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Update: 12.01.2018, 08:06 Uhr

Habsburger

Der ewige Sisi-Kult




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Von Arian Faal

  • Heuer wird der 120. Todestag von Kaiserin Elisabeth begangen.



Höchst ungewöhnlich zu ihrer Zeit: Die junge Kaiserin beim Hürdenritt (um 1880).

Höchst ungewöhnlich zu ihrer Zeit: Die junge Kaiserin beim Hürdenritt (um 1880).© Archiv Höchst ungewöhnlich zu ihrer Zeit: Die junge Kaiserin beim Hürdenritt (um 1880).© Archiv

Wien. Es gibt ja viele Jubiläen in diesem Jahr, aber eines wird sicherlich bei den Touristen im Mittelpunkt stehen und bringt der Wiener Wirtschaft mehrere Millionen an Mehreinnahmen: Vor 120 Jahren wurde Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als "Sisi" oder "Sissi", in Genf ermordet. "Wien ist voll von Sisis Spuren, auf der Gästeseite gibt es großes und seit vielen Jahren anhaltendes Interesse, von Nordamerika bis Asien", erklärt Walter Straßer vom Wien Tourismus im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Damit sei Sisi auch ein wichtiger Faktor im Destinationsmarketing für Wien. "Jubiläen eignen sich dabei immer gut, Protagonisten, Epochen oder im Fall von Sisi generell das imperiale Erbe Wiens zu thematisieren", ergänzt er.

"Sisi interessiert und
bringt einen Mehrwert"

Sisi sei, nicht zuletzt durch die Filme mit Romy Schneider, die die österreichische Kaiserin weltbekannt machten, und durch ihr bewegtes, tragisches Leben so etwas wie eine Figur der Populärkultur geworden. Der Wien Tourismus hat sich relativ genau angesehen, was Wien für die Besucher attraktiv macht, und da steht das imperiale Erbe ganz oben. "Sisi interessiert und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", erklärt Straßer.


Um die Wettbewerbsfähigkeit Wiens als Reiseziel auszubauen, unterzog der Wien Tourismus die touristische Marke Wien bereits 2009 einer umfassenden Analyse. Bereits damals wurde das Angebot an die Gäste in fünf so genannte Markenbausteine gebündelt, die die Positionierung Wiens in einem harten Wettbewerbsumfeld schärften und die inhaltliche Grundlage der Werbelinie des Wien Tourismus lieferten. Die nunmehr als "Wien-Assets" bezeichneten Stärken der Destination wurden im Rahmen des Marken-Relaunchs 2016 erneut bestätigt und geschärft: "Imperiales Erbe", "Musik- und Kulturangebot", "Kulinarische Kultur" sowie "Grünes Wien" sind weiterhin tragende Säulen des Wien-Bildes. Das Asset "Moderne lebenswerte Metropole" beschreibt Wiens weltweit höchste Lebensqualität, Themen wie Smart City, Diversität, Sicherheit, Sauberkeit, Nachtleben, Architektur oder Shoppingmöglichkeiten.

Zurück zu Sisi: Egon Caesar Conte Corti, einer der bedeutendsten Habsburg-Forscher, schildert den Tathergang der Ermordung am 10. September 1898. "Mit dem Dampfer um 13 Uhr 40 will Elisabeth nach Caux zurückkehren. Fünf Minuten vor Abgang des Schiffes verlassen die beiden Damen (Elisabeth und ihre Hofdame, Gräfin Sztáray, Anm.) das Hotel und betreten den fast menschenleeren Kai. Da eilt ein junger Mann über die Fahrstraße, läuft schräg über den Gehsteig bis zum Geländer und am Ufer und geht rasch auf die Kaiserin zu. (. . .) Mit hocherhobener Rechten bückt er sich für einen Atemzug, dann schnellt er auf und bohrt der ahnungslosen Kaiserin einen dolchähnlichen Gegenstand mit aller Kraft in die Brust." Die Ermordung durch den italienischen
Anarchisten Luigi Lucheni beendet das tragische Leben einer unglücklichen Frau, die erst nach ihrem Tod den heutigen mythenumwobenen Kultstatus erreichte. Als Kaiser Franz Joseph in
Wien von dem Unglück erfährt, fällt der viel zitierte Satz "Mir bleibt doch nichts erspart in dieser Welt."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-11 17:20:11
Letzte ─nderung am 2018-01-12 08:06:11




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