
Erst nach mehreren vergeblichen Anläufen wurde Lueger 1897 zum Wiener Bürgermeister von Kaiser Franz Joseph I. ernannt. Angeblich bedurfte es zuvor der Intervention von Papst Leo XIII., um den Kaiser umzustimmen.
Luegers Ziel als Bürgermeister war es, die Hauptstadt des Kaiserreichs von Grund auf zu reformieren. Ein effizient geölter Machtapparat aus Gefolgsleuten, der wesentlich auf dem Prinzip der Ämterpatronage beruhte, ging ihm dabei zur Hand. An Großprojekten initiierte Lueger die II. Wiener Hochquellenwasserleitung, die Kommunalisierung der Gas- und Elektrizitätsversorgung sowie der Straßenbahnen, den Bau von großen Sozialeinrichtungen wie des Versorgungsheims Lainz und des Psychiatrischen Krankenhauses am Steinhof.
Lueger starb am 10. März 1910 als Folge seiner Zuckerkrankheit. Hunderttausende nahmen an den Trauerfeierlichkeiten teil, darunter auch Adolf Hitler. Begraben ist Lueger in der Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche auf dem Wiener Zentralfriedhof.
Ausstellung im Internet
Ab heute bis 31. Mai ist eine virtuelle Ausstellung der Wienbibliothek zu Lueger online, die Einblicke in seinen Nachlass bietet.
Zitate
"Es handelt sich uns darum, in Österreich vor allem um die Befreiung des christlichen Volkes aus der Vorherrschaft des Judentums."
Karl Lueger 1899
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"Ja, wissenS, der Antisemitismus is a sehr gutes
Agitationsmittel, um in der Politik hinaufzukommen; wenn man aber einmal oben is, kann man ihn nimmer brauchen, denn des is a Pöbelsport!"
Karl Lueger 1908
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"Jedenfalls lernte ich den Mann und die Bewegung kennen, die damals Wiens Schicksal bestimmten: Dr. Karl Lueger und die christlich-soziale Partei. Als ich nach Wien kam, stand ich beiden feindselig gegenüber. (.. .) Heute sehe ich in dem Manne mehr noch als früher den gewaltigsten deutschen Bürgermeister aller Zeiten."
Aus Adolf Hitlers "Mein Kampf"
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"Diese disparaten Schichten, die bedrängten Handwerker und Kleinkaufleute, die kleinen Beamten, die Handlungsgehilfen schmolz er zusammen zu einer Partei (.. .) er machte aus dem von den liberalen Protzen hochmütig verachteten kleinen Mann den Herrn dieser Stadt."
Aus der "Arbeiterzeitung" zu Luegers Tod am 11. März 1910
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"Nun muß man wissen, daß es in Österreich (...) jüdische Familiennamen gibt, die mit den Namen fürstlicher Häuser identisch sind. (.. .) Man erzählt sich, daß der Bürgermeister Lueger, dem einmal mitten in einem wichtigen Aktenstudium der Besuch des Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg gemeldet wurde, seinen Sekretär ein wenig zerstreut mit den Worten hinausgeschickt hätte: SagenS den drei Juden, sie sollen warten."
Aus Friedrich Torbergs "Die Erben der Tante Jolesch"