
Wien. Die Wiener Grünen demonstrieren Geschlossenheit vor der Nationalratswahl 2013. Die Delegierten der Rathaus-Regierungspartei haben am Sonntag mit 94 Prozent Bundessprecherin Eva Glawischnig erneut auf Platz eins der Landesliste gewählt. Zum Vergleich: Vor vier Jahren erhielt sie lediglich gut 75 Prozent.
Platz zwei entfiel - mit 97,95 Prozent noch deutlicher - auf Justizsprecher Albert Steinhauser. Ab der dritten Stelle gab es Kampfabstimmungen. Zuvor schwor Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou ihre Parteifreunde auf "Mut, Tatkraft und Hartnäckigkeit" für den kommenden Wahlkampf ein.
Die neue alte Listen-Erste Glawischnig stellte sich - wie Steinhauser - ohne Herausforderer zur Wahl. In ihrer kurzen Vorstellungsrede zeigte sich die Bundessprecherin überzeugt, dass die "Chance, das derzeitige politische System österreichweit umzudrehen, nie so groß wie heute" sei. Derzeit sei "Korruption on bord", die nächste NR-Wahl sei eine Abstimmung über die politische Kultur und die Käuflichkeit, appellierte sie an die rund 400 versammelten Delegierten.
Korun, Zinggl und Musiol Fixstarter für das Parlament
Die Rathaus-Ökos legten als erste Wiener Partei die Startplätze für die Mandatarsentsendung in den Nationalrat fest. Durch das langwierige Abstimmungsprozedere zog sich die Fixierung im Rahmen einer Landesversammlung - das größte Gremium der Landespartei - über mehrere Stunden hin. Am Nachmittag standen schließlich die ersten fünf Plätze fest. Ihre Inhaber haben nach der NR-Wahl 2013 ein so gut wie fixes Ticket für das Parlament. Hinter Glawischnig und Steinhauser wurden Migrationssprecherin Alev Korun, Kultursprecher Wolfgang Zinggl und Daniela Musiol auf die dritte, vierte und fünfte Stelle gewählt. Um diese und die weiteren Plätze gab es teils ordentliches Gerangel, weshalb Kampfabstimmungen notwendig wurden. Auf Rang sechs, sieben und acht kamen Karl Öllinger, Birgit Meinhard-Schiebel (Vorsitzende der Initiative Grüne SeniorInnen, Anm.) und Rechtsanwalt Georg Bürstmayr.
"Schwindler, Schurken, Steuerflüchtlinge"
Vor dem eigentlichen Wahlprozedere versuchte Vassilakou trotz hörbarer Verkühlung, die Delegierten in Wahlkampfstimmung zu bringen. Sie appellierte im Haus der Österreichischen Lotterien, mit "Mut, Hartnäckigkeit und Tatkraft" in den Wahlkampf zu gehen. Man müsse für bundesweite Veränderung sorgen, denn sonst drohe eine "Regierung der drei S: Spindelegger, Strache, Stronach - oder: Schwindler, Schurken, Steuerflüchtlinge".
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