grießner im Gespräch mit der Wiener Zeitung. "Man feiert vor dem Stephansdom, so wie andere vor dem Opernhaus in Sydney."

Tatsächlich haben Gastronomie und Hotellerie in Wien allen Grund, positive Bilanz für das Jahr 2017 zu ziehen: Bis einschließlich November zählte Wien heuer 14,1 Millionen Nächtigungen. Das ist eine Steigerung von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das schlug sich auch in den Umsätzen der Wiener Hotellerie nieder: In der bereits ausgewerteten Periode von Jänner bis Oktober 2017 verzeichneten sie einen Netto-Nächtigungsumsatz von insgesamt 651,2 Millionen Euro. Ebenfalls ein sattes Plus, konkret von 7,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Die Buchungslage zeigt, dass auch der Dezember mithalten kann, meint Grießler: "Auch das ist ein Grund dafür, dass wir zum Feiern gestimmt sind."

Auch die Bundesländer-Wirtschafts- und Marktanalyse der Unicredit Bank Austria AG vom November spricht von einem "soliden Wachstum im Tourismus" der Hauptstadt. Der Wiener Handel allerdings konnte demnach nicht in dem Ausmaß wie die Touristiker profitieren, und verzeichnete in den ersten drei Quartalen ein Minus von 0,8 Prozent.

Und sonst? Zwar erhole sich Wiener Industrie laut Unicredit-Bank Austria-Ökonomen trotz Produktionsanstiegs von fünf Prozent nur langsam. Aber: "Der Himmel über der Baukonjunktur hellt sich auf", heißt es in der Analyse. So kann es 2018 für Wiens Wirtschaft weitergehen.




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Dokument erstellt am 2017-12-29 15:59:05
Letzte ─nderung am 2017-12-30 15:51:26




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