• vom 01.10.2013, 17:07 Uhr

Stadtpolitik

Update: 01.10.2013, 20:31 Uhr

Jüdischer Friedhof

Jüdische Friedhöfe bald zugänglich




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  • Beitrag Wiens wurde auf 860.000 Euro pro Jahr aufgestockt
  • Stadt und IKG unterzeichnen Vereinbarung über Pflege der Grabstätten.

Seit Jahren dürfen die jüdischen Friedhöfe in Wien - wie jener in Währing - nicht betreten werden. Das soll sich bald ändern. - © Rösner

Seit Jahren dürfen die jüdischen Friedhöfe in Wien - wie jener in Währing - nicht betreten werden. Das soll sich bald ändern. © Rösner

Wien. (rös) Wie der berühmte jüdische Friedhof in Prag, sollen bald auch die jüdischen Friedhöfe in Wien für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wünscht sich der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Oskar Deutsch. Voraussetzung dafür ist aber eine längst fällige Renovierung der Grabstätten, denn das Betreten dieser historischen Orte ist meistens aus sicherheitstechnischen Gründen verboten.

Information

Jüdische Friedhöfe in Wien
Von der Vereinbarung sind folgende Friedhöfe auf dem Gebiet der Stadt Wien umfasst:
  • 9., Seegasse 9 "historischer jüdischer Friedhof in der Rossau"; Grundeigentümerin IKG Wien.
  • 18., Schrottenbachgasse 3 "jüdischer Friedhof Währing"; IKG Wien.
  • 21., Ruthnergasse 24-26 "jüdischer Friedhof Floridsdorf"; IKG Wien.
  • 11., Simmeringer Hauptstr. 244, Tor V, "neuer jüdischer Friedhof am Zentralfriedhof"; IKG Wien.
  • 11., Simmeringer Hauptstr. 230 B, Tor I, "alter jüdischer Friedhof am Zentralfriedhof"; Grundeigentümerin Friedhöfe Wien GmbH.


Aber hier scheint es nach jahrelangen Diskussionen endlich Licht am Ende des Tunnels zu geben: Die Stadt Wien und die IKG haben eine Vereinbarung über die Pflege der jüdischen Friedhöfe getroffen. Und das Abkommen, das am Dienstag von Bürgermeister Michael Häupl und Oskar Deutsch unterzeichnet wurde, ist auch Voraussetzung für öffentliche Mittel zur Sanierung der jüdischen Friedhöfen.

Speziell um die Sanierung des jüdischen Friedhofs Währing wird seit Jahren gerungen. Dabei ist für die Restaurierung und Erhaltung jüdischer Friedhöfe in Österreich gemäß Washingtoner Abkommen von 2001 die öffentliche Hand zuständig. Der Bund hat aber erst im Jahr 2010 einen Fonds für die Instandsetzung jüdischer Ruhestätten eingerichtet. Für 20 Jahre sind pro Jahr eine Million Euro zur Ausschüttung vorgesehen. Das Geld gibt es jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen: Die IKG hat Eigenmittel in derselben Höhe aufzubringen und die jeweilige Standort-Gemeinde muss die nächsten 20 Jahre nach der Sanierung für die Instandhaltung sorgen. Damit sind etwa Mäharbeiten, Baumschnitt, Pflege der Wege oder Mauern gemeint.

Summe mehr als verdoppelt
Dafür wurde am vergangenen Donnerstag der Weg geebnet: Im Wiener Gemeinderat wurde eine Erhöhung des finanziellen Beitrags der Stadt zur Pflege jüdischer Friedhöfe von 340.000 Euro auf 860.000 Euro pro Jahr beschlossen - womit die Sanierungen umgehend starten könnten.

Die Wiener Vereinbarung sieht dies für den historischen jüdischen Friedhof in der Seegasse in Alsergrund, den jüdischen Friedhof Währing, den jüdischen Friedhof Floridsdorf sowie den alten und neuen jüdischen Friedhof am Zentralfriedhof vor.

Alleine wäre das für die IKG auf keinen Fall machbar gewesen, betonte Deutsch. "Sie müssen bedenken, dass es darum geht, fünf Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 500.000 Quadratmetern zu sanieren. Und dort sind Menschen begraben, die zu 95 Prozent keine Nachkommen mehr haben - aus Gründen, die Sie sich vorstellen können", erklärte der IKG-Präsident.

Welcher der fünf jüdischen Friedhöfe in Wien nun als Erster saniert wird, ist noch offen: "Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und werden das dann beschließen", meinte Deutsch.

Touristenattraktion
Seine Favoriten seien die Areale in Währing und am Zentralfriedhof. Und nach der Sanierung könnten dann die Friedhöfe tatsächlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, was sicherlich auch für den Tourismus interessant sein könnte. "Sowohl der Friedhof in Währing als auch der Friedhof in der Seegasse sind Unikate in Europa", unterstrich Deutsch. Schließlich seien dort Grabsteine aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert zu finden.




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Dokument erstellt am 2013-10-01 17:11:04
Letzte Änderung am 2013-10-01 20:31:17



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