• vom 11.06.2015, 19:18 Uhr

Wien

Update: 22.06.2015, 11:13 Uhr

Artenvielfalt

Keine Angst vor dem urbanen Fuchs




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Von Julia Beirer

  • Der Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere verlagert sich vom Land in die Stadt - der urbane Raum bietet ganzjährige Nahrungsangebote.


© BY scyrene via Flickr © BY scyrene via Flickr

Wien. Wien ist eine Einwanderungsstadt. Der Zuzug vom Land in die Stadt betrifft dabei nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen und Tiere. Denn wer Blumenwiesen, Wildbienen und Füchse nur am Land beheimatet sieht, liegt falsch. Tatsächlich siedeln sich viele Tiere und Blumenarten vermehrt im Wiener Stadtgebiet an. "Das Land ist nicht mehr das, was es früher einmal war. Es gibt dort sehr viel Agrarwirtschaft und daher gibt es auch weniger Lebensraum für Pflanzen und Insekten", sagt Tabea Turrini von der Universität Bern. Die Klagenfurterin weiß, dass Agrarwirtschaft ein größeres Problem für die Artenvielfalt darstellt als Verstädterung.

Ein kurzer Rückblick: Vergangenen Jänner veröffentlichte Turrini gemeinsam mit ihrer Kollegin Eva Knop eine Studie zum Thema Artenvielfalt in den Städten. Dabei wurde einerseits der Effekt der Agrarwirtschaft auf die Biodiversität verglichen mit dem Effekt der Verstädterung. Andererseits untersuchten die Forscherinnen innerhalb von sechs Städten in der Schweiz, wie die unterschiedlichen Landschaftsstrukturen die Artenvielfalt beeinflussen. "Die Ergebnisse waren sehr interessant, denn man kann davon ausgehen, dass die Unterschiede in der Artenvielfalt zwischen grünen und grauen Gebieten innerhalb einer Stadt größer sind als die Unterschiede zwischen Stadt und Land", sagt Turrini. Die Ergebnisse aus den Schweizer Städten seien auch auf Wien übertragbar. Prinzipiell könne gesagt werden, dass in grünen Stadtteilen mehr Artenvielfalt vorhanden ist als in grauen Gebieten und sogar mehr als im intensiv genutzten Agrarland.

Information

Angaben zur Publikation:
Turrini, Tabea und Knop, Eva: A landscape ecology approach identifies important drivers of urban biodiversity. Global Change Biology (early view).
Institut für Ökologie und Evolution
Universität Bern.

Die Forscherinnen zeigten anhand der Untersuchung sechs Schweizer Städte, dass die Biodiversität von baumbewohnenden Insekten und Spinnen in Städten größer sein kann als im intensiv genutzten Agrarland.


Die Begrünung der Städte ist wichtig. "Dazu gehört ein gutes Management, denn wenn es mehr grüne Bodenflächen gibt, dann wachsen die Städte automatisch stärker ins Umland, und das soll vermieden werden", sagt Turrini. Die Stadt Wien versuchte in den vergangenen Jahren verstärkt Flächen wie Fassaden, Hausmauern und Dächer zu begrünen. "Das ist zum einen wichtig, um das Kleinklima zu verbessern und so beispielsweise sommerlichen Hitzespitzen entgegenzuwirken. Zum anderen erhöhen begrünte Dächer und Fassaden die Lebensqualität und bieten Lebensraum für viele Tierarten, wie Käfer, Schmetterlinge und verschiedene Vogelarten", sagt Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22).

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Dokument erstellt am 2015-06-11 15:35:06
Letzte nderung am 2015-06-22 11:13:59



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