• vom 31.08.2015, 18:11 Uhr

Stadtpolitik


Wien-Wahl 2015

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  • FPÖ startet als erste Partei mit ihrem Wahlkampfauftakt. SPÖ im Gegensatz zur ÖVP ohne Unterstützung der Bundespartei, Grüne mit "neuem Zugang".

Parteien aller Couleurs starten nun offiziell in den Wahlkampf.

Parteien aller Couleurs starten nun offiziell in den Wahlkampf.© WZ Parteien aller Couleurs starten nun offiziell in den Wahlkampf.© WZ

Wien. Die ersten Plakatrunden sind präsentiert und auch auf der Straße mehren sich die Parteivertreter samt Flyern und Geschenken. Inoffiziell hat der Wahlkampf schon längst begonnen, im Laufe der nächsten Tage geben die Parteien auch einen offiziellen Startschuss - teilweise mit, teilweise gänzlich ohne Unterstützung durch die Bundesparteien.

Den Anfang machen die Freiheitlichen: Nach einem kurzen Ausreißer bei der Wien-Wahl 2010, als man in das Einkaufszentrum Lugner City übersiedelte, greift man nun wieder auf Altbekanntes zurück. Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache und Klubobmann Johann Gudenus werden am 4. September den blauen Wahlkampf am Viktor-Adler-Markt in Favoriten eröffnen. Auch für musikalische Unterhaltung ist - dank FPÖ-bewährter John Otti Band - gesorgt.

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Von den im Gemeinderat vertretenen Parteien steigen als Nächste die Grünen in den Ring: Sie wollen am 9. September weg vom klassischen Polit-Auftakt und setzen auf einen neuen Zugang. Welcher das ist, wurde zwar noch nicht verraten - Schönwetter wäre jedoch von Vorteil, hieß es am Montag.

Dreifachschlag
Am 10. September gibt es gleich einen Dreifachschlag: Die Wiener SPÖ lädt ebenso zum Auftakt wie die ÖVP und die Neos. Die Roten legen in der Messe Wien los. Geplant sind für diesen Abend Reden von Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler sowie von Bürgermeister Michael Häupl. Auf Auftritte von SPÖ-Ministern oder Bundeskanzler Werner Faymann verzichtet man - im Gegensatz zu 2010.

Zeitgleich starten die Schwarzen in den Sophiensälen in den Wahlkampf. Anders als die SPÖ baut man hier sehr wohl auf Unterstützung aus dem Bund. Neben Spitzenkandidat Manfred Juraczka werden auch Vizekanzler Reinhold Mitterlehner sowie Außenminister Sebastian Kurz sprechen. Überdies könnte noch ein Überraschungsredner am Programm stehen. Daneben ist vor allem die Vorstellung der Kandidaten geplant - die ÖVP setzt in diesem Wahlkampf ja auf viele neue, teils sehr junge Gesichter.

Nur ein bisschen später geht es an diesem Tag bei den Neos in der Simmeringer "SimmCity" los. Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger steht dort logischerweise auf der Bühne, unterstützt wird sie dabei vom Bundesparteivorsitzenden Matthias Strolz. Außerdem soll ein Gastredner auftreten - Details gibt es dazu bisher noch keine.

Das Bündnis Wien Anders nutzt das Volksstimme-Fest im Prater, um die heiße Phase des Wahlkampfs zu eröffnen. Am Samstag, den 5. September, werden alle Kandidaten anwesend sein, zudem sollen auch die Plakate des Bündnisses aus unter anderem KPÖ und Piraten präsentiert werden. WWW (Wir wollen Wahlfreiheit) setzt ebenfalls auf einen feucht-fröhlichen Auftakt. Ein genaues Datum für den Auftakt steht noch nicht fest, er wird aber in den kommenden zwei Wochen im Zuge der "Beisl-Info-Tour" der Liste unter Wirt Heinz Pollischansky stattfinden.

Aus einem Wahlkreis
Alle Listen können jedoch noch nicht offiziell in den Wahlkampf starten, denn für manche heißt es noch zittern, ob dieser überhaupt nötig sein wird. Bis 4. September können die kleinen Listen ihre beglaubigten Unterstützungserklärungen noch einreichen. Sie entscheiden darüber, ob die Liste am 11. Oktober am Stimmzettel zu finden ist. Für ein Antreten auf Landes- und Bezirksebene sind knapp 3000 Unterschriften nötig.

Die bei der Wien-Wahl ausschließlich im Wahlkreis Floridsdorf kandidierende Bürgerpartei "WIFF - Wir für Floridsdorf" will etwa mittels eines Grundmandats im Oktober in den Wiener Gemeinderat einziehen. "Noch nie in der Wahlgeschichte Wiens ist es einer ausschließlich in einem einzigen Wahlkreis angetretenen Bezirkspartei gelungen, ein Grundmandat zu erreichen. Wir werden dies schaffen", erklärten die beiden Spitzenkandidaten Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald am Montag. Vor fünf Jahren seien sie bei den Wählern noch weitgehend unbekannt gewesen und hätten dennoch zwei Bezirksmandate geholt. "Warum sollten wir also mit unserem Team nicht die erforderlichen rund 7000 Stimmen für den Gemeinderat bekommen, um dort als unabhängige Stimme Floridsdorfs, der siebtgrößten Stadt Österreichs, zu fungieren?", hieß es.

WIFF hat für die Gemeinderats- wie auch für die Bezirksvertretungswahl je 18 Kandidatinnen und Kandidaten nominiert. Die jüngste Kandidatin, Melissa Rössler, ist 22 Jahre alt, Senior des Teams ist Ex-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Johann Kirchner (79), der auch künftig als Seniorensprecher fungieren soll.




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Dokument erstellt am 2015-08-31 18:14:04



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