• vom 13.05.2013, 17:51 Uhr

Stadtpolitik

Update: 15.05.2013, 13:46 Uhr

Volksschule

Das Kreuz mit dem Kreuz in Schulen




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  • Nach einer Schulsanierung blieb das christliche Symbol abgehängt.

Religion in Schulen wird zunehmend zur Streitfrage.

Religion in Schulen wird zunehmend zur Streitfrage.© apa Religion in Schulen wird zunehmend zur Streitfrage.© apa

Wien. (bs/iw) An einer Kooperativen Mittelschule in Wien hängen seit drei Jahren in den Klassen keine Kreuze mehr. Die Schule möchte nicht genannt werden, eine Lehrerin schildert aber der "Wiener Zeitung", wie es dazu kam: Nachdem die Schule 2010 saniert wurde, ging es darum, ob die Kreuze wieder aufgehängt werden sollen. Es kam zu einem Streit zwischen zwei Lehrern. Der eine war dafür - es sei ein Zeichen unserer westliche Welt -, der andere war dagegen - religiöse Symbole hätten in der Schule nichts verloren. Das Ergebnis: Die Kreuze blieben in den Schachteln. Die Mehrheit der Schüler in den Klassen waren auch schon davor Muslime.

Keine Statistik über Kreuze
Tatsächlich entscheidet nach dem Wiener Schulgesetz der Schulleiter, ob ein Kreuz aufgehängt wird oder nicht - zumindest, wenn die Mehrzahl der Schüler nicht christlichen Glaubens ist. Wenn mehr als 50 Prozent Christen gemeldet sind, sind laut dem Schulgesetz in allen Klassen Kreuze aufzuhängen. Eine Statistik darüber, in wie vielen Klassen beziehungsweise Schulen Kreuze hängen oder eben nicht, gibt es weder beim Stadtschulrat noch bei der zuständigen MA 56.

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Die Diskussion um Kreuze in Klassen der öffentlichen Pflichtschulen ist wieder aufgeflammt, als bekannt wurde, dass in einer Wiener Volksschule alle Kreuze abgehängt werden mussten.

"Weltanschaulich neutral"
Eine Mutter hatte dies durchgesetzt, wie es in einer Aussendung der Initiative "Religion ist Privatsache" hieß. Welche Schule das war, will die Initiative nicht sagen. Laut Eytan Reif, einem Vorstandsmitglied der Initiative, hat eine öffentliche Schule einen weltanschaulich neutralen Raum anzubieten. Außerhalb der Schule könne jeder praktizieren, was er wolle, sagte Reif im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Doch selbst die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) ist nicht gegen Kruzifixe in Klassenräumen. Zekirija Sejdini, Pressesprecher der IGGiÖ, verweist auf eine Stellungnahme der Glaubensgemeinschaft aus dem Jahr 2009. Zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das die Anbringung von Kruzifixen in italienischen Klassenzimmern untersagte, wiederholte die IGGiÖ ihre Position, dass sie nicht gegen Kreuze ist. Das habe sich seitdem nicht geändert und sei auch im aktuellen Fall der Standpunkt.




Schlagwörter

Volksschule, Kreuz, Laizismus

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Dokument erstellt am 2013-05-13 17:56:06
Letzte Änderung am 2013-05-15 13:46:54



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