• vom 17.10.2012, 17:48 Uhr

Stadtpolitik

Update: 17.10.2012, 17:51 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Verhandlungsspielraum bei SPÖ und Grünen ist nur sehr klein

Der Streit um ein Mandat


Von Christian Rösner

  • Verhandlungen über neues Wahlrecht in der Zielgeraden - eine Analyse.

Wien. Noch in diesem Jahr soll sie stehen, die Wahlrechtsreform in Wien - oder besser gesagt, das Demokratiepaket, wie es die rot-grüne Stadtregierung genannt haben will.

Wahlrecht für alle bleibt weiterhin Zukunftsmusik.

Wahlrecht für alle bleibt weiterhin Zukunftsmusik.© APA/MARKUS LEODOLTER Wahlrecht für alle bleibt weiterhin Zukunftsmusik.© APA/MARKUS LEODOLTER

Einig ist man sich bereits beim Petitionsrecht: Wird eine Eingabe zu einem bestimmten Thema von mindestens 500 Menschen unterstützt, soll sie in einem eigenen Ausschuss im Rathaus behandelt werden. Die dafür nötige Zweidrittelmehrheit sollte kein Problem sein, da man sich in dieser Frage auch über weite Strecken mit der Opposition einig ist.

Werbung

Dasselbe gilt für die Kompetenzerweiterung des Kontrollamtes - dieses soll 2013 mit denselben Prüfbefugnissen wie der Bundes-Rechnungshof ausgestattet und somit in einen "Stadtrechnungshof" überführt werden. Einziger Streitpunkt mit der Opposition ist hier der Bestellmodus für den künftigen Stadtrechnungshofdirektor, aber hier geht es mehr um formale Divergenzen als um ideologische.

Ganz anders sieht es da schon mit dem Wahlrecht aus. SPÖ und Grüne wollen, dass EU-Bürger in Wien auch auf Gemeinderatsebene wählen dürfen - so wie in allen anderen Städten in der EU auch, mit Ausnahme von Hamburg, Bremen und Berlin. In dieser Frage steht Rot-Grün alleine da - und ist sich auch noch nicht über die Vorgehensweise einig: Die Grünen wollen nämlich die Bestimmung einfach in das neue Wahlrecht hineinnehmen und eine Klage der FPÖ beim Verfassungsgerichtshof in Kauf nehmen. Die SPÖ ist hier etwas zögerlicher. Sie dürfte eher dazu tendieren, eine Resolution an den Bund zu verabschieden und abzuwarten.

Fix ist aber schon, dass es kein Wahlrecht für alle geben wird. Denn für die Wahlberechtigung von Drittstaatsangehörigen wäre eine Verfassungsänderung auf Bundesebene nötig, was mit der Bundes-ÖVP aber kaum zu machen ist. Einzig für die Grünen ist diese Haltung völlig unverständlich - denn bei dieser Partei darf jedes einzelne Mitglied bei der Landesversammlung über Listenplätze abstimmen. In SPÖ, ÖVP und FPÖ bestimmen die Parteien für sich selbst, wer auf ihren Listen steht. Das plakativste Gegenmodell zu den Grünen dürfte aber die Wirtschaftskammer sein: Dort wird jeweils ein Vertreter einer Sparte ins Gremium geschickt - wobei die Stimmen im Gremium gleich viel wert sind, auch wenn die eine Sparte 1200 Unternehmer vertritt (wie zum Beispiel die Taxifahrer und andere Fuhrwerkunternehmen) und die andere nur einen (zum Beispiel Seilbahnen).




Schlagwörter

Grüne Wien, SPÖ Wien, Wahlrecht

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-17 16:53:05
Letzte Änderung am 2012-10-17 17:51:21


Beliebte Inhalte



Werbefigur der Firma Niemetz. - APAweb/GEORG HOCHMUTH Wien. Es ist entschieden: Die zum Meinl-Imperium gehörende Heidi Chocolat mit Sitz in Rumänien kauft den insolventen Wiener Schwedenbombenhersteller...weiter

Zerquetscht, durchbohrt, ausgelaufen: Rund 320 Fässer hat die Via Donau aus der Alten Donau gezogen, was mit den Rückständen passiert ist, lässt sich erahnen. Pawelka
  • FPÖ beantragt Bergung aller Fässer, Grüne wollen sich dafür einsetzen.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Parkuhren würden das Drucken von Parkscheinen ersparen. - Rösner
  • Gratisparken wird ausgedehnt, es gelten aber nur Parkscheine und SMS.
  • weiter

Hier wird vereint, was vor ein paar Jahren für Kopfschütteln sorgte. - Mazak
  • Am 23. Mai eröffnet die Wohngemeinschaft offiziell ihre Pforten.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Eine erste Teststrecke beim Westbahnhof wurde grün angemalt. - APAweb / Georg Hochmuth
  • City-Chefin Stenzel: Grüne geben Steuergelder für Parteiwerbeaktion aus.
  • weiter

Neben Rot soll es auch Grün auf den Radwegen geben. - apa
  • Fußgängerbeauftragte plädiert für mehr Rücksichtnahme.
  • weiter

  • Radfahrer und Fußgänger als Grünen-Schwerpunkt im Gemeinderat.
  • weiter




Werbung



Oliver Rathkolb, Leiter der Historikerkommission zu Straßennamen, im Interview

Straßennamen im Umbruch

Umbenannt. Der Dr.-Karl-Lueger-Ring heißt seit Juli 2012 Universitätsring. Der Lueger-Platz bleibt als Reibebaum. - PID/Schaub-Walzer Wien. Es sind 4200 Straßennamen, die die Historikerkommission rund um Oliver Rathkolb nach problematischen Namen durchforsten muss... weiter


100. Todestag von Karl Lueger: Reformer, Populist und Antisemit, bewundert und angefeindet

Umstrittener Modernisierer

2012karllueger2 - Wiener Zeitung / Andreas Urban Man muss kein Prophet sein, um die Chancen auf eine Umsetzung der Pläne skeptisch zu beurteilen. Alle Jahre wieder fordern Initiativen die... weiter


US-Historiker John W. Boyer im Interview zum 100. Todestag des legendären Wiener Bürgermeisters Karl Lueger

Der Anfang vom einfärbigen Wien

2012karllueger - Wiener Zeitung / Andreas Urban Darüber hinaus avancierte Lueger mit der Gründung der Christlichsozialen Partei zu einem der Architekten des späteren österreichischen... weiter




Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung