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  • vom 19.11.2014, 14:12 Uhr

Stadtpolitik

Update: 19.11.2014, 14:25 Uhr

Bezirkspolitik

Streit um geplantes Burn-Out-Zentrum im Hörndlwald




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  • Rot-grüne Entscheidung für Burn-Out-Zentrum im Hietzinger Hörndlwald löst bei schwarzer Bezirksvorstehung "völliges Unverständnis" aus.

Das geplante Reha-Zentrum. - © skyline architekten ZT GmbH

Das geplante Reha-Zentrum. © skyline architekten ZT GmbH

Wien. (red) "Ich freue mich, dass nun ein jahrzehntelanges Problem in Hietzing gelöst ist", betonte am Mittwoch der Vorsitzende der SPÖ Hietzing, Gerhard Schmid. Nach der Einigung der Stadt Wien und dem Verein Pro Mente steht nun die Nachnutzung der Flächen des ehemaligen Josef-Afritsch-Heimes sowie der Franziska-Fast-Wohnanlage fest. Das Naherholungsraum Hörndlwald soll demnach erhalten bleiben. "Die Bauruinen werden endlich beseitigt und einem sozialen Zweck gewidmet", sagte Schmid. Das Reha-Zentrum für 80 Personen wird in erster Linie Burn-Out-Patienten und Personen, die an Depressionen leiden, betreuen. "Schön, dass nun in Hietzing eine Einrichtung geschaffen wird, die diesen Menschen hilft", so Schmid abschließend.

Bei der schwarzen Bezirksvorstehung lösen die Pläne der rot/grünen Stadtregierung hingegen "völliges Unverständnis" aus.

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"Das Großprojekt bedeutet entgegen den Versprechungen von Rot-Grün die Zerstörung dieses wertvollen Biotops. Tausende Unterschriften der Hietzinger Bevölkerung, die eine Renaturierung des Areals fordert, werden damit einfach vom Tisch gewischt", ärgert sich Kobald. Es werde im Hörndlwald keine Ruhe mehr geben. Mit täglich hunderten Autos von Personal, Patienten und Besuchern sei zu rechnen, fährt sie fort.

ÖVP: Geriatriezentrum würde sich besser eignen
Grundsätzlich begrüßt die Bezirksvorsteherin ein Burnout-Zentrum in Hietzing. Der Hörndlwald sei aber der falsche Ort. Sie verweist auf das 500 Meter entfernte "riesengroße" und "wunderbar grüne Areal" des Geriatriezentrums am Wienerwald, das mit entsprechender Infrastruktur zur Verfügung stehen würde. Einen Teil der leerstehenden Gebäude könnte man einfach und kostengünstig für ein Burnout-Zentrum adaptieren, sagt Kobald.

"Ich will auch wissen, welche Zusagen es an den privaten Betreiber gibt. Ich fordere völlige Transparenz und Offenlegung der Vorgänge. Es scheint alles schon unter Dach und Fach zu sein, noch bevor der Gemeinderat damit befasst ist",erklärte Kobald. Eine Aufklärung forderte sie auch darüber, wie die in Aussicht gestellte Weiternutzung des Natur-Fußballplatzes im Hörndlwald mit Ruhe suchenden Patientinnen und Patienten vereinbar sein soll.

Auch die FPÖ spricht sich gegen das Projekt aus, sagt der Bezirksparteiobmann der FPÖ-Hietzing, Günter Kasal. Grundsätzlich solle das Landschaftsschutzgebiet keinesfalls für Bauprojekte geopfert werden. Bevor aber eine seriöse Beurteilung des Projekts erfolgen kann, soll eine Bürgerversammlung zur Information der Hietzinger abgehalten werden, fordert Kasal.

Für Wohnabustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) ist die Lage im Hörndlwald ideal: "Gerade dieser Standort ist aufgrund seiner abgeschiedenen Ruhelage für eine Reha-Einrichtung bestens geeignet. Die öffentliche Durchwegung des Geländes bleibt erhalten. Somit bleibt der Naherholungsraum Hörndlwald für die AnrainerInnen und Anrainer auch zukünftig bestehen. Und die Patienten profitieren durch die naturnahe Einbettung des Reha-Zentrums ebenso." Ein von den Anrainern befürchtetes erhöhtes Aufkommen des täglichen Individualverkehrs sei bei dieser "sanften" Nutzung des Geländes nicht zu erwarten. "Der Naherholungsraum Hörndlwald bleibt also im bisher gewohnten Umfang auch zukünftig bestehen", so der Stadtrat.

Im Bereich des ehemaligen Josef-Afritsch-Heimes waren 2146 Quadratmeter verbaut. Das entspricht den im Plandokument aufgewiesenen Anteil von höchstens 35 Prozent verbaubarer Fläche von 6130 Quadratmeter. Das Areal der derzeit noch bestehenden Franziska-Fast-Wohnanlage sind 905 Quadratmeter verbaut.

Geplant ist ein Bestandsvertrag (Pachtvertrag) zwischen MA 69 (Immobilienmanagement) und pro mente Reha vom 1. Jänner 2015 bis 31. Dezember 2016 sowie die Ermächtigung über einen nachfolgenden Baurechtsvertrag. Grundsätzlich sollen während der Dauer des Bestandsvertrages alle Bewilligungen eingeholt werden und im Zuge der Projektumsetzung auf einen Baurechtsvertrag (Gültigkeit ab 1. Jänner 2017) zu marktüblichen Konditionen umgestiegen werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-11-19 14:14:04
Letzte Änderung am 2014-11-19 14:25:51



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