• vom 22.09.2015, 17:07 Uhr

Stadtpolitik

Update: 23.09.2015, 11:53 Uhr

Wienwoche

Die Uni durch die Ohren betrachten




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Isabella Lechner

  • Im Zuge der Wienwoche starten die "Gehörgänge" ihren dritten gesellschaftskritischen Audiostadtspaziergang.

Die Teilnehmer können sich die Hörbeiträge auf mp3-Player oder Smartphone herunterladen.

Die Teilnehmer können sich die Hörbeiträge auf mp3-Player oder Smartphone herunterladen.© Gehörgänge Die Teilnehmer können sich die Hörbeiträge auf mp3-Player oder Smartphone herunterladen.© Gehörgänge

Wien. Noch hat das neue Semester nicht begonnen, doch schon jetzt tummelt sich eine Vielzahl an Menschen auf den Gängen und Stiegen der Universität Wien. Neben dem Hauptportal prangt ein großes Plakat zu deren heurigem runden Geburtstag. 650 Jahre ist die Uni alt. Und kein bisschen weise? "Wie gut erfüllt die wichtigste staatliche Bildungseinrichtung in Österreich ihre Aufgaben tatsächlich?", fragt sich anlässlich der Jubiläumsfeiern das Team von "Gehörgänge", eine Gruppe politisch engagierter Menschen aus Wissenschaft und Kunst, in Hör-Spaziergängen rund um die Uni Wien.

Der Uni-"Prekärparcours" entstand im Rahmen der Wienwoche und ist bereits der dritte gesellschaftskritische Audiostadtspaziergang, den "Gehörgänge" entworfen haben. "Die bisherigen zwei befassten sich mit den Themen Demokratie sowie Arbeit und Migration. Alle drei führen an Orte in Wien, die symbolhaft für emanzipatorische Kämpfe um Anerkennung, Sicherheit und gleiche Rechte stehen", so Julia Wiegele vom "Gehörgänge"-Team und Dissertantin in Theater-, Film- und Medienwissenschaft.

Information

Prekärparcours – Audiospaziergänge durch die Uni Wien. Organisierte Touren im Rahmen der Wienwoche:
24. 9. und 1. 10., 14 bis 16 Uhr. Treffpunkt: Universität Wien, Haupteingang
Infos, Audio- und Videodownload:
www.gehoergaenge.at
www.facebook.com/gehoergaenge
www.wienwoche.org


Die sechs Stationen des "Prekärparcours" setzen die bisherigen numerisch fort, sodass sich ein Stationennetz an "Orten politischer Selbstberechtigung" quer durch die Stadt ergibt: von der Pankahyttn in der Johnstraße über das AKH oder die Rosa Lila Villa an der Linken Wienzeile, das Stuwerviertel oder den Obersten Gerichtshof am Schmerlingplatz bis zum Polizeianhaltezentrum Roßauer Lände, das Sozialministerium am Stubenring oder, aktuell, Hauptuni, Campus und Neues Institutsgebäude beim Schottentor.

"Die Stationen können alleine besucht werden oder mit einer von uns organisierten Tour, bei der auch ExpertInnen aus den gehörten Interviews anwesend sind", erklärt Julia Wiegele. Via Facebook und Website können sich die Teilnehmer den Audioguide und die Hörbeiträge auf mp3-Player oder Smartphone herunterladen; die Beiträge gibt es auch in einer Videoversion in Österreichischer Gebärdensprache. Und dann heißt es: "Ohrstöpsel rein, Kopfhörer auf und los!"

Prekäre Zustände
Beim "Prekärparcours" durch die Uni Wien dreht sich alles um die aktuellen Bedingungen und prekären Zustände von Arbeit, Lehre und Wissensproduktion an der Alma Mater Rudolphina: "Wie unabhängig sind Forschung und Lehre? Verkauft sich die Uni an die Wirtschaft? Wer entscheidet, woran geforscht wird, und wie steht es um Mitbestimmung und Demokratie? Und wer profitiert letztendlich von der immer größer werdenden Zahl an prekär Beschäftigten, externen LektorInnen und zeitlich befristeten Drittmittelfinanzierten?" - Das und mehr hinterfragen "Gehörgänge" in den jeweils rund siebenminütigen Hörbeiträgen an sechs Stationen.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Wienwoche, Integration

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-09-22 17:11:04
Letzte ńnderung am 2015-09-23 11:53:19



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Letzte Chance für Wien
  2. "Gehen Sie doch zur FPÖ"
  3. Entbeautifiziert
  4. Muss Vassilakou gehen?
  5. Links liegen gelassen
Meistkommentiert
  1. Muss Vassilakou gehen?
  2. Plötzlich wieder arbeitsfähig
  3. Bei Wahlen ist Stadt-Land kein Spiel
  4. Links liegen gelassen
  5. Wien macht 376 Millionen Euro neue Schulden

Werbung



Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Werbung


Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Stadtentwicklung

Breitenseer Mauerfall

20161115Wien1 - © Driendl Architects Wien. Die Ziegelmauer ist wie ein Bollwerk. Auf einer Länge von einem halben Kilometer trennt sie den Stadtteil Breitensee vom übrigen Bezirk Penzing... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter





Innere Stadt

Noch kein Fort Knox

Älteste Kirche von Wien, die Ruprechtskirche, Schwedenplatz, Kohlmarkt, Dirndln auf der Kärntner Straße, Vivienne-Westwood-Shop in der Tuchlauben v.l.n.r. - © Ina Weber Wien. Ist man kein Anzugträger und wohnt dennoch im 1. Bezirk, kommt die Antwort auf die Frage nach dem Wohnort fast einem Geständnis gleich... weiter






Werbung


Werbung