• vom 03.09.2012, 18:05 Uhr

Stadtpolitik

Update: 03.09.2012, 18:16 Uhr
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Step 2014 soll Antworten auf negative Entwicklungen geben

Wie Wien Wachstum lenken will


Von Christian Mayr

  • Neuer Wiener Stadtentwicklungsplan legt Fokus auf Verkehr und Umland.
  • Probe für grüne Planungskompetenz.

Wien. Im Jahr 2030 sollen innerhalb der Grenzen Wiens zwei Millionen Menschen leben, in der gesamten Stadtregion sogar drei Millionen - was ein Plus von rund 400.000 gegenüber dem Status quo ergibt; für all diese Bewohner gilt es angesichts herrschender Wirtschaftskrise und immer höherer Immobilienpreise leistbaren Wohnraum und sichere Arbeitsplätze zu schaffen; und es gilt, dass alle diese Menschen möglichst rasch an ihren Arbeitsplatz gelangen, ohne gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen durch zu viel Verkehr einzuschränken; und last, but not least soll das urbane Wachstum im Einklang mit dem Grünraum stehen, diesen schützen und bewahren.

Die Ränder der Stadt dürfen nicht ausfransen. Dazu empfiehlt Experte Thomas Madreiter engere Kooperationen mit dem Umland.

Die Ränder der Stadt dürfen nicht ausfransen. Dazu empfiehlt Experte Thomas Madreiter engere Kooperationen mit dem Umland.Google Earth Die Ränder der Stadt dürfen nicht ausfransen. Dazu empfiehlt Experte Thomas Madreiter engere Kooperationen mit dem Umland.Google Earth

All diese Dinge gleichermaßen sicherstellen - also so etwas wie die Quadratur des Kreises schaffen -, das soll der neue Stadtentwicklungsplan von Wien, der sogenannte Step 2014: Heute, Dienstag, findet der Startschuss für das Nachfolgeprojekt des Step05 statt; im Jahr 2014 soll der neue Step fertig ausgearbeitet und von der Rathauspolitik beschlossen werden.

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Der große Unterschied zu seinem Vorgänger, der hauptsächlich 13 Zielgebiete in Wien in den Fokus rückte (von gelungen Beispielen wie den Donaukanal bis zu gescheiterten Projekten wie Rothneusiedl) besteht aus zwei Punkten: Zum einen wird erstmals der Verkehrsplan (vormals: "Masterplan Verkehr") mit dem Step zusammengelegt; zum anderen wird der gesamte Prozess von einem Gremium "aus renommierten nationalen und internationalen Experten, die ihr Wissen in den Prozess einbringen werden", begleitet, heißt es aus dem Büro von Planungsstadträtin Maria Vassilakou. Für die Grün-Politikerin stellt der Step 2014 eines der Kernprojekte ihrer Amtszeit dar, die bisher vorwiegend durch nicht unumstrittene Verkehrsmaßnahmen - Stichwort Parkpickerl-Ausdehnung - geprägt war. Politisch geht es für die Grünen um nichts weniger, als ihre Handschrift bei der Neugestaltung von Wien zu hinterlassen.

Wachstum an den Rändern provoziert Verkehr, wie die SCS zeigt. Der Step 2014 soll Lösungen finden.

Wachstum an den Rändern provoziert Verkehr, wie die SCS zeigt. Der Step 2014 soll Lösungen finden.© APA/HERBERT PFARRHOFER Wachstum an den Rändern provoziert Verkehr, wie die SCS zeigt. Der Step 2014 soll Lösungen finden.© APA/HERBERT PFARRHOFER

Neu ist bei der Zielrichtung des Step 2014 auch das Schielen über die Gemeindegrenzen hinaus und die Konzeptionierung der "Stadtregion Wien": "Es gilt, kritisch über Entwicklungsperspektiven und -strategien nachzudenken und dabei auch über den Tellerrand hinauszublicken", erklärt das Vassilakou-Büro. Konkret stelle sich etwa die Frage nach gemeinsamen Entwicklungsinteressen der Stadtregion.

Dass eine akkordierte Planung zwischen Wien und dem Umland alles andere als einfach ist, hat zuletzt das Parkpickerl-Beispiel gezeigt: Die von Wien beschlossene Ausweitung in fünf Bezirken stieß in Niederösterreich - dort sogar bei den Grünen - auf Widerstand. Wien freilich ist, zumal das Thema "City-Maut" aktuell politisch nicht umsetzbar ist, zu derartigen Maßnahmen fast gezwungen, will es nicht im Verkehrskollaps untergehen. Denn werktags überqueren fast 550.000 Personen die Grenzen von Wien - gleich 79 Prozent davon verwenden das Auto.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-03 18:06:11
Letzte Änderung am 2012-09-03 18:16:34


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