• vom 12.01.2015, 14:08 Uhr

Stadtpolitik

Update: 12.01.2015, 15:56 Uhr

Akademikerball

Heuer kein Vermummungsverbot




  • Artikel
  • Kommentare (4)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZOnline/APA

  • Polizei will bei Akkreditierungen für Journalisten für Bereich des Platzverbots mit KfJ zusammenarbeiten.

Wien. Rund um die Demonstrationen gegen den von der FPÖ veranstalteten Akademikerball am 30. Jänner wird in diesem Jahr kein Vermummungsverbot im Vorfeld ausgesprochen. Das sagte der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl bei einer von der Wiener Landespolizeidirektion veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema "Polizei im Spannungsfeld bei Demonstrationen" am Montag.

An der Diskussionsveranstaltung nahmen neben Pürstl Gerhard Jarosch, Chef der Staatsanwältevereinigung, Franz C. Bauer, Chef der Journalistengewerkschaft, sowie mehrere Journalisten teil. Die Kritik der Journalisten an den Maßnahmen der Polizei im Vorjahr betraf vor allem das Platzverbot, durch das die Medien in ihrer Berichterstattung stark eingeschränkt worden seien, sowie das Vermummungsverbot.

Werbung

Platzverbot bleibt bestehen
Ein Platzverbot werde es zwar auch heuer geben, allerdings bot Pürstl an, bei den Akkreditierungen für Journalisten für den gesperrten Bereich mit den Journalistenvereinigungen zusammenarbeiten zu wollen. "Wir werden das dem Kuratorium vorschlagen", sagte Bauer. "Ich glaube, dass das eine vernünftige Möglichkeit wäre, einen Kompromiss zu finden."

Insgesamt werden "mit Sicherheit mehr als 2.000", eher 2.500 Polizisten im Einsatz sein, "vielleicht können es auch mehr werden", kündigte Pürstl an. Diese Anzahl sei für die Einhaltung des Platzverbots, den Schutz der Ballbesucher, den Objektschutz sowie Verkehrsmaßnahmen und die Präsenzaufgaben notwendig. Mit rund 6.000 Demonstranten rechne die Polizei. Polizeibeamte, die aus den Bundesländern zugezogen werden, sollen früher in Wien ankommen und besser auf die örtlichen Gegebenheiten vorbereitet werden. "Wir werden versuchen, alles das, was letztes Jahr als eskalierend gesehen wurde, zu vermeiden", sagte Pürstl.

Im Vorjahr sei die Polizei von den Beschädigungen "auf unbeteiligte Dritte und unbeteiligte Geschäfte" überrascht worden, räumte er ein. "Wir müssen auch das Unerwartete erwarten." Vorbereiten wolle man sich in diesem Jahr vor allem durch bessere Kommunikation auch im Vorfeld. Auch über die sozialen Netzwerke wie Twitter will die Polizei mit den Demonstrationsteilnehmern während der Demonstrationen kommunizieren.

"An der Wahl der Worte", müsse indes die Justiz arbeiten, sagte Jarosch. "Wir dürfen nicht auch noch Öl ins Feuer gießen", sagte er mit Hinweis auf Wörter wie Demonstrationstourismus oder Schlachtfeld, die in dem Prozess um Josef S. gefallen seien. Er sprach auch die Debatte über den umstrittenen Landfriedensbruch-Paragrafen an, für dessen Beibehaltung er sich aussprach. Allerdings müsse die "antiquierte Sprache" überarbeitet werden.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




4 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-01-12 14:09:42
Letzte ─nderung am 2015-01-12 15:56:12



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Frauen üben den Druck aus"
  2. "Die G’stopften am Berg"
  3. "Rettet die Postsparkasse"
  4. Nur nicht zu viel anders machen
  5. Zustellung unter Strom
Meistkommentiert
  1. "Die G’stopften am Berg"
  2. "Frauen üben den Druck aus"
  3. Kein Zustieg mit gültiger Jahreskarte
  4. "Wir gehen auch in weiße Ghettoschulen"
  5. "Rettet die Postsparkasse"

Werbung



Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Werbung


Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Stadtentwicklung

Breitenseer Mauerfall

20161115Wien1 - © Driendl Architects Wien. Die Ziegelmauer ist wie ein Bollwerk. Auf einer Länge von einem halben Kilometer trennt sie den Stadtteil Breitensee vom übrigen Bezirk Penzing... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter





Innere Stadt

Noch kein Fort Knox

Älteste Kirche von Wien, die Ruprechtskirche, Schwedenplatz, Kohlmarkt, Dirndln auf der Kärntner Straße, Vivienne-Westwood-Shop in der Tuchlauben v.l.n.r. - © Ina Weber Wien. Ist man kein Anzugträger und wohnt dennoch im 1. Bezirk, kommt die Antwort auf die Frage nach dem Wohnort fast einem Geständnis gleich... weiter






Werbung


Werbung