• vom 02.04.2012, 17:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 03.04.2012, 11:52 Uhr

Wiener Charta

Nächste Phase für Charta




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • "Wiener Zeitung" beleuchtet Themen "Jüdisches Leben in der Stadt" und "Radfahren"
  • Wiener Charta: Beirat fasst nun bis zum 13. April die Themen zusammen.

Beim Reden kommen die Leut z’samm - egal, ob am Donaukanal beim Tel Aviv Beach oder auch virtuell auf www.charta.wien.at .. - © Claudio Farkasch

Beim Reden kommen die Leut z’samm - egal, ob am Donaukanal beim Tel Aviv Beach oder auch virtuell auf www.charta.wien.at.. © Claudio Farkasch

Wien. (rös) Die erste Phase der Wiener Charta ist beendet: Bis zum Wochenende wurden von den Wienern auf www.charta.wien.at insgesamt 1848 Vorschläge für Themen eingebracht, über die in der Stadt diskutiert werden soll.


Nun startet Phase zwei: In den nächsten Tagen werden die bisher eingebrachten Themen von einem unabhängigen Beirat in Themenblöcken zusammengeführt und diese am 13. April der Öffentlichkeit präsentiert. Mit diesem Tag können auch die ersten sogenannten Charta-Gespräche beginnen. Diese bilden das Herzstück der Initiative, denn hier geht es darum, alle Meinungen zu hören und zu berücksichtigen.

Für diese Gespräche haben sich im Laufe der letzten beiden Wochen auch insgesamt 197 Organisationen, Vereine und Firmen gemeldet, um als Partnerorganisation der Wiener Charta eigene Gesprächsrunden zu veranstalten - oder das Projekt in anderer Form zu unterstützen. Auch die "Wiener Zeitung" ist offizieller Partner der Wiener Charta und wird unter anderem die Themen "jüdisches Leben in Wien" und "Radfahren in der Stadt" begleiten.

Unter den Partnern befinden sich auch Sozialpartner, Religionsgemeinschaften, einige Institute der Universität Wien, Vereine sowie größere und kleinere Unternehmen - wie zum Beispiel Arbeiterkammer, Erzdiözese Wien, islamische Glaubensgemeinschaft, Technische Universität, Wirtschaftskammer, Telekom, Bawag-PSK, Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien, IBM, Ankerbrot, Taxi 40100, der Verein "Wirtschaft für Integration" oder die Fußballvereine sowie die Wiener ÖVP. Im Übrigen können sich Interessierte während der gesamten Projektdauer als Partner der Wiener Charta deklarieren.

Inhaltlich hat sich während Phase eins gezeigt, dass viele Aspekte des Zusammenlebens eine Rolle spielen. Die Themenschwerpunkte sind das Verhalten im öffentlichen Raum und in den öffentlichen Verkehrsmitteln, die Gestaltung des öffentlichen Raums und von Beziehungen wie jene zu den Nachbarn oder das Miteinander unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer. Es geht um die gemeinsame Sprache Deutsch und die Sprachenvielfalt ebenso wie um Sauberkeit, die Interessen älterer Personen und von Kindern, Jugendlichen sowie um das Verhältnis von Mann und Frau, hieß es am Montag aus dem Büro der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger.

Von Integration über Hundekot zum Leberkäse
So beklagen sich etwa ältere Menschen über Kinderlärm, gleichzeitig fordern andere, genau bei diesem Thema mehr Toleranz walten zu lassen. Keine Toleranz soll es hingegen in Sachen Hundstrümmerl geben, wie mehrfach verlangt wird. "Dauerbrenner" scheinen auch die Öffis zu sein: Gestört fühlt man sich dort offenbar von Bettlern, Männern mit nackten Oberkörpern, von Telefonierern ("Man kann das nicht mehr aushalten") oder von Leberkäsesemmeln. In Sachen Integration wird nicht selten für Gelassenheit plädiert. "Jede individuelle (kulturelle) Gewohnheit kann und darf gelebt werden, solange sie das Leben anderer nicht negativ beeinflusst", heißt es etwa in einem Beitrag. Ebenfalls zu lesen: "In meiner optimistischen Naivität wünsch ich mir ein bisschen mehr Toleranz in Wien."

Fromme Wünsche werden auch zu anderen Alltags-Themen geäußert, wie zum Beispiel: "Kellner müssen/sollten nicht unfreundlich sein. Eine freundliche Person mehr im Gastgewerbe erhellt die Stimmung jedes einzelnen." Mitunter gehen die Forderungen aber ziemlich ins Detail: So fühlt sich ein User vom "ständigen Klick-Klack" von Nordic-Walking-Stöcken genervt. Er empfiehlt Gummi-Dämpfer.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2012-04-02 17:02:08
Letzte Änderung am 2012-04-03 11:52:00



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Links liegen gelassen
  2. Muss Vassilakou gehen?
  3. Neues Rabbinatsgericht
  4. Der Mist, der uns wärmt
  5. "Habt Acht"
Meistkommentiert
  1. Muss Vassilakou gehen?
  2. Grüne setzen nun doch auf Stromantrieb
  3. Plötzlich wieder arbeitsfähig
  4. Bei Wahlen ist Stadt-Land kein Spiel
  5. Links liegen gelassen

Werbung



Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Werbung


Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Stadtentwicklung

Breitenseer Mauerfall

20161115Wien1 - © Driendl Architects Wien. Die Ziegelmauer ist wie ein Bollwerk. Auf einer Länge von einem halben Kilometer trennt sie den Stadtteil Breitensee vom übrigen Bezirk Penzing... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter





Innere Stadt

Noch kein Fort Knox

Älteste Kirche von Wien, die Ruprechtskirche, Schwedenplatz, Kohlmarkt, Dirndln auf der Kärntner Straße, Vivienne-Westwood-Shop in der Tuchlauben v.l.n.r. - © Ina Weber Wien. Ist man kein Anzugträger und wohnt dennoch im 1. Bezirk, kommt die Antwort auf die Frage nach dem Wohnort fast einem Geständnis gleich... weiter






Werbung


Werbung