
Wien. Der neue Präsident der Wiener Ärztekammer heißt Thomas Szekeres (50). Der Spitzenkandidat der sozialdemokratischen Ärzte und AKH-Betriebsratsobmann ist am Montagnachmittag von der Vollversammlung der Kammer gewählt worden. Er folgt auf Walter Dorner, der bereits Anfang des Jahres seinen Rückzug verkündet hat.
Szekeres konnte mit seiner Liste bei der Wahl im März deutlich zulegen - von neun auf 16 Mandate. Stärkste Fraktion war die VP-nahe Liste "Vereinigung österreichischer Ärztinnen und Ärzte - Liste Steinhart - Dorner". Deren Spitzenkandidat Johannes Steinhart schaffte in der Vollversammlung nicht die notwendige Mehrheit, um die Nachfolge Dorners anzutreten.
Szekeres hat als Spitzenkandidat der zweitstärksten Fraktion ausreichend Unterstützer gefunden: "Ich gehe davon aus, dass wir die Mehrheit haben", sagte er am Vormittag im Gespräch mit der APA. Er dürfte auch in der Kurie der niedergelassenen Ärzte genügend Stimmen erhalten haben. Denn die Wahlordnung verlangt, dass ein Kandidat von zumindest einem Viertel der Vertreter der jeweils anderen Kurie (niedergelassene bzw. angestellte Ärzte) gewählt wird.
Niedergelassene Ärzte hinter ÖVP-Kandidat
Die Kurie der niedergelassenen Ärzte steht sonst großteils hinter seinem Kontrahenten Johannes Steinhart. Dieser stellt als Chef der VP-nahen Liste "Vereinigung österreichischer Ärztinnen und Ärzte - Liste Steinhart - Dorner" ebenfalls den Anspruch, Präsident zu werden. Seine Fraktion konnte bei der Wahl Ende März den Spitzenplatz verteidigen.
Die VP-Liste konnte sich damals nicht nur als stärkste Fraktion behaupten, sondern sogar leicht zulegen (von 21 auf 23 Mandate, Anm.). Allerdings: Die sozialdemokratischen Ärzte ("Liste Dr. Thomas Szekeres") konnten sich fast verdoppeln. Sie kletterten von neun auf 16 Mandate.
Er setze sich für eine "breite Basis" ein und hoffe, dass die stärkste Fraktion auch den Präsidenten stellen werde, so Steinhart vor der heutigen Sitzung. Dass die Chancen dafür nicht sehr groß sind, weiß jedoch auch er: "Es gibt eine Gruppe, die die Kammer durchspalten will", befand Steinhart im APA-Gespräch. Statt der erhofften Einheit würden "Gruppen- und Partikularinteressen" zum Tragen kommen.
Szekeres konnte sich laut eigenen Angaben unter anderem die Unterstützung der drittstärksten Fraktion, der Wahlgemeinschaft (13 Mandate, Anm.), und der Grünen Ärzte (sieben Mandate) sichern. "Es ist nicht meine Absicht, einen Spaltpilz in die Kammer zu treiben", versprach Szekeres. Und er stellte klar: Auch er sei - wie Steinhart - gegen das Gesundheitsdaten-Projekt ELGA, zumindest in der derzeitigen Form.
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