• vom 07.08.2014, 17:30 Uhr

Stadtpolitik

Update: 07.08.2014, 18:00 Uhr

Islam

Imam-Schule mit Sprengkraft




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Von Arian Faal

  • Umstrittene Imam-Schule will trotz "Sauschädel-Affäre" und politischem Widerstand 2015 ihre Pforten öffnen.

In der Bundeshauptstadt sollen Imame bald in großem Stil privat ausgebildet werden.

In der Bundeshauptstadt sollen Imame bald in großem Stil privat ausgebildet werden.© epa/Rehan Khan In der Bundeshauptstadt sollen Imame bald in großem Stil privat ausgebildet werden.© epa/Rehan Khan

Wien. Um eine Facette reicher ist die Debatte rund um den Bau eines Islam-Zentrums in Simmering. Dank Twitter verbreitete sich die Nachricht, dass Unbekannte am Mittwoch fünf aufgespießte Sauschädel auf einer der umstrittensten Baustellen der Stadt aufgestellt hatten, wie ein Lauffeuer.


"Die Fotos sind in der Florian-Hedorfer-Straße entstanden. Wir ermitteln gegen unbekannte Täter und haben auch den Verfassungsschutz eingeschaltet", bestätigte Polizeisprecher Thomas Keiblinger die Echtheit der Bilder.

Der Sprecher der Islamischen Föderation, Yakup Gecgel, meint im Gespräch mit der "Wiener Zeitung", dass sein Verein bereits Anzeige gegen unbekannt erstattet hätte. Abgesehen von dem Vorfall gebe es im 11. Bezirk auch eine "Hetzkampagne" von bestimmten Parteien wie zum Beispiel der FPÖ, die nicht wollen, dass diese Schule eröffnet werde.

Obwohl noch unklar ist, wer den Vandalismus zu verantworten hat, stehen die Chancen auf eine strafrechtliche Verfolgung schlecht. "Das Problem ist, dass diese Tat zwar eine Herabwürdigung von religiösen Werten darstellt, aber das Islam-Zentrum noch nicht praktiziert hat. Folglich wurden die Sauschädel auf einer Baustelle deponiert", so der Sprecher weiter.

Selbst wenn sich der Täter bekennen würde, könne ihm die Polizei wenig anhaben, da nichts beschädigt wurde. Seitens der Polizei will man Maßnahmen zur Prävention setzen, damit "solche Dinge nicht mehr geschehen".

Verbindungen nach Ankara
Sprengkraft hatte das Projekt der Islamischen Föderation, eine türkische Imam-Hatip-Schule (Imam heißt Vorbeter, Hatip Prediger, Anm.) in Wien zu errichten, ohnehin schon von Beginn an. Gilt doch der Verein als österreichische Vertretung der religiös-nationalistischen türkischen Milli-Görüs-Bewegung. Recherchen der "Wiener Zeitung" ergaben, dass auch Verbindungen zur Regierung in Ankara bestehen. Genau dort soll der Bau des Zentrums bereits 2013 in einem Bericht des Kultur- und Religionsministeriums angeregt worden sein. Auf Seite 49 steht, dass im Ausland drei türkische Predigerschulen in Straßburg, New Jersey und Wien errichtet werden sollen. Dementsprechend alarmiert reagierte die österreichische Politik, als im Juni einen Tag vor dem umstrittenen Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan die Pläne über den Bau in einer Reportage der "Salzburger Nachrichten" publik wurden.

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Dokument erstellt am 2014-08-07 17:35:04
Letzte ─nderung am 2014-08-07 18:00:44



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